FREIBURGER GESCHLECHTERSTUDIEN: BOXSPORT UND GENDER

»TOUGH AIN’T ENOUGH« | MILLION DOLLAR BABY | ROCKY

»TOUGH AIN’T ENOUGH«

BOXEN UND GESCHLECHT IM AMERIKANISCHEN FILM

Vortrag von Dr. Rüdiger Heinze

Der Boxsport wird nicht nur in der amerikanischen Kultur fast schon prototypisch mit Männlichkeit und physischer und mentaler Stärke verbunden. Die Zahl der Boxfilme ist Legion und eine der berühmtesten Figuren der amerikanischen Film- und (Pop-)Kulturgeschichte ist ein Boxer: Rocky. Es überrascht nicht, dass Frauen in Darstellungen dieser Welt meist als passive Beobachterinnen eines atavistischen – männlichen – Rituals erscheinen, wenn überhaupt. Boxfilme mit Frauen als Kämpferinnen sind eine seltene Ausnahme. Umso mehr Aufmerksamkeit verdient der vierfach oscarprämierte Film MILLION DOLLAR BABY, der, obwohl nicht der erste Boxfilm mit einer weiblichen Hauptrolle, sehr schnell zu einem der bekanntesten Boxfilme avancierte.

Der Vortrag diskutiert anhand von Filmausschnitten und mit einem vergleichenden Blick auf die ROCKY-Saga und weiteren amerikanischen Boxfilmen die Konstruktion von Geschlechterrollen und Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit in Hinblick auf den Boxsport.

Do 11.12., 20:15 | Universität Freiburg, Kollegiengebäude III, HS 3042

MILLION DOLLAR BABY

Regie: Clint Eastwood mit Clint Eastwood, Hilary Swank, Morgan Freeman, Jay Baruchel | USA 2004 | OmU | 132 Min. |

Maggie hat es nie leicht gehabt, aber sie besitzt etwas, was die wenigsten je erreichen: Sie weiß, was sie will, und sie geht jedes Risiko ein, um es zu bekommen. Mehr als alles andere wünscht sie sich, dass jemand an sie glaubt. Aber gerade diese Verantwortung lehnt Frankie strikt ab – vom Risiko ganz zu schweigen. Er redet nicht um den heißen Brei herum: Maggie ist schon zu alt, und außerdem trainiert Frankie keine Frauen. Doch weil sie keine Wahl hat, lässt sie sich von seiner Ablehnung nicht abschrecken. Maggie ist nicht bereit, ihren Traum aufzugeben, vielleicht kann sie es einfach nicht. Jedenfalls trainiert sie täglich bis zum Umfallen, wobei nur Scrap ihr Mut macht. Schließlich lässt Frankie sich von ihrer Hartnäckigkeit erweichen und erklärt sich widerstrebend bereit, sie unter seine Fittiche zu nehmen. Während die beiden sich abwechselnd anfeuern oder zur Weißglut bringen, merken sie, dass sie aus dem selben Holz geschnitzt sind: Es gelingt ihnen, die schmerzliche Vergangenheit hinter sich zu lassen, und im Team wachsen sie endlich zu der Familie zusammen, die beide seit langem vermissen. Noch ahnen sie nicht, dass ihnen ein Kampf bevorsteht, der mehr Konzentration und Mut von ihnen verlangt, als sie sich vorstellen können.

Fr 12.12., 19:30, Einführung: Dr. Rüdiger Heinze | So 14.12., 21:30 | Di 16.12., 21:30

ROCKY

Regie: John G. Avildsen, Buch: Sylvester Stallone, Kamera: James Crabe, mit Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young, Burgess Meredith, Carl Weathers, Thayer David
| USA 1976 | DF | 118 Min. |

Rocky war 1976 ein überraschender Kassenschlager und machte den bis dahin unbekannten Drehbuchautor und Action-Schauspieler Sylvester Stallone weltberühmt. Der Film konnte eine ganze Reihe, bestehend aus sechs Folgen, begründen. Rocky erzählt die Geschichte vom außergewöhnlichen Aufstieg des gleichnamigen Protagonisten, dem es durch seinen unerschütterlichen Glauben an Erfolg gelingt, sich vom lebenden Hobbyboxer zum Profiboxer zu mausern. Eine klassische Biografie im Sinne des American Dream.

Die geplante Filmeinführung soll die in Rocky vorgeführten Verschränkungen von Männlichkeit, Nationalität, Klasse und »race« im Kontext des amerikanischen Boxsports näher beleuchten und kritisch befragen.

Do 18.12., 19:30, Einführung: Franziska Bergmann | So 21.12., 21:30 | Di 23.12., 21:30