MITTWOCHSKINO

DAS REISFELD | MUSIK DER WELT | MAHALEO | OS 2 FILHOS DE FRANCISCO

Das Reisfeld

DAS REISFELD

NEAK SRE

Regie: Rithy Panh
| Kambodscha/F/CH/D 1994 | OmU | 125 Min. |

Im Zyklus von Aussaat, Wachstum, Reife und Ernte wird die Geschichte einer kambodschanischen Bauernfamilie erzählt. Das Leben der Familie ist geprägt durch Schicksalsschläge, die es zu bewältigen gilt und die die Familie zusammenwachsen lassen. Rithy Panh – der weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannte kambodschanische Regisseur – erlebte als Elfjähriger den Einmarsch der Roten Khmer und floh später aus einem »Umerziehungslager« nach Frankreich. Über sein Filmdebüt meint er: »Mein Film ist die Suche nach meinen kulturellen Wurzeln, eine Rückkehr auf die heimatliche Erde. Nach all dem, was mit unseren Reisfeldern geschehen ist, wissen unsere Kinder heute nicht mehr, dass der Reis nicht nur die Grundlage ihrer Nahrung, sondern auch unserer Kultur darstellt. Für sie kommt der Reis von den Lastwagen der UNO.«

Mi 02.04., 19:30 | Fr 04.04., 21:30

MUSIK DER WELT

Angesichts der sich global ausbreitenden Dominanz der anglo-amerikanischen Musik gerät zunehmend in Vergessenheit, dass fast jede Kultur unserer Erde ihre ureigene Musikkultur hat. Der Blick in die unterschiedlichen Regionen der Welt offenbart eine ungeahnte Vielfalt. Doch nicht nur die mannigfaltigen musikalischen Ausprägungen bestechen sondern auch die ganz unterschiedlichen Formen, derer sich Menschen im Umgang mit Musik bedienen. Neben dem Aspekt der Unterhaltung und Zerstreuung mit den damit verbundenen gemeinschaftsdienlichen Aufgaben hat die Musik auch eine fast revolutionär zu nennende Funktion im Kampf gegen die Ungerechtigkeit und dient vielen, in ärmlichen Verhältnissen lebenden Menschen, als Hoffnungsanker, um sich innerhalb der Gesellschaft relativ schnell aus der Slum-Umklammerung befreien zu können.

Um diese Aspekte stärker in den Blick zu rücken, setzt das Kommunale Kino Freiburg die im März mit El Acordeón del Diablo begonnene Mittwochskino-Reihe fort und gibt nun Einblick in das musikalische Leben in Madagaskar (Mahaleo) sowie in Brasilien (OS 2 FILHOS).

Mahaleo

MAHALEO

MAHALEO

Regie: Cesar Paes, Raymond Rajaonarivelo
| Madagaskar 2005 | OmU | 98 Min. |

Die Band Mahaleo (übersetzt: Freiheit, Unabhängigkeit) ist 1972 mit ihrer Musik zum Anführer der Bewegung gegen den neokolonialen Präsidenten Tsiranana geworden. Seither sind sie die populärste Band Madagaskars. Zu ihren Konzerten kommen Tausende. Ihre kritischen Lieder begleiten und reflektieren seit dreißig Jahren den Gang der Ereignisse auf der im Indischen Ozean gelegenen Insel. Ihre engagierten madagassischen Texte handeln von Protest, Lohnforderungen, Liebe, Freundschaft und vom Stolz darauf, Madagasse zu sein. Die Band prägt mit ihrer Musik das Bewusstsein und Leben in Madagaskar. Um die »Bodenhaftung« nicht zu verlieren, gehen die Bandmitglieder bis heute ganz gewöhnlichen Berufen nach.

Parallel zu den Liedern Mahaleos folgt dieser preisgekrönte Film den Bandmitgliedern bei ihrer Arbeit, verdeutlicht mit Archivbildern die Liedtexte und macht sich auf eine Reise durch das Land und in das Leben seiner BewohnerInnen, zeigt die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Madagaskars.

Mi 09.04., 19:30

OS 2 FILHOS DE FRANCISCO

DIE ZWEI SÖHNE FRANCISCOS – DIE GESCHICHTE VON ZEZÉ DI CAMARGO UND LUCIANO

Regie: Brena Silveira
| Brasilien 2005 | OmeU | 127 Min. |

Die Handlung dieses Spielfilms setzt 1962 ein, als der ehrgeizige Vater Francisco di Camargo, selbst nur ein einfacher Landarbeiter im zentralbrasilianischen Goiás, beschließt, dass zwei seiner Söhne der Armut entfliehen sollen. Die beiden Jungen, Zezé and Luciano, sollen das scheinbar Unmögliche verwirklichen und ein berühmtes Musikerduo werden. Dass die Wege zum Erfolg nicht geradlinig verlaufen, zeigt auch diese berührende Geschichte, in Brasilien der größte Kino-Kassenschlager der letzten 25 Jahren. Am Ende dieses Spielfilms überrascht uns der Regisseur mit Clips von wirklichen Auftritten des inzwischen überaus erfolgreichen Sängerduos und deren Vater.

Mi 16.04., 19:30