»MEIN KAMPF«

BEGLEITPROGRAMM ZUR INSZENIERUNG IM E-WERK

Vom 28.03. bis 19.04. zeigt das E-Werk Georg Taboris Theaterstück Mein Kampf in einer Inszenierung des israelischen Regisseurs Avishai Milstein. In Taboris böser Farce treffen Adolf Hitler und Theodor Herzl im Wiener Obdachlosenheim aufeinander. Das Kommunale Kino zeigt im Begleitprogramm zwei Filme, die auf eigenwillige Art und Weise Theater/Schauspiel und Holocaust verbinden.

Spieltermine, nähere Informationen zu Inszenierung und weiteren Veranstaltungen des Begleitprogramms unter www.e-werk-freiburg.de

ZUG DES LEBENS | GHETTO

ZUG DES LEBENS

TRAIN DE VIE

Regie: Radu Mihaileanu, Kamera: Giorgos Avanitis, Musik: Goran Bregovic, mit Lionel Abelanski, Clément Harari, Michel Müller, Agathe de la Fontaine, Johan Leysen
| Frankreich/Rumänien 1998 | OmU | 102 Min. |

Ein kleines jüdisches Schtetl im Osten Europas 1941. Schlomo, der Dorfnarr, überbringt schlechte Nachrichten, und noch am selben Abend beruft der Rabbi den Rat der Weisen ein. Schlomo hat die rettende Idee: Um der Deportation durch die Nazitruppen zuvor zu kommen, beschließen die Dorfbewohner, sich selbst zu deportieren und vor den Deutschen über Russland ins gelobte Land, nach Palästina zu fliehen. Ein maroder Güterzug wird gekauft, einigen wird eine Naziuniform geschneidert und akzentfreies Deutsch beigebracht, und eines Nachts beginnt die Irrfahrt.

»Es ist Zeit, in einem neuen Stil über die Shoah zu sprechen. Viele haben vor allem den Tod gezeigt. Ich zeige das Leben, dass da getötet wurde... Die unsichtbare Kette, die uns Juden selbst durch Jahrhun-derte miteinander verbindet, ist eine Mischung aus Religion, Humor und ständiger Tragödie, die wir gelebt, aber nicht gewählt haben. Die Tragödie und ihr Heilmittel: der Humor. Das ist unsere Kultur. Man lacht nicht über ein tragisches Ereignis. Man lacht, um zu überleben. Das ist wie eine Therapie und macht einen Teil unserer Natur aus.« (Radu Mihaileanu)

Sa 05.04., 21:30 | So 06.04., 19:30 | Do 17.04., 21:30

Ghetto

GHETTO

GETAS

Regie: Audrius Juzenas, Buch: Joshua Sobol, nach seinem Schauspiel »Ghetto«, Kamera: Andreas Höfer, mit Heino Ferch, Sebastian Hülk, Erika Marozsán, Vytautas Sapranauskas
| Litauen 2005 | DF | 106 Min. |

»Ghetto«, das Bühnenstück des litauischen Autors Joshua Sobol, war nicht zuletzt dank seiner musikalischen Zwischenspiele ein Welterfolg. Auch sie sind in dieser Verfilmung enthalten, für die Sobol seinen Dramentext umgearbeitet hat. Wie das Stück basiert auch der Film auf Begebenheiten, die sich 1942/43 während der NS-Okkupation in Vilna zutrugen. Der 22-jährige Nazi-Offizier Kittel, ein ebenso kunstbeflissener wie grausamer Mann, hat die Gewalt über eines der größten jüdischen Ghettos in Europa. Als er eine Gruppe jüdischer Schauspieler, darunter die berühmte Sängerin Haya, entdeckt, befiehlt er ihnen, ein Theater aufzumachen. Kittel findet großen Gefallen an der Truppe, obwohl sie durchaus kritisch-subversive Stücke aufführt. Als er 1943 den Befehl bekommt, das Ghetto vor dem Rückzug der deutschen Truppen »auszulöschen«, appellieren Haya und der jüdische Vorsteher Gens an das Gewissen der Nazi-Schergen. In Litauen gedreht, ist GHETTO Teil des nationalen litauischen Holocaust-Gedächtnisses.

Di 08.04., 19:30 | Mi 10.04., 21:30 | So 20.04., 17:30