AUSNAHMEZUSTAND: »VERRÜCKT NACH LEBEN«

11.10.–19.10.2008

Im Rahmen des bundesweiten Filmfestivals AUSNAHME|ZUSTAND werden im Kommunalen Kino drei ausgewählte, internationale Filme zu psychischen Erkrankungen gezeigt und im Anschluss in der Galerie mit ExpertInnen diskutiert. Ziel ist es, die Öffentlichkeit über psychische Erkrankungen, den Umgang mit ihnen und mit deren Folgen aufzuklären.Das Festival wird am 14.10. um 19:30 Uhr von Bürgermeister Ulrich von Kirchbach eröffnet.

In Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Kultur, Jugend und Soziales der Stadt Freiburg und dem Arbeitskreis Sozialpsychiatrische Hilfen im Rahmen der Freiburger Informationstage zum Welttag für seelische Gesundheit 2008.

www.ausnahmezustand-filmfest.de

ÜBERGESCHNAPPT | LEBENSZEICHEN | RECOVERY – WIE DIE SEELE GESUNDET

ÜBERGESCHNAPPT

Regie: Martin Koolhoven
| Niederlande 2005 | DF | 81 Min. | ab 8 Jahren |

Was macht man, wenn man eine Mutter hat, die viel verrücktere Ideen hat als man selbst? Die einen im Pyjama von der Schule abholt, fünf Eisbecher auf einmal bestellt und glaubt, dass man Elefanten einfach so im Garten halten kann?

Normalerweise lässt sich die neunjährige Bonnie durch all das kaum aus der Ruhe bringen. Ihre Mutter Lis ist eben so, wie sie ist. Das ist zwar manchmal ganz schön anstrengend, aber trotzdem würde Bonnie niemals tauschen. Und zum Glück gibt es ja noch die Oma, die immer für Bonnie da ist. Auch an schlechten Tagen, wenn Bonnies Mutter sich im Bett verkriecht und sich weigert, jemals wieder aufzustehen. Als die Oma bei einem Unfall stirbt, sind Bonnie und ihre Mutter plötzlich auf sich allein gestellt. Obwohl sich beide wirklich Mühe geben, laufen die Dinge immer wieder aus dem Ruder... Schließlich ergreift Bonnie die Initiative. Mit viel Einfallsreichtum gelingt es ihr, das Jugendamt als auch ihre manisch-depressive Mutter davon zu überzeugen, dass sie die schwierige Situation gemeinsam meistern können.

Sa 11.10., 15:30 | Fr 17.10., 17:00, Diskussion mit Helga Dilger, MAKS | Sa 18.10., 15:30

LEBENSZEICHEN

Regie: Medienprojekt Wuppertal
| Deutschland 2008 | 100 Min. |

Was bringt junge Menschen dazu, sich mit Rasierklingen, Scherben oder Messern selbst zu verletzen? Die Gründe sind vielfältig. Die Schnitte, die sich vor allem Mädchen und junge Frauen zufügen, sind ein Sinnbild für große innere Not. Eine Not, für die sie häufig kein anderes Ventil finden, als die Gewalt gegen sich selbst.

LEBENSZEICHEN begleitet fünf Frauen im Alter von 16 bis 20 Jahren aus unterschiedlichen sozialen Schichten auf ihrem Weg aus diesem Teufelskreis. Eindringlich beschreiben sie, wie schwierig es für sie ist, der Sucht nach Selbstverletzung zu widerstehen. Offen sprechen sie über ihre seelischen Krisen, schildern ihre Ängste und versuchen, sich immer wieder selbst zu hinterfragen, um ihr Verhalten zu verstehen.

Entstanden ist der Film im Medienprojekt Wuppertal, wo junge Menschen selbst vor und hinter der Kamera stehen. Sie nehmen einen mit, in ihre auf den ersten Blick, kaum einfühlbare Welt.

Di 14.10., 19:30, Eröffnung und Begrüßung durch Bürgermeister Ulrich von Kirchbach – anschließend Filmgespräch und Diskussion mit Thomas Lutter, Zentrum für Psychiatrie EM | Sa 18.10., 21:30

RECOVERY – WIE DIE SEELE GESUNDET

Regie: Dieter Gränicher
| Schweiz 2008 | 70 Min. |

Wie wird man nach einer psychischen Erkrankung wieder gesund? Welche verschiedenen Wege führen zurück ins Leben? Und wie lebt man mit dem Wissen um die eigene psychische Verletzlichkeit?

In RECOVERY – WIE DIE SEELE GESUNDET erzählen vier betroffene Frauen und Männer ihre Geschichte. Jeder von Ihnen hat schon eine schwere psychische Krankheit erlebt und war in psychiatrischer Behandlung. Trotz unterschiedlichster Diagnosen verbindet sie eine zentrale Erfahrung: Sie alle haben die Hoffnung nicht aufgegeben und sind wieder gesundet, obwohl der Weg, den sie zurücklegen mussten, nicht einfach war.

Dieter Gränichers Film zeigt klar: Eine psychische Krankheit ist kein Grund, die Hoffnung aufzugeben. Gleich wie die Diagnose lautet, Gesundung ist möglich! Eine sensible und mitreißende Dokumentation – ein Film, der Mut macht!

Do 16.10., 19:30, anschließend Diskussion mit Dietrich Borchardt, Sozialpsychiatrischer Dienst | So 19.10., 17:30