NEUE TENDENZEN IM DOKUMENTARFILM

DIE FREIHEIT DES ERZÄHLENS – DAS LEBEN DES GAD BECK

| Regie: Carsten Does, Robin Cackett | Buch: Carsten Does | Kamera: Frank Kranstedt | Musik: John Zorn, Till Brandt, Soulkeeper |
| Deutschland/Schweiz 2007 | DF | 100 Min. |

Gad Beck ist ein meisterhafter Erzähler, der u. a. im Holocaust Memorial Museum in Washington ein gerne geladener Zeitzeuge war. Das umso mehr, als sich seine Schilderungen einer ritualisierten, »politisch korrekten« Betroffenheit widersetzen und eine außergewöhnliche Perspektive auf die deutsch-jüdische Vergangenheit eröffnen.

Der Film erzählt jedoch nicht nur vom lebensfrohen schwulen »jüdischen Mischling«, der seine Jugendzeit im NS-Deutschland verbrachte und sich nach seiner Freilassung aus dem Berliner Sammellager »Rosenstrasse« – bis zu seiner erneuten Verhaftung – einer jüdischen Widerstandsgruppe anschloss, sondern wirft die Frage auf, wie Geschichte erinnert, verarbeitet, erzählt und medial aufbereitet wird. Dabei entsteht ein ungewöhnlich offenes Interpretationsangebot, aus dem BetrachterInnen eigene Schlussfolgerungen ziehen sollen.

| Di 06.11., 19:30, Einführung: Dr. Hans-Peter Hagmann | Mi 07.11., 21:45 |