ALPENMUSIK

Den Auftritt Erika Stuckys am 18. September im E-Werk innerhalb des Jazz-Festival Freiburg nehmen wir zum Anlass, HEIMATKLÄNGE zu zeigen. Zusammen mit ihm stehen zwei weitere Filme aus der Schweiz für ein Phänomen: Den Aufbruch alpenländischer Musik und Instrumente quer über die Welt und durch die Musikstile...

TRÜMPI | DAS ALPHORN | HEIMATKLÄNGE

TRÜMPI

Buch und Regie: Iwan Schumacher Kamera: Otmar Schmid Schnitt: Anja Bombelli Musik: Anton Bruhin, Markus Flückiger, Spiridon Shishigin, Fedora Gogoleva, Tadagawa Leo, Makigami Koichi
| Schweiz 1999 | 71 Min. |

TRÜMPI ist ein exotischer Roadmovie mit dem Maultrommel-Virtuosen Anton Bruhin. Der Film folgt dem Klang dieses uralten und winzigen Instruments auf eine musikalische Reise ohne Worte: Von Bruhins Wohnung an der Zollstrasse im Zürcher Industriequartier geht‘s auf den Stoos im Kanton Schwyz und von dort über die Steppen Sibiriens bis nach Japan ins pulsierende Großtadtleben von Tokio. Auf seinem Trümpi – so heißt das Instrument auf Schweizerdeutsch – pflegt Bruhin die Tradition, experimentiert und sucht nach neuen Tönen. Er grenzt kaum eine Musikform aus, bewegt sich zwischen Avantgarde- und Volksmusik und schlägt so Brücken zwischen Stadt und Land, zwischen östlichen und westlichen Kulturen.

Di 02.09., 19:30 | So 14.09., 19:30

DAS ALPHORN

Buch und Regie: Stefan Schwietert Kamera: Pio Corradi Schnitt: Isabel Meier Musik: Hans-Jürg Sommer, Balthasar Streiff, Hans Kennel, Mytha, Hornroh, Schönbächler Sisters
| Deutschland/Schweiz 2003 | 76 Min. |

Das Alphorn wird nicht in erster Linie als Musikinstrument wahrgenommen, sondern in seiner identitätsstiftenden Rolle für »Alpenkultur, Käse und uraltes, unverfälschtes Brauchtum« der Hirtenvölker. Das Alphorn gehört in die Berge hinein. Als der in Basel lebende Glarner Musiker Balthasar Streiff vor Jahren die Trompete weglegte und sich fast ausschließlich mit dem Alphorn beschäftigte, wurde er von seinen Freunden erst einmal milde belächelt. Das Alphorn wurde noch immer als Symbol der »Schweizermacher« und Tourismusverkäufer angesehen, dem sich im besten Fall ein paar schöne, aber musikalisch beschränkte »Kuhreihen« entlocken ließen.

Der Film zeigt mit viel Humor, wie schwer der ideologische Ballast dem geplagten Instrument noch anhängt, wie erstaunlich vielfältig und mitreißend gleichzeitig seine musikalischen Möglichkeiten sind. Eine musikalische Reise von den wilden »Büchelsätzli« der Innerschweiz, über wunderschöne traditionelle Alphornmelodien aus der Feder des zeitgenössischen Komponisten Hans-Jürg Sommer, den bombastischen Klangtürmen der Gruppe »hornroh« in Bahnhöfen und Autobahnunterführungen, bis zu den experimentellen Klangcollagen des Minimal-Musikers Moondog, die der innerschweizer Jazzmusiker Hans Kennel mit 16 Alphörnern aufführt

Do 04.09., 21:30 | Do 18.09., 19:30

HEIMATKLÄNGE

Buch und Regie: Stefan Schwietert Kamera: Pio Corradi Schnitt: Stephan Krumbiegel Musik: Erika Stucky, Noldi Alder, Christian Zehnder, Sina, Stimmhorn, Huun Huur Tu
| Schweiz 2007 | 80 Min. |

Was hat Babygeschrei mit dem Echo eines Jodlers im Gebirge gemeinsam? Was der Kopfton eines tuvinischen Nomaden mit der Bühnenshow eines Vokalartisten? Die Antwort lautet: DIE STIMME.

Auf dem Hintergrund trutziger Alp- und moderner Stadtlandschaften dringt HEIMATKLÄNGE in die wundersamen Stimmwelten von drei exzeptionellen Schweizer Stimm-Artisten ein (darunter Erika Stucky: am Do. 18.09., live im Freiburger E-Werk). Der Klangkosmos der Musiker reicht weit über das hinaus, was wir als Gesang bezeichnen würden. Er ist Teil eines zukunftsweisenden Aufbruchs der alpenländischen Vokalkunst. In ihren experimentierfreudigen Auseinandersetzungen mit heimischen und fremden Traditionen wird die Bergwelt mit ihren mächtigen Naturschauspielen ebenso zur Bühne, wie die Landschaften und Geräuschkulissen der modernen Lebenswelten.

Fr 12.09., 19:30 | Di 16.09., 19:30 | Fr 19.09., 21:30