MITTWOCHSKINO

VÖGEL DES HIMMELS | HAUS–HALT–HILFE | EL ACORDEÓN DEL DIABLO | BAB‘AZIZ

 


 

Les Oiseaux du Ciel

VÖGEL DES HIMMELS

LES OISEAUX DU CIEL

Regie und Buch: Eliane de Latour Kamera: Renaud Chassaing mit Fraser James, Djédjé Apali, Marie-Josée Croze, Sara Martins, Lucien Jean-Baptiste
| Frankreich/Großbritannien 2005 | OmU | 113 Min. |

Shad und Otho sind Freunde und verlassen die Elfenbeinküste, um in Europa ihr Glück zu machen. Wie einst die Krieger in den Mythen ihrer Vorfahren hoffen sie, als strahlende Helden zurückkehren. In Spanien betreiben sie einen Taxidienst für illegale Einwanderer. Bei einer Feier am Strand taucht unerwartet die Polizei auf. Shad kann entkommen, Otho wird festgenommen und abgeschoben. Zuhause gilt er als Versager, weil er es nicht geschafft hat, seine Familie aus dem verheißungsvollen Norden zu versorgen. Und Shad muss feststellen, dass Europa nicht das Paradies ist. Er lernt Tango kennen, die ihn mit nach Paris nimmt, wo ihre Familie eine Friseurkette besitzt. Shad macht sich unbeliebt innerhalb der Gemeinschaft der afrikanischen Einwanderer, es kommt zu lebensgefährlichen Verwicklungen. In dem komplexen Sozialporträt ist Geld nicht nur ein wiederkehrendes visuelles Motiv, sondern auch in den Dialogen ein allgegenwärtiges Thema, von dem alles und jeder abhängig ist.

Im Begleitprogramm des Ausstellungprojekts Kein Mensch ist illegal: Einzelne Plakate sind vom 20.02. bis 15.03. an verschiedenen Orten in der Stadt zu sehen. Zentraler Ausstellungsort ist das Foyer im E-Werk. Begleitend zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit Film, Theater und Diskussion.

Mi 05.03., 19:30

 


 

Haus-Halt-Hilfe

HAUS–HALT–HILFE

Regie und Buch: Petra Valentin Mi 12.03., 19:30
| Deutschland 2006 | 92 Min. |

»Das Schlimme an der Hausarbeit ist, dass sie nie aufhört, nie zu Ende ist.« Ulla H. putzt in fremden Haushalten, bräuchte aber eigentlich selbst im eigenen Haushaltshilfe.Maria G. und der Lehrer Jed S. von den Philippinen, Margaret W. aus Polen, Pia St. aus Hessen und das AuPair-Mädchen Delia V. aus Peru betreuen Kinder, machen sauber, bügeln und pflegen Gärten. Während arbeitgebende Familien sich von der Hausarbeit entlasten können, bleibt den Haushaltshilfen, überwiegend Migrantinnen, teils illegal in Deutschland lebend, diese Tätigkeit oft als einzige Erwerbs- und Existenzmöglichkeit und trennt sie häufig von ihren Familien. Zwischen Selbstbewusstsein, Humor, Selbstbehauptung, Aus-geliefertsein und Trennungsschmerz entwickelt der Film ein facettenreiches Bild vom Mikrokosmos Privathaushalt. HAUS –HALT–HILFE ist eine Würdigung einer Tätigkeit, die verborgen in privaten Haushalten stattfindet und zugleich ein Appell für menschenwürdige Bedingungen der dort Beschäftigten.

In Zusammenarbeit mit der Stelle zur Gleichberechtigung der Frau der Stadt Freiburg.

So 16.03., 17:30

 


 

EL ACORDEÓN DEL DIABLO

Regie und Buch: Stefan Schwietert Kamera: Ciro Cappellari
| Deutschland/Schweiz 2000 | OmU | 90 Min. |

EL ACORDEÓN DEL DIABLO ist eine Reise an die kolumbianische Karibikküste, in die Heimat des großen Sängers und Komponisten Pacho Rada. Mit ihm taucht der Film ein in die Musik der Karibik, in das Reich von Cumbia, Vallenato und Son. Es ist eine Welt von Musikern wie Israel Romero, König des Vallenato-Akkordeons, der sich mit seinem Neffen El Morré einen atemberaubenden Zweikampf unter Akkordeonvirtuosen liefert. Francisco Pacho« Rada ist heute 93 Jahre alt. Er lebt in einer Wellblechhütte am Stadtrand von Santa Marta, während seine Musik die Hitparaden stürmt. Seine Lebensgeschichte jedoch ist eine Legende. Sie inspirierte Gabriel Carcía Márquez zusammen mit den Lebensläufen weiterer Akkordeonspieler zur Figur des Troubadours Francisco El Hombre in seinem Roman Hundert Jahre Einsamkeit. Stefan Schwieters (HEIMATKLÄNGE) Film folgt ihn auf seiner Reise in beide Welten: in ein Land, das von Armut und Gewalt zerrissen wird und in ein Reich fantastischer Legenden und mitreissender Musik.

Mi 19.03., 19:30 | Fr 21.03., 21:30

 


 

Bab Aziz

BAB‘AZIZ

DER TANZ DES WINDES

Regie und Buch: Nacer Khemir Kamera: Mahmoud Kalari mit Parviz Shaminkou, Maryam Hamid, Hossein Panahi |
| Tunesien/Iran/F/D 2003 | OmU | 98 Min. |

BAB’AZIZ ist ein Fest fürs Auge und eine Hymne ans Erzählen und die Liebe. In der Tradition von »1001 Nacht« entfaltet Regisseur Nacer Khemir Geschichten von Prinzen, Palästen und langen Irrfahrten. Ishtar, ein lebensfrohes Mädchen, und Grossvater Bab’Aziz, ein blinder Derwisch, sind unterwegs zum großen Derwisch-Treffen, das nur einmal in dreißig Jahren stattfindet und dessen Ort sich nur jenen offenbart, die mit dem Herzen der unermesslichen Stille der Wüste zu lauschen vermögen. Durch einen Strudel aus wilden Farben und betörenden Klängen kündigt sich das Treffen in den Ruinen der Stadt Bam von Ferne an. Da gibt der alte Mann seiner Enkelin noch einen letzten Kuss, denn für ihn selbst ist die Zeit gekommen, mit dem Sand zu verschmelzen und Teil der vielen Geschichten zu werden, die die Wüste durchziehen wie der Tanz des Windes...

In BAB‘AZIZ zeichnet Nacer Khemir ein Porträt der Wüste ganz nach Art der arabischen »Kaffeehauserzähler«. Dabei verwebt er diese zeitlose Geschichte mit mystischen Elementen und Sufismus, denn er möchte das im Westen verbreitete, durch Fundamentalismus und Radikalismus verzerrte Bild des Islam korrigieren: »Ich wollte eine offene, tolerante und freundliche islamische Kultur zeigen, die Liebe und Weisheit ausstrahlt.«

Mi 26.03., 19:30 | Do 27.03., 21:30 | Fr 28.03., 19:30 | Sa 29.03., 22:00 | So 30.03., 17:30 | Di 01.04., 19:30