FILMKONZERT PANZERKREUZER POTEMKIN

PANZERKREUZER POTEMKIN | SERGEJ EISENSTEIN HEUTE | SERGEJ EISENSTEIN, AUTOBIOGRAPHIE

PANZERKREUZER POTEMKIN

BRONENOSEZ POTJOMKIN

Regie: Sergej M. Eisenstein Kamera: Eduard Tissé Buch: Nina Agadshanowa-Schutko, Sergej Eisenstein mit Alexander Antonov, Wladimir Barski, Grigori Alexandrov, Vladimir Baksky, Mitglieder des Proletkult-Ensembles, Mannschaften der Roten Flotte und EinwohnerInnen Odessas
| Sowjetunion 1925 | 70 Min. |

Filmkonzert mit dem Philharmonischen Orchester Freiburg nach der Originalmusik von Edmund Meisel, dirigiert von Günter A. Buchwald im Großen Haus im Freiburger Theater. Das Kommunale Kino zeigt mit dem Theater Freiburg zum ersten Mal in Freiburg die 2005 durch die Kulturstiftung des Bundes rekonstruierte »Berliner Fassung« von PANZERKREUZER POTEMKIN mit der Originalmusik von 1925 des Komponisten Edmund Meisel.

Mit PANZERKREUZER POTEMKIN gelang es Sergej Eisenstein in wenigen Begebenheiten – dem Aufstand auf dem Kreuzer, der Demonstration der Bevölkerung und dem Massaker auf der Treppe – nicht nur die Aufstandsbewegung von 1905, sondern das Drama der Revolution und ihres Zusammenpralls mit den etablierten Mächten auf seinen klassischen Ausdruck zu bringen.

PANZERKREUZER POTEMKIN ist in Form einer Chronik gestaltet, die die Ereignisse unmittelbar, unter Wahrung der Einheit von Zeit und Raum, widerspiegelt. Zugleich besitzt diese Chronik aber auch die genau berechnete Form einer fünfaktigen Tragödie:

»Menschen und Maden«, »Tragödie auf dem Schiff«, »Ein Toter ruft auf«, »Die Treppe von Odessa«, »Begegnung mit dem Geschwader«. Eine bis dahin unbekannte Rhythmik und Dynamik des Schnitts macht diesen Revolutionsfilm zu einem besonders eindringlichen Werk, das die Herrschenden und Beherrschten polemisch kontrastiert und den Zuschauer über den Weg der Emotionen zu politischen Erkenntnissen führen will. Filmhistorisch erlangte PANZERKREUZER POTEMKIN durch Sergej Eisensteins Montagekunst Berühmtheit: In kühner und gelungener Manier setzt die Schnittfolge steinerne Löwen scheinbar in Bewegung.

Mi 14.10., 19:30, Theater Freiburg Großes Haus, 19:00 Werkeinführung durch den Filmhistoriker Naum Klejman, Direktor und Kurator des russischen Filmmuseums in Moskau | Do 15.10., 11:00, Theater Freiburg – Jugendkonzert

Kartenvorbestellung und -verkauf nur über die Theaterkasse: Tel. 201 2853

SERGEJ EISENSTEIN HEUTE

DAS ERBE DES FILMPIONIERS IM SPIEGEL DER FILMGESCHICHTE

Das Werk des russischen Filmpioniers Sergej Eisenstein hat bis heute sichtbare Spuren hinterlassen. Dies gilt nicht nur für sein filmisches Schaffen. Auch seine filmtheoretischen Schriften, zur »Montage der Attraktionen«, zum Farb- und Tonfilm, werden noch immer unter Filmwissenschaftlern diskutiert und zitiert.

Naum Klejman befasst sich mit dem Einfluss Eisensteins auf den modernen Film. Er ist Direktor des Filmmuseums in Moskau und gilt als der bedeutendste Kenner von Leben und Werk Eisensteins. Er verwaltet den Nachlass, ist Herausgeber der Schriften und Memoiren, aber auch Restaurator seiner Filme. Klejman ist darüber hinaus als profundester Experte des russischen Kinos im internationalen filmhistorischen Kontext anerkannt. Für sein Lebenswerk erhielt er 1993 den europäischen Filmpreis.

Do 15.10., 19:30, Vortrag in Anwesenheit von Naum Klejman

SERGEJ EISENSTEIN, AUTOBIOGRAPHIE

SERGEJ EISENSTEIN, AWTOBIOGRAFIJA

Regie und Buch: Oleg Kowalow nach Autobiografische Aufzeichnungen von Sergej Eisenstein
| Russische Föderation 1995 | OmU | 92 Min. |

Die Memoiren von Eisenstein folgen nicht der üblichen Logik einer Erzählung, sondern leben von assoziativen bildlichen Zusammenhängen. Ihre Form ist von Eisensteins überwältigender Erfahrung der Lektüre von James Joyce und von seiner Begegnung mit dem Stream of Consciousness geprägt. Der Film selbst ist ein Versuch, diesen Text ins Visuelle zu übertragen. Er bewegt sich frei zwischen Wirklichkeit, Traum und Phantasie.

»Ausschnitte aus zeitgenössischen Werken – von Eisenstein, aber auch von Dziga Wertow, Pabst, Lang, Bunuel, Fischinger – und dokumentarische Aufnahmen formieren sich zu einerphantastischen Bildfolge, die alle denkbaren Verfahren des kinematographischen Mediums verkörpert. Eine Hommage an die Filmhistorie.« (Frankfurter Rundschau)

Do 15.10., 21:30 | So 18.10., 17:30