10 JAHRE RICHARD-MITTERMAIER-SCHULE

Die Richard-Mittermaier-Schule ist eine öffentliche Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche aus Freiburg und Umgebung in Trägerschaft der Stadt Freiburg und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Sie bietet Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen eine individuelle, von den Stärken jedes Einzelnen ausgehende Förderung. Die Schule befindet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1999 im Südflügel des Lycée Turenne, neben der Emil-Thoma-Schule in der Schützenallee.

Zu ihrem zehnjährigen Bestehen bietet der Alte Wiehrebahnhof der Schule ein Forum zur Aussendarstellung: eine Kunst-Ausstellung mit Schülerarbeiten und zwei Filme und Gäste, die die Themen der Richard-Mittermaier-Schule tangieren.

Ausstellung
PUNKT, PUNKT, KOMMA, STRICH

Thematisch begleitendes Filmprogramm
KLASSENLEBEN | DER ROTE TEPPICH

Ausstellung:

PUNKT, PUNKT, KOMMA, STRICH

Gefühle und Stimmungen gestalterisch umzusetzen, ist ein Urbedürfnis aller Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. In der Kunst können Träume einen äußeren Eindruck bekommen.

PUNKT, PUNKT, KOMMA, STRICH ist eine Kunstausstellung mit Arbeiten von Schülern der Richard-Mittermaier-Schule (RMS). Vor zehn Jahren haben Schüler und Lehrer der RMS ein Kunstatelier an der Schule eingerichtet. Farbdosen, Staffeleien, Leinwände, Spachtel, Paletten, Pinsel in allen Größen, Papiere, Kartons usw. inspirieren und laden zum Experimentieren, Gestalten und Malen ein.

PUNKT, PUNKT, KOMMA, STRICH ist weniger eine Dokumentation des Kunstunterrichtes; die Bilder, Elektroschrottobjekte, Stoffcollagen, Masken, Comics, Kartonfahrzeuge können vielmehr dem Betrachter einen neuen Blick öffnen für unvoreingenommene künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten. Stets steht hier der Mensch im Vordergrund, ernst, humorvoll, mit Liebe betrachtet.

Di 03.03., 19:00, Eröffnung

Ausstellung bis So 29.03. zu den Café-Öffnungszeiten Führungen durch die Schüler immer mittwochs um 17:30 (11.03. bereits um 16:30)

Thematisch begleitendes Filmprogramm

KLASSENLEBEN

| Ein Film von Hubertus Siegel | D 2005 | 87 Min. |

Februar 2004. In der Berliner Fläming-Schule beginnt das zweite Halbjahr. Die Klasse 5d ist die sogenannte Förderklasse der Schule. Hier kommen Schüler mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten zusammen. Vier der Kinder sind als behindert eingestuft und werden nicht benotet. Regisseur Hubertus Siegert begleitet diese besondere Klasse das gesamten Schulhalbjahr durch den ungewöhnlichen Lernalltag. Seine einfühlsamen Beobachtungen kommen ohne Kommentar aus, nur die Kinder reden aus dem Off übers Klassenleben. Wer bisher glaubte, das zeitige Sortieren der Kinder nach Leistung sei der einzige Weg zu besseren Ergebnissen, dürfte nach diesem Film ins Grübeln kommen.

Fr 06.03., 19:30 | Mi 11.03., 21:30

Sonderveranstaltung: Sa 07.03., 16:00 anschl. Podiumsdiskussion:
»Integrative Schulen – für eine Pädagogik der Vielfalt und die aktuelle Situation in Freiburg und den angrenzenden Landkreisen« mit: Hubertus Siegel, Regisseur; Horst Babenhauserheide und Klaus Göppert, Lehrer; Vertreter der integrativen Waldorfschule Emmendingen und betroffenen Eltern - Eine Veranstaltung der Freiburger Elterninitiative »Eine Schule«.

Der rote Teppich

DER ROTE TEPPICH

| Ein Film von Andrea und Eric Asch | D 2007 | 88 Min. |

Axel Brauns ist Asperger-Autist. Ursprünglich sollte er auf die Sonderschule gehen, wurde stattdessen schließlich Zweitbester seines Abitur-Jahrgangs. Die Interaktion mit anderen Menschen, das adäquate Mitteilen seiner Person gegenüber anderen, lernt er, indem er ständig in andere Rollen schlüpft, Sätze auswendig lernt. Seine literarische Tätigkeit erschließt ihm peu à peu den Zugang zur Realität, so dass er alleine wohnen und sogar Lesungen halten kann. Andrea und Eric Asch begleiten Axel Brauns in allen Lebenssituationen, stellen ihn nicht als primär Kranken dar, sondern bringen ihn als sympathischen Menschen mit kleinen »Macken« näher und räumen damit mit so manchen gängigen Autistenklischees à la Rain Man auf.

»Als ich zwei Jahre alt war, verloren die Menschen um mich herum ihr Aussehen. Ihre Augen lösten sich in Luft auf. Nebel verschleierte ihre Gesichter. Die Stimmen verdunsteten. Meine Lippen ermüdeten. Kranke Wörter schleppten sich über meine Zunge. Die Silben verdorrten. Bald stammelte ich nur noch.«
(Axel Brauns in seinem Buch »Buntschatten und Fledermäuse«)

Di 24.03., 19:30, in Anwesenheit von Axel Brauns und Andrea Asch | So 29.03., 19:30