CINELATINO

Cinelatino 2008

FESTIVAL DES LATEINAMERIKANISCHEN FILMS 23.–30.04.

» Spannendes, berührendes, bildgewaltiges Kino aus Latein-amerika zeigen wir vom 23.04. bis 30.04. Bereits zum 15. Mal findet Cinelatino statt. 1992, als das Festival mit einer kleinen Filmreihe begann, war das lateinamerikanische Kino in Deutschland und auch in Europa nahezu unbekannt. Das Festival leistete wichtige, schwierige Aufbauarbeit. Mittlerweile boomt der lateinamerikanische Film weltweit und Cinelatino hat sich als wichtigstes Forum des Lateinamerikanischen Film in Deutschland etabliert.

Länderschwerpunkt 2008 ist Peru: Neben zwei Dokumentarfilmen zeigen wir mit MARIPOSA NEGRA den neusten Film des wohl bedeutendsten peruanischen Regisseurs Francisco Lombardi und freuen uns, dass mit Judith Vélez eine Regisseurin einer neuen, jungen Generation von FilmemacherInnen ihr Spielfilmdebut LA PRUEBA in Freiburg vorstellen wird.

Ausführliche Informationen zu den Filmen gibt es ab Mitte April in der ausführlichen Programmbroschüre, auf der Internetseite des kommunalen Kinos oder unter:

www.filmtage-tuebingen.de/latino/

LA PRUEBA | A CASA DE ALICE | MATAR A TODOS | QUÉ TAN LEJOS | STRANDED OR I’VE COME FROM A PLANE THAT CRASHED IN THE MOUNTAINS | LOS LADRONES VIEJOS | MARIPOSA NEGRA | CLEOPATRA | MEXIKANISCHE KURZFILME | TAMBOGRANDE | LA SANGRE ILUMINADA | POR SUS PROPIOS OJOS | LAS NIÑAS | SUEÑOS LEJANOS

La Prueba

LA PRUEBA

DIE PRÜFUNG

 

| Regie: Judith Vélez | Buch: Susan Rojas | Kamera: Ricardo Rodriguez | Schnitt: Roberto Benavides | Ton: Rosa Maria Oliart, Edgard Lostanau | Musik: Antonio Gervasoni | mit Jimena Lindo, Gianfranco Brero, Pietro Sibille |
| Peru 2005 | OmeU | 100 Min. |

Mirandas Bruder ist schwer krank; um ihn zu retten, muss Miranda ihren Vater finden, da er der Einzige mit dem selben Bluttyp ist. Ihr Vater ist aber vor langer Zeit verschwunden, zuletzt wurde er von Mirandas Tante in Arequipa gesehen. Ohne einen festen Anhaltspunkt und unter enormem Zeitdruck fährt Miranda los in Richtung Arequipa. Sie ist wild dazu entschlossen, ihren Vater irgendwie ausfindig zu machen. Saúl, ein junger Ingenieur begleitet Miranda in eine Gegend, in der sich verfeindete Familienclans gegenseitig bekriegen und wo eigene Gesetze herrschen. In Miranda steigen Erinnerungen an ihre Jugend auf und daran, wie ihre Familie kaputt ging, zeitgleich mit einer auseinanderdriftenden Gesellschaft. Die Ereignisse wandeln Mirandas Vorstellung von dem, was Recht und was Unrecht bedeutet. Und sie härten sie ab für die Begegnung mit ihrem Vater, für den sie eine ungewöhnliche Prüfung vorbereitet hat.
Judith Vélez studierte Kommunikationswissenschaft an der Universität in Lima. Sie drehte Dokumentarfilme in Japan und leitete später eine prämierte Kultursendung. Für ihre Filme wurde sie mehrmals ausgezeichnet. LA PRUEBA ist ihr Spielfilmdebut. Er wurde auf zahlreichen Filmfestivals in aller Welt gezeigt.

Mi 23.04., 19:30, zu Gast: Regisseurin Judith Vélez

A Casa de Alice

A CASA DE ALICE

ZUHAUSE BEI ALICE

| Regie: Chico Texeira | Buch: C. Texeira, Julio Pessoa, Sabina Anzuategui, Marcelo Gomes | Kamera: Mauro Pinheira Jr. (ABC) | Schnitt: Eduardo Santos Mendes | Ton: João Godoy, Eduardo Santos Mendes, José Luiz Sasso | mit Carla Ribas, Vinicius Zinn, Ricardo Vilaça, Felipe Massuia, Berta Zemel, Zécarlos Machado, Renata Zhaneta, Luciano Quirino |
| Brasilien 2006 | OmeU | 90 Min. |

Alice ist 40 Jahre alt und lebt in einem Viertel am Rande von São Paulo. Sie lebt in einem Haus mit ihrer Mutter, Dona Jacira, ihrem Mann, dem Taxifahrer Lindomar und ihren drei Kindern Lucas, Edinho und Junior. Während Dona Jacira die Hausarbeiten erledigt und versucht, ihre Einsamkeit mit ihrer Lieblingsradiosendung auszufüllen, arbeitet Alice in einem Schönheitssalon. Nach zwanzig Jahren Ehe erwartet sie nicht mehr viel von der Beziehung zu ihrem Mann. Als Nilson, ihr früherer Freund, auftaucht, sieht sie in ihm eine Möglichkeit, ihre romantischen Träume zu verwirklichen.
A CASA DE ALICE ist ein erfrischender Blick auf Brasilien. In vielerlei Hinsicht ist es das Portrait einer städtischen Mittelklasse, die es überall auf der Welt gibt. Mit Tiefe und Erfindungsreichtum wird das alltägliche Leben gewöhnlicher Menschen mit ihren menschlichen Gefühlen und Fehlern gezeigt.
A CASA DE ALICE ist Chico Texeiras erster Langspielfilm. Seit 1989 drehte er Dokumentarfilme über die Lebensverhältnisse verschiedener sozialer Randgruppen. Dafür erhielt er mehrere internationale Preise und Einladungen zu Festivals in Japan, den USA und Deutschland.

Do 24.04., 19:30

Matar a todos

MATAR A TODOS

ALLE TÖTEN

|  Regie: Esteban Schroeder  |  Buch: Pablo Vierci, Alejandra Marino, Daniel Henríquez  |  Schnitt: Soledad Salfate  |  Kamera: Sergio Armstrong  |  Musik: Martín Pavlovsky  |  mit Roxana Blanco, Walter Reyno, César Troncoso, María Izquierdo, Darío Grandinetti
| Uruguay/Chile/Argentinien 2007 | OmeU | 97 Min. |

Uruguay, Anfang der 90er Jahre: Im Verlaufe ihrer Ermittlungen im Fall der Entführung des chilenischen Chemikers Eugenio Berríos, der für das Pinochet-Regime Sarin-Gas und andere Gifte produzierte, wird die junge Staatsanwältin Julia Gudari mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert: Selbst Folteropfer, aber Tochter eines ranghohen Militärs und mit einem Bruder, der dieselbe Karriere eingeschlagen hat, muss sie sich entscheiden: Will sie die Wahrheit herausfinden, dafür die schmerzhafte Vergangenheit wiederaufleben lassen und damit unter Umständen Vater und Bruder als Mitverantwortliche entlarven oder lieber schweigen und den Familienfrieden wahren? Der auf wahren Begebenheiten beruhende Politthriller erzählt mit eindringlich beobachtender Kamera, ungewöhnlichen Einstellungen und einer mutigen Heldin von einem dunklen Kapitel der jüngeren südamerikanischen Geschichte. Der Film ist eine Adaption des Romans »99% asesinado« des uruguayischen Schriftstellers Pablo Vierci, der auch am Drehbuch beteiligt war. MATAR A TODOS wurde 2007 auf dem Filmfestival in San Sebastián uraufgeführt.
Der 1956 in Montevideo, Uruguay geborene Esteban Schroeder realisierte über 30 Produktionen als Kameramann, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. 2000 drehte er den Spielfilm EL VIÑEDO. Seit 2002 lebt er in Chile, wo er von 2004-06 die Escuela de Cine der Universität Arcis leitete.

Do 24.04., 21:30, zu Gast: Regisseur Esteban Schroeder

Qué tan lejos

QUÉ TAN LEJOS

WIE WEIT NOCH

| Regie und Buch: Tania Hermida | Kamera: Armando Salazar | Schnitt: Iván Mora Ton: Juan José Luzuriaga | Musik: Hector Napolitano | mit Cecilia Vallejo, Tania Martínez, Pancho Aguirre, Fausto Miño
| Ecuador 2006 | OmeU | 92 Min. |

Zwei junge Frauen sitzen in einem Bus nach Cuenca. Esperanza ist eine Touristin aus Barcelona, deren Ziel es ist, alle touristischen Attraktionen Ecuadors zu sehen. Tristeza lebt in Ecuador und möchte in Cuenca die Heirat ihres Freundes mit einer anderen Frau stoppen. Wegen eines Streiks, der den Verkehr auf unbestimmte Zeit lahm legt, beschließen sie, zusammen per Anhalter oder zu Fuß weiter zu kommen. Sie treffen auf Jesu, der die Asche seiner Großmutter bei sich trägt, um sie nach Cuenca zu überführen. Auf ihrer Reise zu dritt machen sie mit allen möglichen Menschen Bekanntschaft.
So manches wunderliche Erlebnis kommentiert Tristeza achselzuckend mit den Worten: »Wenn du in Ecuador lebst, wundert dich gar nichts mehr.« Und schließlich bewirken ihre Erfahrungen bei beiden eine innere Veränderung. Für die Zuschauer empfiehlt sich der Film schon alleine wegen seinen wunderschönen Landschaftsaufnahmen!
Tania Hermida wurde in Cuenca geboren. Sie graduierte 1991 an der San Antonio de los Baños International Film and TV School in Cuba. Seit 1996 ist sie Filmprofessorin an der San Francisco de Quito Universität und Regisseurin zahlreicher Filme. QUÉ TAN LEJOS gewann Preise u.a. in Montreal, São Paulo, Habana und Austin in Texas.

Fr 25.04., 19:30

Gestrandet...

STRANDED OR I’VE COME FROM A PLANE THAT CRASHED IN THE MOUNTAINS

GESTRANDET ODER ICH KAM VON EINEM FLUGZEUG, DAS IN DEN ANDEN ABSTÜRZTE

| Regie und Buch: Gonzalo Arijon | Kamera: Cesar Charlone, Pablo Zubizarreta | Schnitt: Claudio Hughes, Samuel Lajus, Alice Larry | Ton: Fabián Oliver
| Frankreich/Uruguay 2007 | OmeU | 113 Min. |

Im Oktober 1972 bestieg eine Rugby-Mannschaft aus Uruguay ein Flugzeug, das in den Anden abstürzte. Sechzehn von fünfundvierzig Passagieren überlebten. Schockierende Details des zwei Monate dauernden Überlebens auf dem Gletscher füllten damals die Medien.
Der Regisseur Gonzalo Arijon kannte viele der Überlebenden von Kind auf. Fünfunddreißig Jahre später reisten die Überlebenden für ihn, gemeinsam mit ihren Familien, an den Ort ihres Martyriums, das »Tal der Tränen«, zurück. In STRANDED erzählen sie ihm von ihrer Grenzerfahrung.
Der Film kontrastiert die heutigen Aufnahmen mit historischem Bildmaterial von der Rettung. Entstanden ist eine Studie darüber, was es heißt ein Mensch zu sein. Wie kommt ein Mensch damit zurecht, erst wie durch ein Wunder nach einem Unfall am Leben zu bleiben, dann absolute Tabus menschlichen Denkens und Handelns brechen zu müssen, und schließlich einfach weiter zu leben?
Der Regisseur Gonzalo Arijon, geboren 1956 in Montevideo, Uruguay, lebt seit 1979 in Paris und macht seit fünfzehn Jahren Dokumentarfilme. Zu seinen vielfach prämierten Filmen zählen u.a. LULA: A PROPOSITO DA ESPERANÇA (2005), THE ›DARK SIDE‹ OF MILOSEVIC (2002), RIO DE JANEIRO – A VERTICAL WAR (1999) und POR ESOS OJOS (1998).

Fr 25.04., 21:30

Los Ladrones Viejos

LOS LADRONES VIEJOS

DIE ALTEN DIEBE

| Regie und Buch: Everardo González | Schnitt: Juan Manuel Figueroa | Kamera: Everardo González, Martín Boege, Gerardo Montiel Klingt, Gerardo Montiel | Ton: Matías Barberis, Gabriela Espinoza | Musik: Matías Barberis, Rodrigo Garibay
| Mexiko 2007 | OmeU | 97 Min. |

Ein Dieb zu sein, war im Mexiko der 60er und 70er Jahre mit einem bestimmten Ehren- und Verhaltenskodex verbunden. Regisseur Everardo González lässt vier »ladrones viejos« auf ihr mehr oder weniger erfolgreiches Berufsleben zurückblicken. Sie beschreiben ihre Art zu stehlen (den sogenannten artegio), berichten von der alltäglichen Zusammenarbeit mit der Polizei, von Korruption, Verrat, Foltermethoden. Dabei wird die klassische Unterscheidung zwischen gut und böse, Gesetzeshüter und -brecher gewaltig auf den Kopf gestellt.
Im Mittelpunkt steht der charismatische Efraín Alcaraz Montes de Oca, der als »El Carrizos« in die mexikanische Kriminalgeschichte einging: Er beging seine Einbrüche ohne Gewaltausübung, verletzte keine Menschen und landete einige spektakuläre Coups, u.a. machte 1972 sein Einbruch in die streng bewachte Villa des damaligen Präsidenten Luis Echeverría Schlagzeilen.
LOS LADRONES VIEJOS kombiniert unterhaltsam und fantasievoll ganz unterschiedliche historische Aufnahmen und ist zugleich ein vielschichtiges, intelligentes, kritisches Dokument mexikanischer Zeitgeschichte.
Everardo González, geboren 1971 in México D.F. studierte Soziale Kommunikation, Fotografie und Film. Im Anschluss machte er sich als Regisseur und Kameramann im Rahmen der TV-Reihe MÉXICO NUEVO SIGLO einen Namen. LOS LADRONES VIEJOS wurde beim letztjährigen Guadalajara Filmfestival mit dem Premio Mayahuel ausgezeichnet.

Sa 26.04., 19:30

Mariposa Negra

MARIPOSA NEGRA

SCHWARZER SCHMETTERLING

| Regie und Buch: Francisco Lombardi, nach der Novelle »Grandes Miradas« von Alonso Cueto | Kamera: Paco Belda | Schnitt: Roberto Benavides | Musik: Enric Murillo | mit Melanie Urbina, Magdyel Ugaz |
| Peru 2005 | OmeU | 105 Min. |

Ángela, die als Reporterin für eine Klatschzeitung arbeitet, bekommt den Auftrag, über den plötzlichen Tod eines Richters zu schreiben. Das Erscheinen ihres Artikels bringt sie mit Gabriela, der Verlobten des Toten zusammen. Gabriela ist entsetzt über die Lügen, die in dem Zeitungsartikel verbreitet werden. Sie fordert Ángela dazu auf, ihr bei der Suche nach den Mördern zu helfen und dabei ihre Kontakte als Reporterin zu nutzen. Sie möchte, dass die Wahrheit über ihren Verlobten ans Licht kommt: Er war immer bemüht, in seinen Prozessen das Recht und nicht Geld und Macht entscheiden zu lassen. Beide wissen wie schwer ihr Unterfangen in einem Land ist, das von korrupten Politikern regiert wird und in dem es lebensgefährlich ist, sich mit diesen anzulegen. Doch Gabriela ist hartnäckig und zielstrebig und setzt alles aufs Spiel, um ihren Verlobten zu rächen. Dabei dringt sie immer weiter vor in die von Machenschaften geprägte Welt der Reichen und Mächtigen.
Francisco Lombardi ist der bekannteste Regisseur Perus. Nach seinem Studium der Regie in Peru und Argentinien, arbeitete er als Journalist und Filmkritiker. Er drehte bereits mehrere Kurz- und Spielfilme. MARIPOSA NEGRA ist Teil einer geplanten Trilogie über das Regime Fujimoris.

Sa 26.04., 21:30

Cleopatra

CLEOPATRA

KLEOPATRA

| Regie: Júlio Bressane | Buch: J. Bressane, Rosa Dias | Kamera: Walter Carvalho | Schnitt: Virgínia Flores | Musik: Guilherme Vaz | mit Alessandra Negrini, Muguel Falabella, Bruno Garcia |
| Brasilien 2007 | OmeU | 116 Min. |

Ägypten, einige Jahrzehnte vor Christus. Der ganze Mittelmeerraum ist unter römischer Herrschaft und in Rom sitzen Herrscher wie Julius Caesar, Pompeius und Marcus Antonius. Zur gleichen Zeit erlebt die 300 Jahre alte ptolemäische Herrschaft in Ägypten eine Krise. Die junge Kleopatra kämpft um den Thron und den Erhalt der Dynastie. Zum ersten Mal wird eine der größten weiblichen Mythen der Antike in portugiesischer Sprache verfilmt. Aus Kleopatras Blickwinkel wird der Konflikt zwischen der griechischen und der ägyptischen Welt neu heraufbeschworen. Der Film, eine poetische Collage voller Freiheit und Einfallsreichtum, beschreibt die intimen Gedanken und Wünsche dieser großen und letzten Königin Ägyptens. Sie zeigte Mut und Diplomatie in ihrer Herrschaft und auch in ihrem Privatleben, nicht zuletzt im Umgang mit ihren zwei Geliebten, Julius Caesar und Marcus Antonius.
Júlio Bressane ist bekannt als der experimentelle Regisseur Brasiliens. 1946 geboren, drehte er seine ersten Filme zur Zeit des »Cinema Novo.« Er gewann viele Preise bei brasilianischen und internationalen Filmfestivals. Beim Brazilia Festival of Brasilian Cinema 2007 gewann CLÉOPATRA Preise in mehreren Kategorien.

So 27.04., 19:30

Mexikanische Kurzfilme

MEXIKANISCHE KURZFILME

| Kurzfilmprogramm | OmeU | 86 Min. |

Mexiko gehört zu den produktivsten Filmnationen, es hat eine lange Filmgeschichte. Am Centro de Capacitación Cinematográfica ist man insbesondere bemüht, einen eigenen Stil zu etablieren. Eine Auswahl von neun Kurzfilmen junger mexikanischer Regisseure.

OJOS QUE NO VEN

(AUGEN, DIE NICHT SEHEN KÖNNEN)

| Mexiko 2007 | 10 Min. | OmeU |
| Regie und Buch: Marysol Jasso |

Emilio ist blind und glücklich mit der Welt in der er lebt und die er sich in seiner Phantasie ausmalt.
Eines Tages trifft er mit dem alten desillusionierten Inhaber eines Teppichladens zusammen und es prallen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander.

EL TORO

(DER STIER)

| Mexiko 2007 | OmeU | 12 Min. |
| Regie, Buch und Schnitt: Patricio Serna Salazar |

Ein junger Arzt kommt in ein abgelegenes Dorf, um hier seinen sozialen Dienst abzuleisten.

FINDETRAYECTO

(DAS ENDE DER STRECKE)

| Mexiko 2007 | OmeU | 11 Min. |
| Regie und Buch: Acán Coen |

Zwei Liebende, die wenig voneinander wissen. Ihre Beziehung ändert sich plötzlich, als sie mit blauen Flecken auftaucht, die eindeutig daher kommen müssen, dass sie geschlagen wurde.

SEÑAS PARTICULARES

(BESONDERE MERKMALE)

| Mexiko 2007 | OmeU | 11 Min. |
| Regie: Kenya Márquez | Buch: K. Márquez, Alfonso Suárez |

Ramona verliert ihre Ruhe, als ihr Sohn Osvaldo verschwindet. Deshalb beginnt sie eine Suche, die sie bis zum Leichenbeschauer führt und zu der Erkenntnis, dass ihr Sohn tot sein könnte. Schließlich ist sie jedoch der Meinung, dass ihr Sohn noch lebt.

SOPA DE PESCADO

(FISCHSUPPE)

| Mexiko 2007 | OmeU | 10 Min. |
| Regie und Buch: Nuria Ibañez |

Der Familienfrieden geht zugrunde, während die Mitglieder der Familie Fischsuppe essen.

A CADA CERDO LE LLEGA SU SAN MARTÍN

(FÜR JEDE GANS KOMMT EINMAL DER MARTINSTAG)

| Mexiko 2007 | OmeU | 10 Min. |
| Regie: Ismael Nava Alejos | Buch: Ismael Nava Alejos, Simón Sepúlveda Torres |

Waffen, Betrug, Geld, zwei Kinder und eine unausgeglichene Schlachterin.

UNA MUERTE MENOR

(EIN KLEINER TOD)

| Mexiko 2006 | OmeU | 6 Min. |
| Regie und Drehbuch: Ana Paulina Castellanos |

Ein Junge wird angeschossen, hat er eine Zukunft?

COCÓ Y NICÓ

(COCO UND NICO)

| Mexiko 2007 | OmeU | 5 Min. |
| Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Alejandro Cantú |

Eine einzelne Liebesbeziehung zwischen einer Frau und einer sehr seltsamen Person. Spiel, Traum, Liebe...

NIÑA QUE ESPERA

(WARTENDES MÄDCHEN)

| Mexiko 2007 | OmeU | 11 Min. |
| Regie und Drehbuch: Esteban Reyes |

Angélica, ein achtjähriges Mädchen, stößt am Flughafen auf Carlos und Ana. Angélica beharrt darauf, dass sie ihre Eltern sind, aber sie verneinen das. Wer hat Recht?

So 27.04., 21:30

Tambogrande

TAMBOGRANDE

| Regie: Ernesto Cabellos Damián und Stephanie Boyd | Buch: Stephanie Boyd | Kamera: Ernesto Cabellos Damián | Schnitt: Ernesto Cabellos Damián, Stephanie Boyd, Edgardo Castañeda | Ton: José Balado und Stephanie Boyd | Musik: Somos Tambogrande, José BaladoMartin Choy-Yin, Raúl Gómez |
| Peru 2007 | OmU | 86 Min. |

Tambogrande ist eine kleine Stadt im Norden von Peru, die vor gut fünfzig Jahren von landwirtschaftlichen Pionieren gegründet wurde. Nachdem das schwierige Land urbar gemacht worden war, für den Anbau von Früchten wie Mangos und Zitronen, machte man die Entdeckung reicher Goldvorkommen. Der Film zeigt zunächst, wie die Minengesellschaften versuchen, sich mit allen Mitteln gegen die landwirtschaftliche Bevölkerung durchzusetzen und wie die Agrarbevölkerung dagegen revoltiert.
Auch in ihrem vorhergehenden Film CHOROPAMPA, EL PRECIO DEL ORO haben die beiden Regisseure sich mit den negativen Auswirkungen des Metallabbaus befasst. In einem zweiten Schritt dokumentieren sie in  TAMBOGRANDE dann zusätzlich die Interaktionen zwischen lokalem Protest und globalen Medien und zeigen auch die Schauplätze in Kanada, wo die Minengesellschaften ihren Hauptsitz haben. Die Dokumentation zeigt so, wie die verschiedenen Interessengruppen miteinander interagieren und wie das mediale Interesse (inklusive das des Mediums Dokumentarfilm selbst) in nicht geringem Ausmaß den Konfliktverlauf beeinflusst.
Während beide zuvor schon eine Karriere im Dokumentarfilm hatten, setzen die Kanadierin Stephanie Boyd und der Peruaner Ernesto Cabellos Damián mit diesem Film ihre gemeinsame Arbeit fort, die im Jahr 2002 mit CHOROPAMPA, EL PRECIO DEL ORO begann.

Mo 28.04., 19:30, mit Einführung, in Kooperation mit der Infostelle Peru

La sangre iluminada

LA SANGRE ILUMINADA

ERLEUCHTETES BLUT

| Regie: Iván Avila Dueñas | Buch: José Ignacio Valenzuela, I. A. Dueñas | Kamera: Ciro Cabello, Alejandro Cantú | Schnitt: Elena Pardo, Pedro Jiménez | Ton: Alberto Castro | Musik: Fernando Corona | mit Gustavo Sánchez Parra, Jostein Roustand, Enoc Leaño, Flor Payán, Jorge Zárate, Joaquin Cosio, Leticia Gutiérrez |
| Mexiko 2007 | OmeU | 104 Min. |

Es passiert an einem hellen, sonnigen, harmlos erscheinenden Tag. Ein Mann klettert in einen Springbrunnen, um sich zu erfrischen. Doch dann wird er plötzlich bewusstlos und fängt an, aus der Nase zu bluten. Nachdem er wieder zu sich gekommen ist, ist er nicht mehr der Gleiche. Dasselbe geschieht einem Jungen, der plötzlich auf einer Straßenkreuzung zusammenbricht. Als er sich erholt hat, erzählt er, er sei 35 Jahre alt und hätte eine Frau und ein Kind. Eine junge Frau, stiehlt sich in der Nacht nach ihrem Zusammenbruch heimlich aus der Wohnung, in der sie mit ihrem Mann lebt. Was passiert mit all diesen Personen, die plötzlich glauben, jemand anderes zu sein? Warum sind sie alle ausgerechnet inmitten von Kreuzungen gestürzt? Und was fangen sie jetzt mit ihrem neuen Leben an? Der Film gibt Rätsel über Rätsel auf. Und löst sie am Ende alle doch auf, als ein alter Mann auf sein Leben zurückblickt, das in jeder Hinsicht seltsam war.

Mo 28.04., 21:30

POR SUS PROPIOS OJOS

MIT IHREN EIGENEN AUGEN

| Regie und Buch: Liliana Paolinelli | Kamera: Martin Mohadeb, Ariel Ludin | Schnitt: Lorena Moriconi | Ton: Santiago Douton | Musik: Vincent Artaud | mit Ana Carabajal, Luisa Núñez, Maximiliano Gallo, Mara Santucho |

Vor dem Gefängnis in Córdoba stehen Frauen. Junge und ältere, Freundinnen, Schwestern und Frauen der Inhaftierten. Mittendrin bewegen sich zwei junge Filmstudentinnen. Alicia und ihre Freundin möchten einen Abschlussfilm über diese Frauen drehen, die Angehörige der Insassen des Gefängnisses sind. Bei ihren Interviews begegnet ihnen Elsa, deren Sohn wegen Raub in der Zelle sitzt. Während Alicia versucht, Elsa zu einem Filminterview zu bewegen, hegt Elsa ganz andere Pläne: Alicia soll ihren Sohn besuchen, um ihn aus seiner Lethargie zu reißen. Im Gegenzug dazu will sie sich von ihr filmen lassen. Schließlich gibt Alicia nach, wohl wissend, welchen Schikanen sie als Besucherin im Gefängnis ausgesetzt sein wird. Was sie jedoch nicht weiß ist, dass der Besuch für sie einige ungeahnte Folgen haben wird. POR SUS PROPIOS OJOS schildert, wie eine junge Filmemacherin von der neutralen Beobachterin selbst zur einer Person im Filmgeschehen wird. Außerdem zeigt er auch eindrücklich, welche Verhältnisse in argentinischen Gefängnissen herrschen.
Liliana Paolinelli, 1968 in Córdoba geboren, studierte Film an der Nationalen Universität in Córdoba. Sie realisierte bereits mehrere Kurzfilme und nahm 2005 mit dem Kurzfilm LENGUA MATERNA am Sundance Festival teil. POR SUS PROPIOS OJOS ist ihr erster Spielfilm; er wurde auf dem Cine en Construcción des Filmfestivals in San Sebastián 2007 ausgezeichnet.

Di 29.04., 21:30

Las Niñas

LAS NIÑAS

DIE MÄDCHEN

| Regie und Buch: Rodrigo Marín | Kamera: Fernando Solísova | Schnitt: Rodrigo Marín | Musik: Matías Reyes, Juan Eduardo Elizalde, Andres Valdivia, Rodrigo Santa Maria | mit Sofía Oportot, Antonia Santa María |
| Chile 2007 | OmeU | 70 Min. |

Sofía, eine junge Frau, ist an Krebs erkrankt. Ihre Freundin Antonia kommt sie besuchen, um ihr beizustehen. Während Sofia versucht das Thema zu umgehen, drängt Antonia sie dazu, der Situation ins Auge zu blicken und endlich tätig zu werden. Es beginnt ein Wechselspiel zwischen Nähe, Zuneigung und Vertrauen. Außerdem offenbart der Film einen sensiblen Blick auf die Freundschaft zweier ungleicher Frauen über einen Tag hinweg.
Die Geschichte, in der das Meiste ungesagt bleibt, wird anschaulich erzählt durch die Gestik und Kommunikation der zwei Protagonistinnen, die das Dickicht der Emotionen der beiden Frauen widerspiegelt.
LAS NIÑAS ist ein Spielfilm, der dem Stil eines Dokumentarfilms folgt. So wird die Erzählung an drei Stellen unterbrochen und je ein Freund kommentiert die Beziehung von Sofia und Antonia. Rodrigo Marín bediente sich minimalistischer Mittel. So wurde »Las niñas« an nur einem Wochenende, mit insgesamt drei Digitalkameras und in schwarzweiß realisiert.
Rodrigo Marín wurde 1979 geboren und studierte Psychologie und Philosophie, bevor er an der »Universidad Católica de Chile« Filmgeschichte belegte. 2003 begann er an der »Escuela de Cine de Chile« Film zu studieren. LAS NIÑAS ist sein erster Spielfilm. 2007 wurde er für die Sektion »Cine en construcción« des Filmfestivals in San Sebastián ausgewählt.

Mi 30.04., 19:30

Sueños lejanos

SUEÑOS LEJANOS

FERNE TRÄUME

| Regie: Alejandro Legaspi | Buch: A. Legaspi, René Weber | Kamera: A. Legaspi | Schnitt: A. Legaspi, Javier Portocarrero | Ton: Javier Portocarrero | Musik: Jean-Jacques Hefti | mit Edwar Centeno, Roberto Velásquez |
| Peru 2007 | OmeU | 52 Min. |

1987 arbeiteten der elfjährige »Negro« und der neunjährige »Gringo« auf dem Früchtemarkt in Lima. In dem aus jenem Jahr stammenden Kurzfilm »Ein Treffen kleiner Männer« (Encuentro de hombrecitos) erzählten sie von ihren Leben und ihren Zukunftswünschen. Doch was ist aus ihnen geworden? Dieser Frage spürt der Regisseur Alejandro Legaspi zwanzig Jahre später nach. Die Erzählungen der zwei Männer wechseln sich mit Bildern von politischen Ereignissen ab, die zeitgleich in Peru stattfanden. So verschieden wie ihre Schicksale, ist auch die Strategie, mit der jeder sein Leben und die alltäglichen Probleme bewältigt. Wir erleben Lima und die Gegebenheiten, die typisch für Peru sind, aus den Blickwinkeln von Zweien, die in der ärmsten Bevölkerungsschicht groß geworden sind. Außerdem bekommt der Zuschauer einen Eindruck vom lauten, chaotischen Treiben in Limas Straßen. Hier versuchen viele zu überleben, jeder auf seine Art: durch Clownerien, Betteln oder indem sie irgend etwas verkaufen.
Alejandro Legaspi, 1948 in Uruguay geboren, studierte Bildende Kunst. 1982 gründete er mit anderen Filmemachern zusammen die »Grupo Chaski,« die u.a. den preisgekrönten Film JULIANA (1989) drehte. Er arbeitet als Kameramann, Cutter und Regisseur.

Vorfilm: ENCUENTRO DE HOMBRECITOS

EIN TREFFEN KLEINER MÄNNER

| Peru 1987 |

Es ist früh am Morgen, die Hähne krähen. Zwei Jungen, neun und elf, machen sich auf den Weg zum Markt. Sie kommen aus den Elendsquartieren von Lima und schleppen auf dem Früchtemarkt Säcke mit Nüssen, schieben Karren mit Obst, räumen auf und machen sauber. Ohne ihre Hilfe kämen ihre Familien nicht aus. Sie berichten von der beschwerlichen Arbeit am Markt, vom kargen Verdienst und ihrem freudlosen Alltag. Der Gedanke an ihre Zukunft erfüllt sie mit Resignation. Abends kehren sie nach einem langen Tag zurück in ihr Viertel. Unkommentiert lässt der Film die beiden Jungen erzählen und vermittelt dem Zuschauer einen lebhaften Eindruck davon, was es bedeutet in einem Land wie Peru arm zu sein.

1982 schlossen sich die peruanischen Filmemacher Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi, Stefan Kaspar, María Barea und Fernando Barreto zur Grupo Chaski zusammen. Ihr Ziel war es, mit sozialkritischen Dokumentar- und Spielfilmen die Realität des Landes zu schildern und eine Alternative zu kommerziellen Produktionen aus dem Ausland zu schaffen.

Mi 30.04., 21:30, Einführung: Bernhard Jimi Merk (Infostelle Peru)