freiburger film forum 2007

freiburger film forum – afrika l amerika l asien l ozeanien

15. – 20. Mai 2007

»Die Geschichte der Menschheit entsteht aus den Schmerzen, den Gefahren, den Chancen und dem Glück der Wanderungen. Und so unterschiedlich die Gründe dafür sind, die Heimat zu verlassen und in der Fremde sein Glück oder auch nur das Überleben zu suchen, so unterschiedlich sind die Bedingungen der Reise und, vor allem, die Bedingungen des Ankommens und des neuen Zusammenlebens. Davon muß erzählt werden, immer neu…« (Georg Seeßlen)

Von der Vielfalt dieser Geschichten erzählt das freiburger film forum in seinem Schwerpunkt Migration und Kultur in diesem Jahr. Es erzählt von einem Mann aus Guatemala, der für die USA sein Leben lässt, noch bevor er am Wohlstand des Landes teilhaben durfte; von einem Marokkaner, der für die Dreherlaubnis seiner Passage nach Europa vom Filmemacher eine finanzielle Unterstützung erwartet; von einer iranischen Familie, die, über die ganze Welt verstreut, sich mit viel Einfallsreichtum dennoch zu treffen weiß...

freiburger film forum 2007

Migration und Integration sind nicht nur Problemfelder, sie sind auch Motor gesellschaftlicher und kultureller Veränderung. Die Lebenswelten der MigrantInnen fließen in den Alltag des Einwanderungslandes ein und auch die Kultur des Herkunftslandes verändert sich. Der Blick auf das Land, das man verlassen hat wird zum filmischen Motiv. Ein Filmemacher aus Berlin reist durch die Türkei und betrachtet das Land seiner Eltern aus der Ferne, Videobriefe werden zum wichtigsten Kommunikationsmittel zwischen Indien und Großbritannien...

Erweitert wird die Filmreihe zur Migration mit Lesungen, Vorträgen und einer Tanzperformance, die in ihrer jeweils eigenen künstlerischen Form das Thema reflektieren.

Aus dem Programm internationaler Festivals haben wir wieder vielfach mit Preisen ausgezeichnete Filme für das Forum kuratiert. Uns interessierte wie zwei mutige Richte-rinnen in Kamerun die traditionelle Rechtsprechung neu interpretieren (Rechtsprechung in Afrika), wie ein Künstler seiner Empörung über den zunehmenden fundamentalistischen Islamismus in Indonesien Luft macht (Islam in Indonesien); wie in einem israelisch-palästinensischen Schulprojekt die Kinder kaum, Eltern und Lehrer aber um so größere Probleme mit dem friedlichen Zusammenleben haben... (Israelische Reflektionen auf den Nahostkonflikt)

Zum Filmforum erwarten wir wieder zahlreichen Gäste, die ihre Filme zur Diskussion stellen. Einer von ihnen ist der indische Filmemacher Rahul Roy, der bekanntesten Doku-mentarfilmer Indiens. Er wird auf dem Forum vier seiner Filme vorstellen und ist Hauptreferent der Tagung Visual Anthropology am 15. Mai an der Universität Freiburg.

Stummfilmklassiker und Highlight in seinem Genre ist ein Film des Duos Cooper & Schoedsack. Bevor sie KING KONG den berühmtesten Gorilla der Filmgeschichte erfanden reisten sie nach Thailand und drehten CHANG, die Geschichte vom Überlebenskampf einer Familie im siamesischen Dschungel. Das Filmabenteuer wird begleitet von Günter A. Buchwald (Klavier und Geige) einem der wenigen Spezialisten für die musikalische Interpretation von Stummfilmen.

Ausführliche Informationen unter: www.freiburger-filmforum.de