JEWISH FILM FESTIVAL BERLIN ON TOUR

MENSCHLICHES VERSAGEN

THE BEETLE YOLKI PALKI HELLO GOODBYE GOD ON TRIAL

MENSCHLICHES VERSAGEN

Regie: Michael Verhoeven | Buch: Luise Lindermair, Michael Verhoeven
| Deutschland 2008 | 90 Min. |

Regisseur Michael Verhoeven über den Film: »Was man beschönigend die ›Arisierung‹ nennt, ist in Wahrheit einer der größten Raubzüge des 20. Jahrhunderts, begangen an einem Teil der eigenen Bevölkerung. Es war nicht die ›Gestapo‹, die in die jüdischen Wohnungen eindrang, um den gesamten Besitz zu beschlagnahmen vom Bankkonto bis zur Unterwäsche. Es waren deutsche Finanzbeamte. Großes ging an die Finanzbehörden, Kleines über ›Versteigerungen aus nichtarischem Besitz‹ an die lieben Nachbarn. Darum geht es in unserem Film. Wir haben jüdische Zeitzeugen ausfindig gemacht, die die Beraubung ihrer Familien als Kinder oder junge Erwachsene miterlebt haben. Heute sind sie alt und berichten von ihren Erfahrungen. Die Betroffenen empfinden keinen Hass, sprechen nicht von ›Schuld‹, nur von ›Menschlichem Versagen‹«.

Wissenschaftler wie der Historiker Götz Aly, der Historiker und Archivar Andreas Heusler und die Genealogin und Holocaust-Expertin Cornelia Muggenthaler erzählen den historischen Hintergrund.

Mi 23.09., 19:30, zu Gast: Michael Verhoeven, In Kooperation mit Stolpersteine Freiburg | So 27.09., 20:00

THE BEETLE

Regie: Yishai Orian
| Israel 2008 | OmU | 70 Min. |

Yishai Orian, der Regisseur dieses Films und Besitzer eines alten Volkswagen-Käfers, wird gerade Vater. Sein Automechaniker bezweifelt jedoch, dass der Wagen noch lange durchhält und auch die künftige Mutter findet ihn völlig ungeeignet für das Baby. So macht sich Yishai, der seinen geliebten »Beetle« behalten will, auf die Suche nach einer Reparaturwerkstatt.

THE BEETLE zeigt, wie komisch auch Dokumentarfilme sein können. Der Regisseur und werdende Vater versucht noch rechtzeitig vor der Geburt seines ersten Kindes seinen geliebten VW-Käfer nach Jordanien zu fahren, um ihn dort billig reparieren zu lassen. THE BEETLE erzählt auch von der Rolle und der Bedeutung eines deutschen Autos in Israel, das von Hitler propagiert wurde. Der über vierzig Jahre alte Käfer wird darüber hinaus symbolhaft und liebevoll überhöht zu einem Sinnbild für Probleme Israels mit sich selbst und seinen arabischen Nachbarn.

Fr 02.10., 19:30

YOLKI PALKI

Regie: Alexander Gentelev
| Israel 2008 | OmU | 90 Min. |

»Der russische Ausdruck ›Yolki Palki‹ ist weit gefühlvoller und farbiger, als seine wörtliche Übertragung ahnen lässt: ›Fichtenbaum‹ und ›Äste‹. Ein russischer Israeli demonstriert frohgemut die Vielseitigkeit des Idioms: Im Lotto gewonnen? Man jubelt ›Yolki Palki!‹. In Hundescheiße getreten? Man flucht ›Yolki Palki!‹ So ist YOLKI PALKI ein wahrhaft passender Titel für diese wunderbare Dokumentation, in der die Erfahrungen russischer Immigranten und der aufwändige Vorgang, ein Bürger Israels zu werden, in seiner ganzen, kaleidoskopisch verrückten Komplexität gezeigt wird.« (Programmheft des Festivals)

Do 01.10., 21:30

HELLO GOODBYE

Regie: Graham Guit | mit Gérard Depardieu, Fanny Ardant
| Frankreich 2008 | OmeU | 99 Min. |

Gisèle Gaash hat das Leben in Paris satt. Nach der Hochzeit des gemeinsamen Sohns kann sie ihren Gatten Alain von einem Kurzurlaub in Israel überzeugen, um ihrem Leben und ihrer Beziehung neue Impulse zu geben. Zurück in Frankreich ist die Erholung schnell vorbei und Gisèle stellt Alain vor die Wahl: Neubeginn in Israel oder Scheidung. Schließlich fliegt er mit ihr nach Tel Aviv. Dort angekommen, ist der für den angesehenen Gynäkologen sicher geglaubte Job in weite Ferne gerückt, das angezahlte Haus nicht fertig und zu allem Überfluss ist auch noch der Container mit allem Hab und Gut über Bord gegangen. Trotzdem versuchen sie, sich der Kultur in der neuen Heimat anzupassen und die turbulenten Situationen mit Humor zu nehmen. Die Frage der jüdischen Identität wird in dieser wunderbaren Komödie gründlich aufs Korn genommen.

Fr 02.10., 21:30

GOD ON TRIAL

Regie: Andy de Emmony
| Großbritannien 2008 | OmU | 90 Min. |

In Auschwitz führte laut unbestätigten Berichten eine Gruppe von Häftlingen einen Prozess gegen Gott. Der Film setzt einen Tag vor der Selektion für die Gaskammern ein. In verteilten Rollen diskutieren Physiker, Juristen und Rabbiner genau die Fragen, die sich heute wiederum Theo-logen zu beantworten mühen: Wie kann ein allmächtiger und wohlwollender Gott das Böse zulassen? Die Gruppe stellt theologische und philosophische Positionen dar, die unterschiedlichste jüdische Erfahrungen repräsentieren.

So 04.10., 19:30