LITERATURBÜRO FREIBURG

6. BADEN-WÜRTTEMBERGISCHE ÜBERSETZERTAGE 2007 IN FREIBURG | LITERARISCHES WERKSTATTGESPRÄCH | VORTRAG UND LESUNG IM RAHMEN DES FREIBURGER FILMFORUMS | SPRECHEN ÜBER SPRACHE

 


 

Übersetzertage

6. BADEN-WÜRTTEMBERGISCHE ÜBERSETZERTAGE 2007 IN FREIBURG

COFFEE, CAFFÈ UND KAFFEE

Verbrennt man sich beim amerikanischen coffee den Magen, wenn man ihn zu schnell trinkt, so gilt das nicht für den caffè, den Espresso, der in Sekundenschnelle hinuntergestürzt wird, schreibt Umberto Eco in seinem Buch Quasi dasselbe mit anderen Worten. Über das Übersetzen. Noch das scheinbar leicht Übersetzbare ist komplexer als es auf den ersten Blick scheint.

Vom 2. bis zum 6. Mai 2007 öffnen die 6. Baden-Württembergischen Übersetzertage in Freiburg ihre Tore: In Form von Vorträgen und Gesprächen werden fachspezifische Problemstellungen des Übersetzens diskutiert.

Zu Gast ist unter anderem die Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier, die jüngst mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnet wurde. In den Café-Lesungen stellen Übersetzer ihre neuen Übersetzungen vor, die parallel dazu auch in der Stadtbibliothek ausgestellt werden. Auch die Übersetzer selbst »stellen sich aus«: An drei aufeinander folgenden Tagen verlegen sie ihren Arbeitsort in den öffentlichen Raum. Darüber hinaus wird in Workshops mit Jugendlichen und Erwachsenen die praxisorientierte Arbeit an ausgewählten Beispielen geübt. Zudem sind auch Podiumsveranstaltungen fester Bestandteil der Übersetzertage: Vor dem Hintergrund des aktuellen Übersetzterstreits diskutieren unter der Moderation des Literaturkritikers Denis Scheck Vertreter aus dem Literaturbetrieb zusammen mit Übersetzern die Position und Bedeutung der Übersetzer heute. Das Übertragen ins Deutsche steht dabei im Mittelpunkt der Tage. Eine Veranstaltung nimmt aber auch umgekehrt Übersetzer wie Ljubomir Iliev und Olha Sydor in den Blick, die Literatur aus dem Deutschen ins Bulgarische und Ukrainische übertragen. Nicht zuletzt finden auch künstlerische Zugänge ihren Platz; Melinda Nadj Abonji tritt mit einer multilingualen Sprach- und Musikperformance auf und das Kommunale Kino zeigt Filme zum Thema Übersetzen. Das vollständige Programm ist zu finden auf: www.literaturbuero-freiburg.de/translate und in den ausliegenden Faltblättern.

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Stadt Freiburg.

| Mi 02.05. bis So 06.05. | Haus für Film und Literatur und weitere Orte |

 


 

LITERARISCHES WERKSTATTGESPRÄCH

Das »Literarische Werkstattgespräch«, Neufassung der vormaligen »Offenen Lesung«, ist eine Veranstaltung, bei der Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen können. Die Veranstaltung findet alle zwei Monate jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken.

| Do 24.05., 20:00 | Galerie | Eintritt frei |

 


 

Yoko Tawada

VORTRAG UND LESUNG IM RAHMEN DES FREIBURGER FILMFORUMS

YOKO TAWADA

Migration, Transgression und Übersetzung sind für Yoko Tawada mehr als nur ein zentrales literarisches Motiv. Sie prägen die ästhetische Struktur ihrer mehrfach preisgekrönten Erzählungen, Essays, Gedichte und Stücke.

HANSJÖRG BAY (Erfurt/Seattle)

11.00 UHR | POETIK DER MIGRATION – TRAVESTIEN DER ETHNOGRAPHISCHEN SITUATION BEI YOKO TAWADA

Der Vortrag arbeitet die besondere Bedeutung heraus, die Tawadas Texten in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zukommt: Wie kaum eine andere Autorin nutzt und erforscht die gebürtige Japanerin das ästhetische Potential kultureller Differenz und reflektiert dies zugleich poetologisch. Ihre spielerische Inszenierung von Migrationserfahrungen lässt sich dabei auch als ironische Verfremdung des ethnographischen Szenarios lesen.

(kurze Pause mit kleinem Buffet, Selbstkostenpreis)

13.00 UHR | YOKO TAWADA | DAS NACKTE AUGE | SPIELPOLYGLOTTE UND SPRACHPOLIZEI

In Tawadas neuestem Roman Das nackte Auge treffen nicht nur verschiedene Sprachen und Kulturen aufeinander, sondern auch unterschiedliche Medien. Eine junge Vietnamesin, die in der DDR eine antiimperialistische Rede halten soll, gerät unversehens in die Bundesrepublik und von dort nach Paris, wo sie in die Welt des Kinos eintaucht. Ihr eigentümlich sprachloses Dasein verschlingt sich dabei immer mehr mit den Bildern auf der Leinwand. Neben Auszügen aus Das nackte Auge stellt Tawada auch ihre jüngst erschienene Sammlung literarischer Essays mit dem Titel Spielpolyglotte und Sprachpolizei vor. Anschließend Diskussion

| So. 20.05. 11:00 und 13:00 | Vortrag und Lesung | Kinosaal im Haus für Film und Literatur | Eintritt: 8,00/6,00 Euro |

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Filmforum und dem Informationszentrum Dritte Welt.

 


 

SPRECHEN ÜBER SPRACHE

DER BLACK ATLANTIC IN DER LYRIK DEREK WALCOTTS

Der Literaturnobelpreisträger Derek Walcott wurde 1930 auf St. Lucia geboren, studierte in Jamaica und zog mit 23 Jahren nach Trinidad, um als Theater-, Kunstkritiker, Journalist und Lehrer zu arbeiten. Seit den 1960er Jahren pendelt er zwischen Trinidad und den USA, wo er an der Universität Boston lehrt. Walcotts Arbeiten sind von diesen beiden Sphären, vor allem aber von der hybriden Kultur der Karibik geprägt, was sich auch in seiner Sprache niederschlägt. Insbesondere sein Lyrikwerk kann als Hommage an die Wurzeln und Entwicklungen der anglo-karibischen Kultur und Sprache gelesen werden. Walcott zelebriert diese Kultur und Sprache und nutzt sie als Ressource um eine neue Form der kulturellen Erinnerung an die karibische Geschichte der Sklaverei, Entwurzelung und Diaspora zu prägen.

Sein Werk stellt einen wichtigen Bezugsrahmen in der (theoretischen und künstlerischen) Auseinandersetzung mit dem »Black Atlantik« dar. Ulrike Pirker, Doktorandin am Englischen Seminar der Universität Freiburg, stellt in diesem Zusammenhang eine Auswahl des lyrischen Werks Walcotts vor.

| Di 22.05., 20:00 | Galerie | Eintritt: 5,00/3,00 Euro |

Filmprogramm zu den Übersetztagen