ASIAN TAKES

PARK CHAN WOOK

» Der studierte Philosoph und Gründer eines Filmclubs sah sich durch Filme wie Hitchcocks VERTIGO herausgefordert, von der Filmkritik auf Regie umzusatteln. Sein erster Filmerfolg in Korea war 2000 der düstere Grenz-Krimi JOINT SECURITY AREA über die tragische, verbotene Freundschaft von Soldaten aus Süd- und aus Nordkorea an der abgeriegelten Sicherheitszone zwischen den beiden Ländern. Mit seiner Rachetrilogie (SYMPATHY FOR MR VENGEANCE, OLD BOY, SYMPATHY FOR LADY VENGEANCE) setzt er sich mit den uralten Themen von Rache und Vergeltung auseinander. In allen drei Filmen sind die Hauptfiguren Rächende – oft genug aber auch selbst Gegenstand einer Vergeltung, die andere im eigenen Interesse oder im Interesse der Gesellschaft verfolgen.

Auf der letztjährigen Berlinale überraschte der Meister düsterer Rückblenden mit einer eher heiter-romantischen Komödie: in I‘M A CYBORG, BUT THAT‘S OK bebildert er die Phantasien und Psychosen der Bewohner einer Psychiatrischen Anstalt kongenial. So überraschend diese pastellig gefärbte Komödie vor dem sonstigen Werk des Regisseurs wirken mag, so stark ist doch die thematische Kontinuität: die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Zwängen und Institutionen, die Reflektion der tiefsten Wünsche und die optische und akustische Virtuosität der Darstellung.

OLD BOY | SYMPATHY FOR LADY VENGEANCE
Film des Monats: I‘M A CYBORG, BUT THAT‘S OKAY

 


 

Old Boy

OLD BOY

Regie und Buch: Park Chan-Wook Kamera: Jung Jung-Hoon Musik: Cho Young-Uk mit Choi Min-Sik, Yoo Ji-Tae, Kang Hye-Jeong
| Südkorea 2003 | OmU | 115 Min. |

Nach 15 Jahren Isolationshaft findet sich ein Mann auf der Straße wieder und muss nun herausfinden, was der Grund für diese »Bestrafung« war. Zunächst ist die einzige Spur der Geschmack der Teigtaschen, die er im Gefängnis zu essen bekam. Und mit der wachsenden Erkenntnis, wer all die Jahre sein Peiniger gewesen ist, wächst auch das Bewusstsein der eigenen – unverschuldeten – Schuld.

Ein Film voller Action und daneben reich an poetischen Szenen – der zweite Teil der Rache-Trilogie basiert lose auf dem gleichnamigen japanischen Manga von Garon Tsuchiya und Nobuaki Minegishi. 2005 wurde der Stoff unter dem Titel Zinda in Indien neu verfilmt.

Di 05.02., 21:30 | Di 12.02., 21:30

 


 

Sympathy for Lady Venegeance

SYMPATHY FOR LADY VENGEANCE

Regie und Buch: Park Chan-Wook Kamera: Jung Jung-Hoon mit Lee Yeong-Ae, Choi Min-Sik, Kim Si-Hu
| Südkorea 2005 | OmeU | 112 Min. |

Für ein Verbrechen eingesperrt, das sie nicht begangen hat, musste eine junge Frau sich im Gefängnis mühsam durchsetzen – doch die im Knast geschlossenen Freundschaften nützen ihr, nach ihrer Freilassung den wahren Täter zu stellen. Und ihn den Eltern seiner Opfer zu präsentieren.

Eigentlich entstand die »Trilogie« eher aus einem Zufall – koreanische Journalisten fragten bei Old Boy einmal zu oft, warum Park denn zwei Filme zum selben Thema gemacht habe – und er erklärte, er werde auch noch einen dritten drehen. Doch aus der spontanen Eingebung erwuchs eine abschließende, intelligente Reflektion über das Rachebedürfnis der Gesellschaft.

Di 19.02., 21:30 | Di 26.02., 21:45