MITTWOCHSKINO – CINEMA AFRICA

NAMIBIA CROSSINGS – SPIRITS AND LIMITS | TGV EXPRESS | THE SWENKAS

 


 

Namibia Crossing

NAMIBIA CROSSINGS – SPIRITS AND LIMITS

Regie u. Buch: Peter Liechti | Kamera: P. Guyer, P. Liechti | Musik: Hambana Sound Company, Sunshine Kids, Epukiro, The San Musicians, Tsumkwe, Lovers Band u.a.
| Schweiz 2004 | OmU | 92 Min. |

»Hambana Sound Company«: 12 Musiker und Sängerinnen aus Namibia, Zimbabwe, Angola, der Schweiz und Russland gehen zusammen auf Tournee. 12 verschiedene Träume unterwegs in einem Land, das sich – genauso wie das frisch gegründete Ensemble – von Grund auf neu erfinden muss: Namibia, ehemals Deutsch-Südwestafrika. Die gemeinsame Suche nach den tiefen Quellen von Musik wird mehr und mehr zur Grenzerfahrung jedes Einzelnen, v.a. durch die Begegnung mit den lokalen Musikgruppen in den abgelegenen Provinzen. Zu tief sind die Risse, die die Kolonisation hinterlassen hat, als dass kulturelle Differenzen sich auf musikalischem Wege austragen ließen.

Kein Musikfilm in schlichter Nachfolge von Wenders‘ »Buena Vista Social Club« – vielmehr als vielschichtiger Film ein Dokument für die punktuelle Annäherung von höchst unterschiedlichen Kulturen und zugleich eines für das Scheitern des Unterfangens.

Der Film des renommierten Dokumentaristen Peter Liechti ist beeindruckend artifiziell konstruiert, sein Rhythmus spiegelt den Rhythmus der Musik und des Lebens in den verschiedenen Teilen des Landes – und er behält trotz allem einen optimistischen Grundton bei. Der Roadmovie-Charakter eröffnet die Möglichkeit, die Musiker vor Landschaftsbildern von überwältigender Schönheit zu inszenieren, auf der größten Düne der Welt in Sossusvlei etwa oder in der Kalahari.

| Mi 06.09., 19:30, anschl. AfterTalk | Fr 08.09., 21:30 |

 


 

TGV Express

TGV EXPRESS

Regie: Moussa Touré | mit Makéna Diop, Al Hamdou Traoré, Bernard Giraudeau, Joséphine M’Boup u.a.
| Senegal/Frankreich 1997 | OmU | 90 Min. |

In seinem Spielfilm TGV unternimmt der senegalesische Filmemacher Moussa Touré auf wunderbar leichte Art eine Reise durch seinen schwarzafrikanischen Kontinent. In einem bunt bemalten Bus, den der Chauffeur in Anlehnung an den französischen Hochgeschwindigkeitszug kühn »TGV« nennt, hat er eine illustrative Auswahl von Zeitgenossinnen und Zeitgenossen vereint, die sich in unterschiedlichen, und mitunter nicht sehr angenehmen Situationen behaupten müssen. Moussa Touré bringt in seinem knatterigen Gefährt unter anderem einen flüchtigen Finanzminister, ein verirrtes europäisches Ethnologenpaar auf der Suche nach der untergegangenen Mandingo-Zivilisation, einen Dealer und weitere Bewohnerinnen und Bewohner des afrikanischen Kontinents unter. Sehr schön gelingt ihm dabei die Charakterisierung der einzelnen Figuren in wenigen, aber präzisen Strichen. Mit herrlich instrumentierten und abgestimmten Dialogen, streitend, neckend und lachend fährt die zufällige Gesellschaft von einer Augen zwinkernden Anspielung zur nächsten.

| Mi 13.09., 19:30 | Fr 15.09., 21:45 |

In Kooperation mit Association des Ressortissants sénégalais de Freiburg e.V.

 


 

The Swenkas

THE SWENKAS

Regie: Jeppe Rønde | Buch: J. Rønde, Kim Leona | Kamera: Lars Skree DFF; Sebastian Vinterø DFF,
| Dänemark/Südafrika 2004 | OmeU | 72 Min. |

Sie sind Farmer und Arbeiter im heutigen Südafrika. Am Wochenende, wenn sie das Saturday Night Fever packt, streifen sie ihre schmutzigen Overalls ab und schlüpfen in die feinsten Klamotten. In gestylten Outfits präsentieren sie sich in Johannesburg auf einer Modenschau für Männer. Die Swenkas, so nennen sich diese Verwandlungskünstler, zelebrieren stolz diesen Kult.

Mit edlen Designer-Anzügen, blank geputzten Lackschuhen und eleganten Hüten posieren sie vor einer Jury, die nicht nur ihre Garderobe, sondern auch den Tanz und die Performance bewertet. Dem Gewinner dieser Show winken Geldpreise, und zu bestimmten Anlässen darf er sogar eine

Ziege oder Kuh mit nach Hause nehmen. Woher dieser ritualisierte Wettbewerb stammt und wie lange er schon existiert, weiß niemand so genau. Und wie so viele Traditionen aus der alten Welt, ist nicht vorherzusehen, wie lange sie noch existieren werden.

Der dänische Regisseur Jeppe Rønde hat sich den Swenkas in einem narrativen Dokumentarstil genähert mit einer poetischen, metaphernreichen Bildsprache voller Musikalität. Und er zeigt Südafrika in der Post-Apartheids-Ära als ein Land im Umbruch zur Moderne, das sich seiner afrikanischen Traditionen und Mythen aber bewusst ist und sie pflegt.

| Mi 20.09., 19:30 | So 24.09., 17:30 |

 


 

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