MITTWOCHSKINO

Q – BEGEGNUNGEN AUF DER MILCHSTRASSE | MIRAGES

Q – BEGEGNUNGEN AUF DER MILCHSTRASSE

Regie und Buch: Jürg Neuenschwander | Kamera: Patrick Lindenmaier, Steff Bossert
| Schweiz 2000 | OmU | 94 Min. |

Drei Viehzüchter und Milchhändler aus Mali und Burkina Faso reisen zu Berufskollegen in die Schweiz. Zurück in ihrer Heimat berichten sie von ihren Erfahrungen im Alpenland, ernten damit viel Staunen, aber auch einige Lacher. Der Film beginnt mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen, die Schweizer von Afrika und Afrikaner von Europa haben. Darauf folgen lose miteinander verknüpfte Themenstränge: Das Verhältnis zwischen Mensch und Vieh; die Kuh als Trägerin gesellschaftlicher Projektionen; Ansichten über die gute Viehhaltung; Diskussionen über Milchmengen, Markt und Globalisierung. Q – BEGEGNUNGEN AUF DER MILCHSTRASSE regt nicht nur zum Nachdenken an, der Film besticht durch Witz und Weisheit. Wenn die Afrikaner durch die Schweiz reisen und ungezwungen kommentieren, was sie sehen, dann ist es dieser fremde Blick, der den Europäern neue Sichtweisen auf ihrer eigenen Kultur eröffnet. Und wenn sich die drei über das Wesen schweizer Milchkühe unterhalten, wird aus einem informativen und intelligenten auch noch ein hoch vergnüglicher Film.

»Die Euter sehen aus wie unsere großen Tonkrüge. Zwischen dem Euter und dem Boden ist nur soviel Platz! Das heißt, dass der Euter den Boden fast berührt. Deshalb kann die Kuh auch nicht von Hand gemolken werden. Die Kühe sind so groß, dass es die Einbildungskraft übersteigt, also auch unser Verständnis. Wenn du es nicht mit eigenen Augen gesehen hast, kannst du’s nicht glauben«
(Amadou Dicko)

In Kooperation mit Eine Welt Forum e. V. und der Veranstaltungsreihe Freiburg International.

Mi 07.10., 19:30 | So 11.10., 19:30

MIRAGES

Buch, Regie, Kamera: Olivier Dury | Schnitt: Christine Benoît
| Frankreich 2008 | OmeU | 46 Min. |

Jenes Bild, das sich wohl am nachhaltigsten einprägt, ist das der vielen Männer, die zusammengedrängt auf der Ladefläche eines Lastautos stehen. Die Männer fahren nordwärts, vom Niger bis zur algerischen Küste. Wie lange sie unterwegs sind, hängt von vielen unberechenbaren Faktoren ab; und auch wenn sie die afrikanische Mittelmeerküste erreicht haben, sind sie noch immer nicht am Ziel. Dann beginnt erst die gefährliche Überfahrt nach Europa. Eine Reise in der Hoffnung auf ein besseres Leben, die nicht selten mit dem Tod endet.

Was Mirages, die erste mittellange Dokumentation des französischen Regisseurs Olivier Dury auszeichnet, ist der Umstand, dass hier keine Leidensgeschichte aufgezeichnet wird, kein Appell an das Mitgefühl eines westlichen Kino- und Fernsehpublikums. Dury hat in einem der drei Lastwagen Platz genommen, ohne das spektakuläre Bild zu suchen: Durch die Windschutzscheibe blickt er auf die Landschaft oder die Reifenspuren im Sand, schaut zu, wie die Fahrer einen Reifen wechseln. Drei Tiere sieht man indes im Laufe dieses wunderbar fotografierten Films: einen Frosch, eine Schlange und einen Käfer, der auf dem Rücken liegend mit den Beinen in der Luft strampelt. Am Abend wird ein Lagerfeuer aus dürren Ästen entzündet, um der Kälte der Sahara zu trotzen.

In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Freiburg International und der Kampagne »Save Me«.

Mi 21.10., 19:30 | So 25.10., 19:30