kino avantgarde

MEILENSTEIN DES AVANTGARDE-FILMS

WAVELENGTH

| USA 1967 | 45 Min. | Regie: Michael Snow |

 

WVLNT (WAVELENGTH FOR THOSE WHO DON‘T HAVE THE TIME)

| Kanada 2003 | 15 Min. | Regie: Michael Snow |

Michael Snow – ursprünglich Musiker, Maler und Bildhauer – revolutionierte die internationale Avantgardefilm-Szene wie kaum ein anderer mit seinem Film WAVELENGTH.

Mit WAVELENGTH schuf er einen der wesentlichen Beiträge zum strukturellen Film, einer Filmrichtung, die Ende der 60er in den USA und Europa ihren Anfang nahm. Zentrales Anliegen des strukturellen Films ist es, visuelle Gestaltungsmöglichkeiten des Filmmaterials (bzw. filmischer Strukturen) auszuloten, und diese losgelöst von narrativen Zusammenhängen einzusetzen. Letztlich also die konsequente Vermeidung, Wirklichkeit in irgendeiner Form zu reproduzieren. Formalästhetischging Michael Snow mit WAVELENGTH einen neuen Weg in der Verklammerung des formalen Prinzips der Kamerafahrt, das den Film ausschließlich zu bestimmen scheint, mit Rest-Elementen der Realität: Personen laufen durchs Bild, offenbar wird in dem Raum ein Mensch umgebracht, wir sehen durch die Fenster auf die Straße. Begleitet wird dies auf der Tonebene – neben gelegentlichem Originalton – durch einen stetig ansteigenden Sinuston.

Ergänzend zu diesem Meilenstein des Avantgarde-Films zeigen wir noch die »Kurzfassung« WVLNT, die Michael Snow 2003 aus dem Originalfilm komprimierte: Snow teilte die 45 Minuten Film in drei gleiche Teile auf und legte diese anschließend übereinander. So entsteht der Eindruck, es mit mehreren Ebenen von Spiegelwelten zu tun zu haben – ein neues filmisches Experiment trotz »gleichen« Filmmaterials.

Di 16.12., 19:30, Einführung: Telemach Wiesinger