NEUES IRISCHES KINO

Das Irische Kino befindet sich in den letzten Jahren im Aufwind. Neben internationalen Kassenerfolgen wie ONCE (der seit über einem Jahr im Friedrichsbau zu sehen ist) sieht man das an Festivalauszeichnungen (so hat NOTHING PERSONAL in Locarno dieses Jahr sechs Preise gewonnen, HUNGER wurde in Cannes als bestes Debut ausgezeichnet) und einer Fülle von Coproduktionen mit anderen Ländern.

In Zusammenarbeit mit dem Englischen Seminar der Universität Freiburg. Im Rahmen der Vorlesungsreihe »Ireland. Transcultural pespektives« wird am Freitag, den 20.11. der irische Filmwissenschaftler Barry Monahan: über »Irish Film: National Accents and International Aesthetics« sprechen (17.15 Uhr, Breisacher Tor, Raum 105).

In Kooperation mit britspotting, dem british and irish film festival berlin. Wir danken Evelyn O‘Grady (fugu-Film).

HUNGER | GARAGE | IRISH SHORTS | 32A – IT‘S A GIRL THIN | NOTHING PERSONAL | WAVERIDERS | IDENTITIES

HUNGER

Regie: Steve McQueen | mit Michael Fassbender, Liam Cunningham, Stuart Graham, Laine Megaw, Brian Milligan
| Großbritannien/Irland 2008 | OmU | 91 Min. |

Der berüchtigte H-Block des Maze Prisons in Nordirland: Die streikenden Häftlinge weigern sich Gefängniskleidung zu tragen und waschen sich nicht mehr. Als einziges Kleidungsstück dient ihnen eine Decke, die sie um ihren Leib wickeln. Die Gefangenen sehen sich nicht als normale Kriminelle, sondern als Freiheitskämpfer, und verlangen ihre Anerkennung als politische Gefangene. Um diese Forderung durchzusetzen, treten sie schließlich in den Hungerstreik.

HUNGER interpretiert auf intensive Weise und mit drastischen Bildern die Vorgänge rund um den IRA-Hungerstreik im Jahre 1981. Das Spielfilmdebüt des britischen Künstlers und Turnerpreisträgers Steve McQueen wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet und gewann in Cannes die Goldene Palme für den besten Debütfilm.

Do 19.11., 21:30 | Sa 21.11., 19:30 | Mi 25.11., 21:30

GARAGE

Regie: Lenny Abrahamson | Pat Shortt, Anne-Marie Duff, Conor Ryan, Tommy Fitzgerald, John Keogh, Andrew Bennett
| Irland 2007 | OmU | 85 Min. |

Eine alte Tankstelle im Herzen Irlands ist Josies Reich. Hier arbeitet und lebt er seit 20 Jahren. Josie ist ein einfacher Mensch – freundlich, voll Vertrauen den Mitmenschen gegenüber. Und auch wenn sich alle im Dorf über ihn lustig zu machen scheinen, ist er mit seinem Leben zufrieden. Als sein Chef Tom Gallagher den jungen David mitbringt, damit der ihm hilft, ist Josie hoch erfreut. Seine zaghaften und teils hilflosen ersten Schritte in Sachen Freundschaft haben jedoch unerwartete Folgen...

Josie wird von Irlands Comedy-Star Pat Shortt perfekt interpretiert. Aber GARAGE ist keine konventionelle Komödie, sondern erzählt berührend, liebevoll und ruhig von einem Außenseiter, der offenbar keinen Platz mehr in der dörflichen Gemeinschaft findet.

Do 19.11., 19:30 | Do 26.11., 21:30 | So 29.11., 19:30

IRISH SHORTS

Irland hat seit Jahren eine beachtliche Kurzfilmproduktion, zu sehen ist unter anderem der Gewinner des diesjährigen Kurzfilm-Bären, PLEASE SAY SOMETHING.

Sa 21.11., 21:30

32A – IT‘S A GIRL THIN

Regie: Marian Quinn | mit Ailish McCarthy, Shane McDaid, Sophie Jo Wasson, Orla Long, Riona Smith, Aidan Quinn, Orla Brady
| Irland/Deutschland 2007 | OmU | 87 Min. |

Wir schreiben das Jahr 1979, und auch in Dublin machen Jugendliche das, was sie überall tun: tanzen, trinken, rauchen, knutschen. Maeve steht kurz vor ihrem 14. Geburtstag und die großen Themen, die mit den Freundinnen beredet werden, sind der erste BH und natürlich Jungs. Auf einer Party, von der Maeve eigentlich nur ihren Bruder abholen soll, interessiert sich der lokale Herzensbrecher Brian plötzlich für sie...

32A ist eine weibliche Coming-of-Age-Variante, die mit viele Verve inszeniert und mit wunderbar klaren Bildern umgesetzt wurde. Regisseurin Marian Quinn erzählt in ihrem Regiedebüt mit leichter Hand von den Versuchungen und Fallstricken, die auf der Schwelle zum Erwachsenwerden lauern.

So 22.11., 17:30, weitere Termine im Dezember

NOTHING PERSONAL

| Irland/Niederlande 2009 | OF | 85 Min. |

Anne hat ihre Wohnung leergeräumt und zieht von Holland nach Irland sie sucht ein einsames Leben, zieht mit dem Rucksack umher. Sie trifft den Eigenbrötler Martin, der ihr Kost und Logis anbietet, wenn sie sich um den Garten kümmert. Mit der Zeit entwickeln die zwei Einzelgänger eine gewisse Neugier füreinander, die ihre selbstgewählte Einsamkeit bedroht.

Aktualisierung vom 11.11.: Statt NOTHING PERSONAL wird WAVERIDERS gezeigt.

WAVERIDERS

| Regie: Joel Conroy | Buch: Joel Conroy und Lauren Davies | Kamera: Daniel Trapp |
| Irland | OF | 88 Min. |

WAVERIDERS zeigt uns die Welt von Irlands gewaltigen Gewässern. Joel Conroys Dokumentation erforscht nicht die hawaiianischen oder kalifornischen, sondern die irischen Wurzeln des Surfens und folgt erstklassigen Surfern wie Kelly Slater, wie sie sich mutig den bedrohlichen Wellen, die immer fast die ganze Höhe des Bildschirms einnehmen, entgegenstellen.

Die treue und leidenschaftliche Crew verbrachte fast fünf Jahre mit diesem atemberaubenden Projekt, bei der sie die Geburt des Wellenreitens vor über 100 Jahren auf George Freeth, Sohn eines Iren, zurückverfolgen.

So 22.11., 19:30

IDENTITIES

| Irland 2008 | OF | 84 Min. |

Vittoria Colonnas Dokumentation setzt sich mit der facettenreichen irischen Transgender Community auseinander. Fünf Geschichten, in Form von beobachtenden Interviews in schwarz-weiß, enthüllen die persönlichen Geschichten und Erfahrungen der Personen. Begleitet von dynamischer Performance-Kunst der fünf Protagonisten geben uns die Geschichten die Möglichkeit, ein tieferes Verständnis von Transvestismus und Transsexualität zu entwickeln.

Dieses Jahr gewann IDENTITIES den Preis in der Kategorie Beste Dokumentation beim GAZE Filmfestival und den Human Rights Filmaward des Irish Council for Civil Liberties.

So 22.11., 21:30