ASIAN TAKES

SEXPLOITATION & EXPERIMENTATION: THE MANY SHADES OF PINK FILM

Die Retrospektive des neunten japanischen Filmfestivals Nippon Connection, das vom 15. bis 19. April in Frankfurt stattfand, widmete sich einer besonderen Spezialität des japanischen Films, dem Pink-Film (Pinku Eiga). Seit 1962 bringt dieses Erotikfilm-Genre zahllose Regietalente und Visionäre hervor. Denn solange in den 60-minütigen, auf Celluloid gedrehten Filmen, vier bis fünf sexuelle Szenen eingebaut werden, sind aufregende filmische Experimente und sogar radikale politische Agitation erlaubt.

Berühmte japanische Mainstream-Regisseure sammelten erste Erfahrungen im Pink-Film, darunter auch der Oscar-Gewinner Yojiro Takita. Dennoch führt das Genre zu Missverständnissen und Vorurteilen. Handelt es sich um Kunst oder (S)Exploitation?

Wir freuen uns herausragendste Produktionen der letzten Jahrzehnte zeigen zu können. Das Programm wurde zusammengestellt in Kooperation von Nippon Connection, dem Deutschen Filminstitut DIF/Deutschen Filmmuseum und Jasper Sharp.

RAIGYO | TEARS OF ECSTASY

RAIGYO

Regie: Takahisa Zeze | Buch: Kishu Izuchi | Kamera: Koichi Saito | mit Moe Sakura, Takeshi Ito, Ryumei Homura
| Japan 1997 | OmeU | 75 Min. |

Eine Geschichte, in der zwei Fremde sich über einen Telefon-Dating-Club in einem Love Hotel in einer düsteren und schmutzigen Provinzstadt verabreden, was schockierende Folgen hat. Ein modernes Meisterwerk des Genres, von einem der Four Devils of Pink.

Di 07.07., 21:45, mit Einführung

TEARS OF ECSTASY

EKUSUTASHII NO NAMIDA

Regie: Hiroyuki Oki | Buch: Hiroyuki Oki, Kiyomi Ito | Kamera: Koichi Saito | Tomoko Taguchi, Akiko Osugi, Hotaru Hazuki
| Japan 1995 | OmeU | 61 Min. |

Hiroyuki Oki ist allgemein bekannt für seine Arbeit in der experimentellen und schwulen Filmszene Japans, dies ist sein einziger heterosexueller Pink-Film und auch einer der formal radikalsten des Genres, mit exakt 60 Einstellungen à 60 Sekunden Länge. Der Soundtrack stammt von John Zorn.

Di 14.07., 21:30, mit Einführung