MITTWOCHSKINO: ASIAN BRITISH IDENTITIES ON THE SCREEN

Britische KünstlerInnen südasiatischer Herkunft prägen seit geraumer Zeit globale Entwicklungen in den Bereichen Musik, Tanz, Bildende Kunst, Film und Literatur. Insbesondere im zeitgenössischen Kino ist eine zunehmende Präsenz von MigrantInnen zu beobachten, deren Filme eindrucksvoll vom Leben in mehreren Kulturen erzählen.

Wir zeigen aktuelle als auch ältere Filme aus Großbritannien, die humorvoll-ironisch Schnittstellen von »race«, »class« und »gender« thematisieren und das Bild der jeweiligen Kultur satirisch überzeichnen. Im Mittelpunkt der Reihe steht die bekannte Regisseurin Gurinder Chadha, die mit Ihren Filmen BHAJI ON THE BEACH und KICK IT LIKE BECKHAM weibliche Heldinnen in den Vordergrund rückt.

Eine Filmreihe zur Ausstellung COMMON GROUND vom 17.02. bis 31.03. in der Galerie im Alten Wiehrebahnhof. In Zusammenarbeit mit dem Englischen Seminar der Universität Freiburg, dem British Council und dem freiburger film forum.

KICK IT LIKE BECKHAM | KURZFILMPROGRAMM: WE’RE BRITISH, BUT... | YASMIN | BHAJI ON THE BEACH | EAST IS EAST

AUSSTELLUNG 17.02.–31.03. BRITISCH-MUSLIMISCHE IDENTITÄTEN

 


 

Kick it like Beckham

KICK IT LIKE BECKHAM

| Regie: Gurinder Chadha | mit Parminder K. Nagra, Keira Knightley, Anupam Kher, Jonathan Rhys-Meyers |
| GB/D 2002 | OmU | 112 Min. |

Fußball ist das Größte für die 17-jährige Jess Bhamra. Die talentierte Fußballspielerin lebt in einem Vorort von London und träumt davon, für die englische Nationalmannschaft zu spielen. Ihre aus Indien stammenden Eltern wollen ihr »ausgefallenes« Hobby nicht länger tolerieren und sähen sie lieber mit einem ordentlichen indischen Mann verheiratet. Durch Jules kommt Jess in das örtliche Frauenfußballteam, verheimlicht es jedoch ihrer Familie...

Leichtfüßig entwickelt die Regisseurin Gurinder Chadha die Geschichte der spielbegeisterten Jess, die sich Schritt für Schritt gegen den Widerstand ihrer indischen Eltern durchsetzen muss, und mischt dabei erzählerische und musikalische Elemente aus der englischen und indischen Kultur.

| Mi 07.02., 19:30 | Sa 10.02., 21:30 | So 11.02., 17:30 |

 


 

KURZFILMPROGRAMM: WE’RE BRITISH, BUT...

| Kurzfilme zur »kulturellen Identität« | (engl.) OF | ca. 100 Min. |

Auf die frühe Arbeit I’M BRITISH BUT (1989) der gefeierten Filmemacherin Gurinder Chadha anspielend, präsentiert diese Auswahl 7 Kurzfilme junger britischer Regisseurinnen und Regisseure, die ihre Stimme in der breiten Diskussion um »kulturelle Identität« erheben.

SKIN DEEP | Yousaf Ali Khan | 1979 | 13 Min. |
Romo ist pakistanisch-englischer Herkunft. Er lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester Jameela in einem heruntergekommenen Viertel, in dem sonst nur Weiße leben. Während Jameela dunkle Haut hat, geht Romo als Weißer durch.

ONE PLUS ONE | George Amponsha | 2000 | 20 Min. |
Der Filmemacher und sein Zwillingsbruder diskutieren die Problematik der Identität junger, farbiger Briten.

BRICK LANE | Paul Makkar | 1992 | 14 Min. |
Eine britisch-asiatische Komödie – von Bollywood inspiriert – über die Versuche zweier Teenager, die schöne Nabeela auf einer Bhangra-Party zu beeindrucken.

HONG KONG, LIVERPOOL, PENZANCE | Raymond Wong | 2002 | 5 Min. |
Auf bewegenden Foto-Dokumenten beruhend, wird die Geschichte der arrangierten Ehe der Eltern des Filmemachers und ihres späten Lebens im Großbritannien der 1960er zu einer persönlichen Dokumentation, die sich mit dem Thema Familienbande und Kultur auseinander setzt.

LATIFAH AND HIMLI’S NOMADIC UNCLE | Alnoor Dewshi | 1992 | 14 Min. |
Eine spielerische und surrealistische Erkundung kultureller Vielfalt in Großstädten.

WISH | Rene Mohandas | 2003 | 17 Min. |
Eine berührende und ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem Glasgower Altenpfleger und einer älteren japanischen Frau.

SARI AND TRAINERS | Jeremy Wooding | 1998 | 15 Min. |
Eine mitreißende britische Musical-Romanze, die den Traditionen des indischen Kinos folgt und die Teenager-Liebe von Geena und Jason in den Blick nimmt, die beide unterschiedlichen Kulturen angehören.

| Fr 09.02., 19:30 |

 


 

Yasmin

YASMIN

| Regie: Kenny Glenaan | Buch: Simon Beaufoy | Kamera: Tony Slater-Ling | mit Archie Panjabi, Steve Jackson |
| Großbritannien 2004 | OmU | 87 Min. |

Yasmin, pakistanische Immigrantin der zweiten Generation, lebt in der Spannung zwischen ihrem westlichen Lebensstil und den Forderungen ihrer Familie. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin mit Kindern in Nordengland und wird von ihren Kollegen sehr geschätzt. Der 11. September 2001 wird für Yasmin zum Wendepunkt. Arbeitskollegen meiden sie plötzlich, die britischen Muslime geraten unter Generalverdacht. Der Film zeichnet ein lebendiges und berührendes Porträt der pakistanischen Community in Großbritannien unter den Auswirkungen des 11. Septembers und ist trotz der schweren Themen voller Witz und Ironie.

| Mi 14.02., 19:30 | So 18.02., 17:30 |

 


 

BHAJI ON THE BEACH

| Regie: Gurinder Chadha | mit Rudolph Walker, Mo Sesay, Peter Cellier, Kim Vithana, Lalita Ahmed u.a. |
| Großbritannien 1999 | (engl.) OF | 101 Min. |

Mit der Empfehlung, »sich gut zu amüsieren«, kommt ein Reisebus mit einer Gruppe asiatischer Frauen im nordenglischen Badeort Blackpool an. Ein ungewöhnlicher Tag steht ihnen bevor. Bevor die Sonne untergeht, entdeckt Gurinder Chadhas warmherziges Ensemble die Liebe, findet Zeit für erhellende Gedanken und macht eine Reihe wichtiger persönlicher Entdeckungen.

Doch die Reise beginnt problematisch. Hashida hat gerade erfahren, dass sie schwanger ist. Ihr Freund Oliver ist ein farbiger Jamaikaner, der von ihren konservativen Eltern nicht akzeptiert wird. Die Frauengruppe reagiert gespalten; Simi versucht die Gruppe zusammenzuhalten, doch ihre feministische Einstellung stößt zusehends auf die Kritik der älteren Frauen.

| Mi 21.02., 19:30 |

 


 

East is East

EAST IS EAST

| Regie: Damien O’Donnell | Buch: Ayub Khan-Din | Kamera: Brian Tufano | mit Om Puri, Linda Bassett, Jordan Routledge, Archie Panjabi u.a.
| Großbritannien 1999 | OmU | 96 Min. |

Drunter und drüber geht es in der britisch-pakistanischen Familie von George und Ella Kahn. Sechs Söhne zwischen 12 und 20 und die Fußball spielende Meenah suchen ihren eigenen Weg im nordenglischen Provinzstädtchen Salford.

Der aus Pakistan eingewanderter George Khan ist stolzer Besitzer eines Fish’n Chips-Ladens und noch stolzerer Pakistani. Seine sieben Kinder nennen ihn »Dschingis«, was durchaus nicht immer liebevoll gemeint ist. Denn George stellt sich hilflos und aggressiv gegen den selbst gewählten Lebensstil seiner Kinder. Der Konflikt kulminiert in den Versuchen des Vaters, seine Söhne nach traditionellem Ritus zu verheiraten. Der älteste Sohn Nadir ist im Zorn von zu Hause ausgezogen, die Doppelhochzeit für Tariq und Abdul platzt und Sajid, der Jüngste, verkriecht sich in seinem Parka, den er nie auszieht. Lediglich bei Maneer scheint die väterliche Immigrantenreligiosität und seine Traditionsverliebtheit auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Ruhender Pol in diesem interkulturellen Schlagabtausch ist Georges englische Ehefrau.

Der britische Erfolgsfilm des Jahres 1999, der mit viel Humor und Wärme das konfliktreiche Dasein der zweiten Generation von MigrantInnen anschaulich macht, basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Ayub Khan-Din.

| Sa 24.02., 21:30 | Mi 28.02., 19:30 |

 


 

Siehe auch DAVIDS WUNDERSAME WELT im Kinderkino 18.02., 25.02. jeweils 15:30 Uhr

 


 

Britisch - muslimische Identität

MITTWOCHSKINO: AUSSTELLUNG 17.02.–31.03. BRITISCH-MUSLIMISCHE IDENTITÄTEN

COMMON GROUND

FOTOGRAFISCHE ASPEKTE

Die Ausstellung COMMON GROUND wurde 2003 vom British Council in Großbritannien ins Leben gerufen – auf über 150 Fotografien unterschiedlichen Formats werden Lebensbereiche der Muslime in Großbritannien dokumentiert. Acht renommierte britische Künstler haben Werke eigens für das Projekt hergestellt, das die Bandbreite photographischer Praxis reflektiert.

COMMON GROUND zeigt Muslime dezidiert als Teil der britischen Gesellschaft und hinterfragt einseitige Vorstel-lungen von muslimischen Lebenswelten. Erzielt wird dies durch die Vielfalt der abgebildeten Menschen, Objekte und Situationen, aber auch der künstlerischen Herangehensweisen. Wichtig ist vor allem jedoch, dass COMMON GROUND nicht nur eine Ausstellung über Muslime ist, sondern viele der Künstler selbst einen muslimischen Hintergrund haben.

In den folgenden Ländern war COMMON GROUND bislang zu sehen: Bangladesch, Malaysia, Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Oman, Russland. Obwohl sich gerade im westeuropäischen Raum Diskurse über den »Dialog der Kulturen«, den »Dialog mit dem Islam« und muslimisches Leben ausbreiten, ist ein vergleichbares Pro-jekt hier bislang nicht in Sicht. COMMON GROUND versteht sich als work in progress: Seit ihrer Entstehung in Großbritannien wurde die Ausstellung auf jeder Tour um Werke lokaler Künstler erweitert. Sie ist daher eine Aufforderung zum internationalen, interkulturellen Dialog. Erfreulicherweise wird dieser nun in Deutschland weitergeführt – 2007 wird COMMON GROUND in Freiburg seine erste westeuropäische Station machen.

| Ausstellungsraum der Universitäts-Bibliothek und Galerie im Alten Wiehrebahnhof | 17.02.–31.03. | Eröffnung nach der Lesung am Sa. 17.02., 20:00 Uhr |

 


 

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