MITTWOCHSKINO

ABSCHIEBUNG IM MORGENGRAUEN · STORIES FROM SOUTH AFRICA No. 2: MEMORIES OF RAIN

 


 

ABSCHIEBUNG IM MORGENGRAUEN

| D 2005 | Regie: Werner Grave | 46 Min. |

Allein in Hamburg leben etwa 20.000 Menschen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus. Sie sind nur behördlich »geduldet«. Viele von ihnen sind Kriegsflüchtlinge. Sobald sich die Situation im Herkunftsland nach Einschätzung der deutschen Politik ändert, stehen sie auf den Abschiebelisten.

Ein Kamerateam des NDR hat Beamte der Ausländerbehörde bei der nächtlichen Abschiebung begleitet, die sich normalerweise anonym abspielt. In der Zentralen Ausländerbehörde Hamburg, »Abschnitt für Rückführungsangelegenheiten«, wird entschieden, wer bleiben darf und wer gehen muss. Es ist drei Uhr morgens, als sechs Mitarbeiter der Hamburger Ausländerbehörde, begleitet von einigen Polizisten, an der Tür der Familie Kryezi klingeln. Eine halbe Stunde hat Eva Kryezi Zeit, um hastig ein paar Kleider zusammenzupacken, ihre fünf Kinder zu beruhigen und Verwandte zu benachrichtigen, dass die Familie nach 15 Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben wird.

Nach welchen Kriterien urteilen die Mitarbeiter des Amtes, wie gehen sie mit den Menschen um, über deren Schicksal sie entscheiden? Nicht nur die systematische, sondern auch die rechtswidrige Unmenschlichkeit der Behörden macht der Film deutlich. Der Dokumentarfilm wurde sowohl mit dem Europäischen CIVIS-Medienpreis 2005 ausgezeichnet als auch mit dem Adolf-Grimme-Preis.

In Zusammenarbeit mit SAGA (Südbadisches Aktionsbündnis gegen Abschiebung) und IBIS (Interkulturelle Bildung und Soziale Arbeit e.V.) – Nach dem Film besteht die Gelegenheit zur Diskussion.

| Mi., 3.5. 19.30 |

 


 

STORIES FROM SOUTH AFRICA No. 2

MEMORIES OF RAIN

SZENEN AUS DEM UNTERGRUND

Regie: Gisela Albrecht, Angela Mai | Buch: G. Albrecht | Kamera: Matthias Seldte |
| Deutschland 2004 | OmU | 155 Min. |

Der preisgekrönte Dokumentarfilm MEMORIES OF RAIN erzählt in Rückblenden die Geschichte von Jenny Cargill und Kevin Qhobosheane, die beide beim Nachrichtendienst des bewaffneten Flügels des African National Congress (ANC) in führender Position gegen den Apartheidstaat gekämpft haben. Jenny stammt aus der weißen, begüterten Schicht Südafrikas, Kevin aus dem schwarzen Township Soweto. Der Film ist keine historische Studie des bewaffneten Kampfes des ANC, sondern die Geschichte der persönlichen Erfahrungen zweier Menschen: Wie sie aufgewachsen und mit dem Untergrund in Berührung gekommen sind, ihre Ziele und Ideale, und wie sie kämpfen mussten, um diese im Angesicht der düsteren Realität des militärischen Konfliktes aufrechtzuerhalten. Es ist auch die Geschichte der Untergrundarbeit in Südafrika selbst. Ein Leben in der Tarnung, abseits der normalen Gesellschaft. In ihren Berichten entfaltet sich ein profundes Bild des Untergrundkampfes. Wie konnte sich ein so perfides System wie die Apartheid halten? Was waren die Triumphe des ANC, was seine Aporien, welchen Preis verlangte er von den Aktivisten?

| Mi 24.05., 19.30 in Anwesenheit der Regisseurin Gisela Albrecht. In Zusammenarbeit mit dem Arnold-Bergstraesser-Institut | Mi 31.05. 19.30

 


 

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