MITTWOCHSKINO

WEST BEIRUT | ADELANTE MUCHACHAS! | WENN UNS ZWEI BERGE TRENNEN

 


 

West Beirut

WEST BEIRUT

WEST BEYROUTH

Regie und Buch: Ziad Doueiri Kamera: Riccardo Jacques Gale mit Rami Doueri, Mohammad Chamas, Rola Al Amin, Carmen Loubbos, Joseph Bou Nassar, Leila Karam
| Libanon 1998 | OmU | 105 Min. |

Tarek, Omar und May wachsen im religiös geteilten Beirut der siebziger Jahre auf. Die drei befreundeten Jugendlichen scheren sich keinen Deut darum, wer woher kommt. Sie wollen sich die Lebensfreude nicht nehmen lassen und entdecken die Stadt, ihre Grenzen, die Möglichkeiten, sie zu überschreiten. So bedeutet der Ausbruch des Bürgerkriegs im April 1975 für die sympathischen Helden vor allem die Freude an der schulfreien Zeit. Ein Ausflug auf die andere Seite führt sie ins Bordell von Oum Walid und damit auch in die Nähe von einem Leben, das frei ist von politischen Querelen, die ihre Kindheit geprägt haben.

Ziad Doueiri erzählt die größtenteils autobiographischen Geschichten der jugendlichen Entdeckungsfreude und unschuldigen Neugier mit ausgeprägtem Sinn für all die leisen Zwischentöne. Wie ein Leitfaden wirkt das, was er Tareks Vater zu Beginn des Filmes sagen lässt: »Der Westen analysiert den Orient, ohne ihn zu verstehen.«

Mi 06.02., 19:30 | Do 07.02., 21:30 | Mi 13.02., 19:30

 


 

Adelante Muchachas!

ADELANTE MUCHACHAS!

Regie, Drehbuch und Übersetzung: Erika Harzer Kamera: Andres Papousek , Erika Harzer
| Honduras/Deutschland 2004 | OmU | 60 Min. |

Wo der Schuss aufs Tor soziale Brücken baut: Leute aus unterschiedlichen sozialen Milieus treffen beim Fussball aufeinander, davon handelt ADELANTE MUCHACHAS. Einer dieser, in Lateinamerika nicht gerade alltäglichen Berührungspukte wird vorgestellt von vier leidenschaftlichen Fussballspielerinnen aus Honduras. Sie sind zwischen 14 und 17 Jahren alt. Einige von ihnen stammen aus der Oberschicht; sie haben eine Schule besucht, werden studieren, haben berufliche Perspektiven. Andere leben in Villa Nueva, einem Armenviertel der Hauptstadt Tegucigalpa. Der Fussball bildet den Aufhänger, doch werden die Zuschauer vom Sportplatz aus in weitere Bereiche des Lebens mit hinein genommen. Die Spielerinnen sprechen dabei weitgehend für sich. Sie berichten über ihre Erfahrungen von Gewalt, Diskriminierung und Machismo in der honduranischen Gesellschaft, erzählen aber auch über ihre Freizeit, ihre Familie, von der Liebe.

Mi 20.02., 19:30 | So 24.02., 17:30

 


 

Wenn uns zwei Berge trennen

WENN UNS ZWEI BERGE TRENNEN

Regie und Buch: Marion Nagel und Martin Reinbold
| Deutschland 2007 | 48 Min. |

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Afrika in einer spärlich beleuchteten Bar mit 15 bis 20 Afrikanern, die fließend Deutsch sprechen und mit glänzenden Augen Geschichten von ihrer Kindheit in der DDR erzählen. Sie stimmen Lieder von den Bands Stern Meißen, Karat und den Puhdys an, berichten von ihrer Zeit als Jungpioniere oder ihrer Jugendweihe und diskutieren, welches die besten Fernsehsendungen im damaligen DDR-Fernsehen waren.

Dezember 1979: 80 namibische Kinder wurden quasi über Nacht von ihren Eltern getrennt und in die DDR geflogen. Die namibische Befreiungsbewegung SWAPO hatte die DDR um »brüderliche Hilfe« gebeten. Über 400 Kinder wurden in der DDR sozialisiert, lernten deutsch, durchlebten Pubertät, aber auch die sozialistische Erziehung der damaligen DDR. Elf Jahre später, nach dem Zusammenbruch der DDR und der Unabhängigkeit Namibias, sitzen sie wieder im Flugzeug.

WENN ZWEI BERGE UNS TRENNEN erzählt von dem Weg voller Einsamkeit, der durch diesen erneuten Eingriff der Politik in das Leben der Jugendlichen beginnt.

Mi 27.02., 19:30, zu Gast: die Filmemacher | Do 06.03., 21:30