MAX OPHÜLS (1902–1957)

» Geboren 1902 in Saarbrücken/St. Johann. Beginnt seine Karriere als Schauspieler und Regisseur beim Theater. 1931 entsteht sein erster Kurzfilm. 1932 realisiert er seinen ersten Langfilm DIE VERLIEBTE FIRMA. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten muss er emigrieren: zunächst nach Paris, später in die USA, wo er u.a. LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN dreht. Kehrt 1949 nach Paris zurück, wo DER REIGEN (1950) und LOLA MONTEZ (1955) entstehen. Stirbt im März 1957 in Hamburg.

» Skrupellos wie eine alternde Kokotte kämpft der Film ums Bekanntbleiben und ums Beachtetwerden. Immer noch ist der Glamour die Hauptwaffe. Und Max Ophüls gab ihm den kostbaren Glamour überhaupt – den Glanz eines Stils. Seine Spektakel-Bilder sind frei von aller Unbeholfenheit der Atelier-Technik, von Anstrengung, von Kilowatt, von Schweiß, von Energie-Aufwand. Die Kamera scheint schwerelos, ein Auge, das neugierig, verspielt, grausam und wieder anteilnehmend beobachtet, was sich ›unter dem Schein verbirgt‹, wie Maupassant es befahl. Lapidar notierte der Kritiker Gunter Groll: ›Es ist Europas sensibelste Kamera‹ Es? Er. Er ist Europas sensibelste Kamera gewesen.« (»Der Spiegel«, zum Tode von Max Ophüls)

BRIEF EINER UNBEKANNTEN | LOLA MONTEZ

 


 

Brief einer Unbekannten

BRIEF EINER UNBEKANNTEN

LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN

| Regie: Max Ophüls | Buch: Howard Koch, M. Ophüls, nach der Novelle von Stefan Zweig | Kamera: Franz Planer | mit Joan Fontaine, Louis Jourdan, Mady Christians, Marcel Journet u.a. |
| USA 1948 | DF | 87 Min. |

Die Geschichte einer unerfüllten Liebe im Wien der Jahrhunder-wende. Ein Konzertpianist bereitet sich vor, aus der Stadt zu fliehen, um einem Duell zu entgehen. Da erreicht ihn in der letzten verbleibenden Nacht ein Brief – es ist das Bekenntnis einer Frau, deren Zuneigung er immer wieder ignoriert hat. In Rückblenden wird ihr Leben erzählt – im Zeichen der unerwiderten Liebe und unerfüllten Sehnsucht.

»Wenn du diesen Brief liest, bin ich schon tot«. Regisseur Max Ophüls realisierte LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN nach der Novelle von Stefan Zweig 1948 in Hollywood: ein funkelndes Melodram um eine amour fou.

| Fr 02.03., 19:30 | Sa 03.03., 21:30 | So 04.03., 19:30 |

 


 

Lola Montez

LOLA MONTEZ

| Regie: Max Ophüls | Buch: Max Ophüls, Jacques Natanson u.a., nach dem Roman von Cécil Saint-Laurent »La vie extraordinaire de Lola Montèz« | Kamera: Christian Matras | mit Martine Carol, Peter Ustinov, Adolf Wohlbrück, Ivan Desny, Will Quadflieg u.a. |
| Frankreich/Deutschland 1955 | DF | 115 Min. |

Nach einer realen historischen Figur erzählt der Film die dramatische Lebensgeschichte der Tänzerin Lola Montez: von ihrer unglücklichen Ehe mit einem schottischen Trinker über die romantische Affäre mit dem Komponisten Franz Liszt, bis hin zu Ludwig I., König von Bayern. In einem Zirkus endet ihre Karriere. Hier muss die kranke Lola Montez unter demütigenden Bedingungen ihre eigene Lebensgeschichte nachstellen und für Geld mit sensationslüsternen Männern posieren. »Was für ein Aufwand, was für ein Aufstand! Die Kamera folgt ganzen Heerscharen von Dienstmädchen, Beamten, Füsilieren, Hofschranzen eilig durchs riesengroße Schloss, die monumentalen Treppen hinauf und hinunter und kreuz und quer durch prunkvoll ausgestattete Gemächer. Und wozu die ganze Hatz? »Nadel und Faden!« hat der königliche Befehl gelautet. Für ein bisschen Nähzeug werden Welten in Bewegung gesetzt. Diese verschwenderisch weit ausholende Kamerabewegung, die Max Ophüls 1955 für seine letzte große Kinoarbeit LOLA MONTEZ ins Werk setzte, ist tatsächlich ein Film gewordener Merksatz des Regisseurs: »Die interessanteste Verbindung zwischen zwei Punkten ist niemals die Gerade.«

| Sa 31.03., 19:30 | So 01.04., 19:30 |

 


 

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