FILM DES MONATS

GLORIOUS EXIT

Regie, Buch und Kamera: Kevin Merz Schnitt: Samir Samperisi
| USA/Nigeria 2008 | OmU | 75 Min. |

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Ein Trauerfall bedeutet zuallererst Stress. Stress mit den Hinterbliebenen, der Versicherung, dem Begräbnisinstitut – was auch immer. Doch als Erstgeborener einer schweizerisch-nigerianischen Ehe den in Nigeria verstorbenen Vater zu beerdigen, ist eine ganz andere Geschichte. Jarreth lebt als Theaterschauspieler in Los Angeles, hat wenig Geld – und er hat keine Chance, denn die Tradition verlangt, dass er das Begräbnis leitet. So findet er sich unvermutet im nigerianischen Enugu wieder, um sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen. Unter der Anleitung der nigerianischen Familie lernt Jarreth nicht nur, wie man einen Häuptlingsstab hält, sondern auch welche irdischen und überirdischen Gemüter besänftigt werden müssen, um dem Verstorbenen und den Hinterbliebenen einen würdevollen Abschied zu bereiten. Der Höhepunkt dieser beeindruckenden »culture-clash«-Geschichte ist das Begräbnis, als der Clan mütterlicherseits, dem der Körper des Verstorbenen gehört, mit dem Boykott der Feierlichkeiten droht, da die Kuh, die Jarreth bezahlt hat, kein angemessenes Geschenk darstellt. Doch trotz aller Missverständnisse – am Ende ist der Tote begraben, die Clans sind zufrieden und Jarreth hat eine Familie gewonnen. Was sind da schon 900 Euro Schulden?

Mi 16.09., 19:30, Do 17.09., 21:30, So 20.09., 19:30, Do 24.09., 21:30