MITTWOCHSKINO: AFRIKA

VÖGEL DES HIMMELS | CONGO RIVER | LE PRIX DU PARDON | BAB‘AZIZ

VÖGEL DES HIMMELS

LES OISEAUX DU CIEL

Regie und Buch: Eliane de Latour Kamera: Renaud Chassaing mit Fraser James, Djédjé Apali, Marie-Josée Croze, Sara Martins, Lucien Jean-Baptiste
| Frankreich/Großbritannien 2005 | OmU | 113 Min. |

Shad und Otho sind Freunde und verlassen die Elfenbeinküste, um in Europa ihr Glück zu machen. Wie einst die Krieger in den Mythen ihrer Vorfahren hoffen sie, als strahlende Helden zurückzukehren. In Spanien betreiben sie einen Taxidienst für illegale Einwanderer. Bei einer Feier am Strand taucht unerwartet die Polizei auf. Shad kann entkommen, Otho wird festgenommen und abgeschoben. Zuhause gilt er als Versager, weil er es nicht geschafft hat, seine Familie aus dem verheißungsvollen Norden zu versorgen. Und Shad muss feststellen, dass Europa nicht das Paradies ist. Er lernt Tango kennen, die ihn mit nach Paris nimmt, wo ihre Familie eine Friseurkette besitzt. Shad macht sich unbeliebt innerhalb der Community der afrikanischen Einwanderer, es kommt zu lebensgefährlichen Verwicklungen. In dem komplexen Sozialporträt ist Geld nicht nur ein wiederkehrendes visuelles Motiv, sondern auch in den Dialogen ein allgegenwärtiges Thema, von dem alles und jeder abhängig ist. Im Begleitprogramm der Inszenierung von Das Ewige Lied von Samuel A. Wilsi im E-Werk, die dort vom 30.05. an zu sehen sein wird.

Mi 04.06., 19:30 | So 08.06., 17:30

Congo River

CONGO RIVER

Buch und Regie: Thierry Michel Kamera: Michel Techy Musik: Lokua Kanza
| Belgien/Frankreich 2006 | OmU | 116 Min. |

Eine faszinierende filmische Reise von der Mündung bis zur Quelle des Kongo. Auf dieser Reise durchlebt man die ganze Vielfalt der Flusslandschaft: von der Tsetse-Fliege bis zu den Gewitterausbrüchen, von den patriotischen Gesängen der Soldaten in ihren Einbäumen über die Mai-Mai-Krieger bis zum nicht fertig gebauten Schloss des Ex-Diktators Mobutu, dessen sich der Wald bemächtigt.

Die Mythologie des Flusses wird ebenso enthüllt wie die legendären Gestalten, die im Herzen Afrikas Geschichte geschrieben haben sollen. Aber auch das Leben auf dem Schiff wird facettenreich ins Bild gesetzt. Ganz allmählich entsteht ein Bild des Kongo, bei dem die Schiffbrüchigen eine Ahnung vom Ausmaß der menschlichen Tragödien vermitteln, die sich dort abspielen. Doch wenn die Reisenden die Stromschnellen über Land umgehen und dort auf Männer treffen, die im Schweiße ihres Angesichts und ohne Bezahlung eine 125 Kilometer lange Eisenbahnstrecke ausbessern, vermittelt sich auch ein Zeichen von Hoffnung und ein Gefühl für die Kraft eines Volkes, das seine Zukunft wieder in die eigenen Hände nimmt.

Mi 11.06., 19:30

Le prix du pardon

LE PRIX DU PARDON

NDEYSAAN

Buch und Regie: Mansour Sora Wade Kamera: Pierre Olivier Larrieu mit Gora Seck, Rokhaya Niang, Hubert Kounde, James Campbell
| Senegal 2001 | OmU | 90 Min. |

Die Lebu, ein kleines Fischervolk, leben an der südlichen Atlantikküste des Senegal. Das Meer ist alles, was sie zum Leben brauchen. Nachdem sich allerdings ein dichter, nicht mehr weichender Nebel über das Wasser legt und damit die Arbeit der Fischer behindert wird, herrscht im Dorf große Unruhe. Als selbst die Gebete des krankheitsgeschwächten Marabut die existenzielle Bedrohung nicht beseitigen können stellt sich dessen Sohn Mbanik dem Fluch der Geister entgegen. Diese mutige Tat bringt die Sonne zurück ins Dorf und sichert ihm die Liebe der schönsten Frau im Dorf, Maxoy. Da auch sein Freund Yatma in die attraktive Maxoy verliebt ist, kommt es bald zu gewaltsamen Auseinandersetzungen der beiden jungen Männer, wobei der mutige Mbanik einen hohen Preis zahlt.

LE PRIX DU PARDON verbindet menschliche Motive wie Neid, Stolz oder Vergebung mit einer eigenwilligen Bildersprache von grandioser Farbenpracht und besticht durch eine rundweg geglückte Musikauswahl des bekanntesten Meisters des afrikanischen Ethnopop, Wasis Diop. Gewinner des Publikumspreises beim Internationalen Festival von Fribourg.

Mi 18.06., 19:30 | So 22.06., 21:30

Bab‘Aziz

BAB‘AZIZ

DER TANZ DES WINDES

Buch und Regie: Nacer Khemir Kamera: Mahmoud Kalari mit Parviz Shaminkou, Maryam Hamid, Hossein Panahi
| Tunesien/Iran/F/D 2003 | OmU | 98 Min. |

»BAB‘AZIZ präsentiert einen friedfertigen, vom mythischen Erbe des Sufismus geprägten Islam, nach dem es so viele Wege zu Gott gibt wie Menschen auf diesem Planeten leben. Kein Plädoyer, das eine Botschaft behauptet, sondern ein Expeditionsbericht aus der Wüste, der ganz auf die Magie der Bilder setzt, der alle Diktate des cineastischen Mainstream ignoriert, der im Sog seiner meditativen Konzentration den Zuschauer fordert. Nacer Khemir ist hier ein eigenwilliger, ein großer Film gelungen.«
(Hartmut Buchholz, Badische Zeitung vom 18.03.08)

Mi 18.06., 21:30 | Sa 21.06., 19:30 | So 22.06., 19:30 | Mi 25.06., 19:30