MITTWOCHSKINO

ABOUNA – DER VATER | BAMAKO (Film des Monats) | 37 USES FOR A DEAD SHEEP

 


 

Abouna - Der Vater

ABOUNA – DER VATER

| Regie und Buch: Mahamet-Saleh Haroun | Kamera: Abraham Haile Biru | Musik: Ali Farka Touré | mit Ahidjo Mahamet Moussa, Hamza Moctar Aguid, Zara Haroun, Mounira Khalil u.a. |
| Tschad/Frankreich 2002 | (arab./fr.) OmU | 85 Min. |

Der 17-jährige Tahir und sein jüngerer Bruder Amin leben am Rande von Ndjamena, der Hauptstadt des Tschad. Eines Tages verschwindet ihr Vater auf geheimnisvolle Weise und kehrt nicht mehr zurück. Die Brüder durchsuchen die ganze Stadt, finden von ihm jedoch keine Spur. Doch eines Abends im Kino glauben sie, in einer kurzen Szene sein Gesicht auf der Leinwand wiederzuerkennen. Spontan beschließen Tahir und Amin, am nächsten Tag die Filmrolle aus dem Kino zu klauen. Eines Tages erhalten die beiden Brüder eine Nachricht vom Vater aus Tanger in Marokko: Er schickt ihnen ein großes Poster mit einem Blick aufs Meer...

Mit einer anrührenden Geschichte erzählt ABOUNA vom Alltag im Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde, von seinen weiten Horizonten, von der Sehnsucht nach dem Meer, von Glück und Trauer, vom Leben ohne Vater, von einer sehr kurzen Kindheit und von der innigen Beziehung zweier Geschwister.

Regisseur Mahamet-Saleh Haroun gilt seit BYE BYE AFRIKA (1999) als einer der großen Erneuerer des afrikanischen Kinos. Der Ausgangspunkt der Handlung ist ein weit verbreitetes Phänomen im Tschad: dass Männer ihre Familien plötzlich spurlos verlassen, meist um irgendwo im Ausland Arbeit zu suchen.

Zum künstlerischen Erfolg von ABOUNA tragen die schauspielerischen Leistungen der beiden jugendlichen Hauptdarsteller ebenso bei wie der melancholisch schöne Soundtrack des bekannten Musikers Ali Farka Touré.

| Mi 28.03., 19:30 | Sa 31.03., 21:30 | in Kooperation mit UNICEF Freiburg |

 


 

Bamako

BAMAKO (Film des Monats)

| Regie und Buch: Abderrahmane Sissako | mit Aissa Maiga, Hélène Traoré, Haméye Mahalmadane |
| Mali 2006 | bambara/frz. OmU | 115 Min. |

Melé ist Sängerin in einer Bar, ihr Mann arbeitslos. Sie teilen sich mit anderen Bewohnern den Hinterhof eines Hauses in Malis Hauptstadt Bamako, der zudem noch von Hühnern und Ziegen bevölkert wird, durch den Hochzeitsgesellschaften ziehen und wo regelmäßig der große Waschtag zelebriert wird. Und mitten in diesem bunten Kosmos des afrikanischen Alltagslebens findet eine Gerichtsverhandlung statt, inder Vertreter der afrikanischen Zivilgesellschaft Klage erheben gegen die Aktivitäten des internationalen Währungsfond IWF und die Entwicklungspolitik der Weltbank, die mit ihren Projekten und Planungen das Land zugrunde richten. Doch während der Prozess spannungsgeladen mit Zeugenberichten und Plädoyers voranschreitet, geht das Leben im Hof munter seinen normalen Gang. Hier vermischen sich die Alltagsgeschäfte mit der sonst so gedämpften Sphäre der exklusiven Gerichtssäle der Hauptstadt. Auf brillante Weise zeigt der Regisseur im Kontrast von Gerichtsverhandlung und Alltagsleben, wie die nördliche Welt mit der südlichen umgeht.

»Abderrahmane Sissako geht sehr viel weiter als die abgedroschenen Phrasen über die Schwächen der Globalisierung und das Nord-Südgefälle, und liefert, künstlerisch mutig, einen der relevantesten Filme über Afrika überhaupt.« (ray Filmmagazin)

»Der schweifende Blick, die Rolle des Gesangs, die Momente des Atemholens und des Schweigens sind etwas, das in anderen Filmen nicht zu haben ist. Und schon deshalb ist BAMAKO ein singuläres Ereignis im täglichen Kinoallerlei.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

| Mi 14.03., 19:30 | Do 15.03., 21:30 | Sa 17.03., 19:30 | Di 20.03., 19:30 | Mi 21.03., 19:30 |

in Kooperation mit UNICEF Freiburg

 


 

37 uses for a dead sheep

37 USES FOR A DEAD SHEEP

| Regie: Ben Hopkins |
| Großbritannien/Türkei 2006 | OmU | 89 Min. |

Die Bevölkerungsgruppe der Pamir-Kirgisen stammt aus der Pamir-Region in Zentralasien und umfasst heute etwa 2.000 Menschen. Seit 27 Jahren leben sie im Exil in der Osttürkei, nachdem sie in den letzten 100 Jahren aus dem russischen, dem chinesischen und schließlich dem afghanischen Pamir vertrieben wurden. Der Filmemacher Ben Hopkins besuchte die Pamir-Kirgisen 2005 in ihrem Dorf Ulupamir mit einem englisch-türkischen Filmteam.

37 USES FOR A DEAD SHEEP montiert Interviews, Alltagsleben und nachinszenierte Stummfilmszenen aus ihrer Geschichte zu einem mitreißenden Film über eine Minorität, deren Kultur bis heute lebendig geblieben ist.

»Es gibt Dokumentarfilme wie DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL, die von sich behaupten, sie seien in Zusammenarbeit mit ihren Helden entstanden. Und es gibt Dokumentarfilme, die das wirklich tun. Dazu gehört 37 USES FOR A DEAD SHEEP. Schon in den ersten Minuten weiß man: Es mag sich hier nur um irgendein versprengtes, vergessenes und winziges Volk im äußersten Osten der Türkei handeln – die Art aber, wie man sich diesem Volk gemeinsam mit dem Filmemacher nähert, ist derart interaktiv und humorvoll, dass es einem so vorkommt, als gäbe es kein interessanteres Thema auf dieser Welt...« (taz)

| Mi 07.03., 19:30 | Fr 09.03., 19:30 | Sa 10.03., 21:30 |

 


 

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