ZURÜCK AUS AFGHANISTAN?

POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNGEN UND AUSLANDSEINSÄTZE

NACHT VOR AUGEN, dessen Drehbuch für den Deutschen Filmpreis 2009 nominiert wurde, erzählt eine fiktive Geschichte. Doch für viele Bundeswehrsoldaten sind solche Szenarien Realität: Im Bericht des Wehrbeauftragten der Bundesregierung 2008 ist von rund 700 Soldaten die Rede, die nach Auslandseinsätzen mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) behandelt wurden. Die Dunkelziffer liegt laut Bericht etwa viermal höher. Viele Soldaten sind zu gehemmt, um sich helfen zu lassen. Trotz gewachsener Sensibilität bei Vorgesetzten ist bei Soldaten die Angst vor Stigmatisierung und beruflichen Nachteilen, wenn sie psychische Probleme ansprechen, noch immer groß.

NACHT VOR AUGEN

Regie: Brigitte Maria Bertele | Buch: Johanna Stuttmann | Kamera: Mathias Prause | mit Hanno Koffler, Petra Schmidt-Schaller, Jona Ruggaber, Margarita Broich, Wolfram Koch, Maxim Mehmet
| Deutschland 2008 | 91 Min. |

Der 25-jährige Bundeswehrsoldat David kehrt nach dem Auslandseinsatz in Afghanistan zurück in sein Heimatdorf im Schwarzwald. Dort wird er freudig von seiner Familie in Empfang genommen. Doch David wird von einer inneren Unruhe geplagt, die in der ambivalenten Beziehung aus Spiel und Gewalt zwischen David und seinem achtjährigen Halbbruder Benni zum Ausdruck kommt und zu eskalieren droht. Brigitte Bertele: »NACHT VOR AUGEN lädt den Betrachter ein, in den Spiegel zu sehen und sich die Frage zu stellen, inwieweit Davids Potential von Gewalt und Destruktivität in jedem Einzelnen von uns steckt.«

Mo 29.06., 19:30

Im Anschluss Filmgespräch mit Brigitte Maria Bertele, Johanna Stuttmann sowie Marcus Vogt (Oberstleutnant der Reserve) und Flottenarzt Roger Braas, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus.

In Kooperation mit den Außen- und Sicherheitspolitischen Studienkreisen Freiburg. Unterstützt durch den Verband der Reservisten der Bundeswehr.