Leolo

PSYCHOANALYTIKER STELLEN FILME VOR

LEOLO

Regie und Buch: Jean-Claude Lauzon Kamera: Guy Dufaux Musik: Richard Grégoire mit: Gilbert Sicotte, Maxime Collin, Ginette Reno, Julien Guiomar
| Kanada/Frankreich 1992 | DF | 107 Min. |

Leolo glaubt, dass eigentlich jeder in seiner Familie verrückt ist: der tumbe Stahlarbeiter, der sein Vater sein soll, seine Mutter, die so groß ist wie ein Schiff, sein Bruder, der zwar ein Muskelpaket ist, aber dennoch ein Angsthase bleibt, seine beiden Schwestern, die in der Nervenanstalt enden, und schließlich sein Großvater, der versucht hat, ihn umzubringen.

Dieser Film verstört, er berührt, er fasziniert. LEOLO hat etwas zutiefst Originäres. So etwas leisten sich nur die wenigsten Filme, denn es gehört jede Menge Mut dazu. Für den kanadischen Regisseur Jean- Claude Lauzon war der Film eine Art Selbsttherapie: „LEOLO hat mir außerordentlich gut getan. Der Film hat viel Aggressivität in mir abgebaut. Ich sage nicht, die kanadische Regierung müsste Therapien über eine Filmfinanzierung zahlen, aber das hat schon was für sich. (...) Fest steht: Ein Künstler schafft es, Sachen zu machen, die viele Leute auf der Couch eines Psychiaters machen.“ Nach seinen eigenen Angaben haben gut zwei Drittel des Films mit der Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte zu tun.

Fr 22.02., 19:30, Filmanalyse Dr. Otto Beckmann | Sa 23.02., 21:30 | Do 28.02., 21:30 | Sa 02.03., 21:30