MITTWOCHSKINO

FLAME | ERDE UND ASCHE | DAS FRÄULEIN

FLAME

Buch und Regie: Ingrid Sinclair mit Marian Kunonga, Ulla Mahaka, Norman Madowo
| Zimbabwe 1996 | OmU | 90 Min. |

Im Bürgerkrieg gegen das Regime von Ian Smith versorgt die junge Florence im Busch versteckte Soldaten der Guerilla mit Essen. Als ihr Vater denunziert und verhaftet wird, beschließt Florence, sich mit ihrer Freundin Nyasha der Guerilla anzuschließen. Die beiden Frauen nehmen die Decknamen »Flame« und »Liberty« an und müssen sich in der von Männern dominierten Befreiungsarmee erst durchsetzen. Als der Krieg vorbei ist, stellen sie jedoch fest, dass die hart erkämpfte politische Unabhängigkeit des Landes vor allem den Männern nützt und nur wenige ihrer eigenen Hoffnungen sich erfüllen. Flame und ihre Freundin müssen den Kampf für ihre persönliche Freiheit und die Rechte der Frauen weiterführen...

Der authentische Film, der auf Interviews der Regisseurin mit ehemaligen Kämpferinnen beruht, löste in Zimbabwe große politische Kontroversen aus. Die Polizei beschlagnahmte das Filmmaterial wegen des Verdachts »subversiver Informationen und pornographischer Szenen«. Der Verband der Kriegsveteranen forderte ein Verbot, weil der Film ein falsches Bild von der Stellung der Frauen in der Befreiungsarmee zeige.

Mi 03.09., 19:30 | So 07.09., 21:30

ERDE UND ASCHE

KHÂKESTAR-O-KHÂK

Regie: Atiq Rahimi Buch: Kambozia Partovi, Atiq Rahimi Kamera: Éric Guichard mit Abdul Ghani, Jawan Mard Homa Youn, Walli Tallosh, Guilda Chahverdi
| Afghanistan/Frankreich 2004 | OmU | 97 Min. |

Ein alter Mann und sein fünfjähriger Enkel warten an einer staubigen Kreuzug irgendwo in der menschenleeren Weite Afghanistans auf eine Mitfahrgelegenheit. Hinter ihnen liegt das Grauen, die Bombardierung ihres Dorfes, bei der die übrige Familie ums Leben kam – mit Ausnahme des Vaters, der nicht im Dorf war, weil er im Kohlebergbau arbeitet. Ihn wollen Großvater und Enkel in der Mine besuchen, um ihm die Todesnachricht zu überbringen. Im bewegenden Schicksal einer Familie werden die Schrecken des Krieges beschrieben, aber auch – zuweilen mit einem sehr grimmigem Humor – die Solidarität und der Überlebenswille der Opfer.

Mi 10.09., 19:30

DAS FRÄULEIN

Regie: Andrea Štaka mit Mirjana Karanovic, Marija Škaricic, Ljubica Jovic
| Schweiz/Deutschland 2006 | OmU | 81 Min. |

In der Hoffnung auf ein neues und besseres Leben kam Ruža als junge Frau in die Schweiz. 25 Jahre später scheint sie am Ziel ihrer Wünsche: Sie besitzt eine Betriebskantine in Zürich. Auch Mila arbeitet in der Kantine und spart für die Rückkehr in die Heimat. Ruža legt großen Wert auf ein klar strukturiertes Leben, sowohl im Beruf wie auch in ihrem Privatleben. Als die 22-jährige Ana auftaucht und anfängt in der Kantine zu arbeiten, verändert sich Ružas Leben. Sie fühlt sich in ihrer Routine von Anas Impulsivität und Direktheit gestört, gleichzeitig zieht die Lebensfreude der jungen Frau sie an: Ruža öffnet sich langsam, während Ana ein Geheimnis hat, dem sie sich selbst nicht stellen will.

DAS FRÄULEIN erzählt von drei eigenwilligen Frauen unterschiedlicher Generationen und deren Lebenswege sich über einen kurzen Zeitraum kreuzen. Gemeinsam ist ihnen nur die alte Heimat: die Serbin Ruža aus Belgrad, die Bosnierin Ana aus Sarajevo und die Kroatin Mila aus einem kleinen Ort an der Adria. Es ist die Geschichte einer zaghaften Freundschaft, die Regisseurin Andrea Štaka mit starken Gefühlen und leisem Humor verbindet.

Mi 17.09., 19:30 | Do 18.09., 21:30