Cine Latino

CINELATINO – FESTIVAL DES LATEINAMERIKANISCHEN FILMS

Spannende filmische Entdeckungen aus Lateinamerika bietet vom 10. – 17. Mai das Kommunale Kino Freiburg. Zum 13. Mal findet das CineLatino statt, das wichtigste Forum für lateinamerikanische Filmkultur in Deutschland: in Tübingen, Stuttgart, Heidelberg, Frankfurt und in Freiburg. Mit dem diesjährigen Länderschwerpunkt Brasilien zeigen wir im Fußballjahr 2006, dass Brasilien nicht nur auf dem Rasen zu den Besten der Welt zählt: Es ist neben Argentinien und Mexiko eines der wichtigsten und innovativsten Kinoländer Lateinamerikas. Der Länderschwerpunkt zeigt mit Spiel- und Dokumentarfilmen ein breites Spektrum von Ausschnitten aus der Realität dieses riesigen Landes. Der Schwerpunkt Migration thematisiert mit drei Filmen (GARCÍA GIRLS; AL OTRO LADO; ROMÁNTICO) die verschiedenen Aspekte diese Massenphänomens: von der Schwierigkeit der Immigration in die USA, über gelungene Integration am Beispiel mehrerer Generationen, bis hin zum Wunsch nach Rückkehr. Wir freuen uns, dazu in Zusammenarbeit mit dem Carl-Schurz-Haus die Filmemacherin Georgina García Riedel mit ihren Film HOW THE GARCÍA GIRLS SPENT THEIR SUMMER zur Eröffnung am 10.05. begrüßen zu dürfen.

Neue Spiel- und Dokumentarfilme aus Argentinien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Uruguay und Venezuela runden das Programm ab. Weitere Infos: www.filmtage-tuebingen.de

HOW THE GARCÍA GIRLS SPENT THEIR SUMMER · ABOIO · MAROA · QUANTO VALE OU É POR QUILO? · BATALLA EN EL CIELO · O PRISIONEIRO DA GRADE DE FERRO · AL OTRO LADO · COMO UN AVIÓN ESTRELLADO · LA SOMBRA DEL CAMINANTE · PLAY · RUIDO · ESTAMIRA · EL VIENTO · ROMÁNTICO · QUASE DOIS IRMÃOS

 


 

Szenenfoto

HOW THE GARCÍA GIRLS SPENT THEIR SUMMER

WIE DIE GARCÍA GIRLS IHREN SOMMER VERBRACHTEN

| USA 2005 | Regie: Georgina García Riedel | OmeU | 128 Min. |

Das Leben fließt ruhig dahin in dem kleinen Städtchen in Arizona, in dem die drei Frauen der Garcia-Familie leben. Das ändert sich, als die Matriarchin Dona Genova sich entscheidet, ein Auto zu kaufen – trotz ihres Alters von 70 Jahren und eines fehlenden Führerscheins. Ihr Gärtner, Don Pedro, gibt ihr Fahrstunden und schon hat die Dorfgemeinschaft ein neues Thema für den alltäglichen Tratsch gefunden. Sehr zum Missvergnügen von Genovas Tochter Lolita. Deprimiert und verbittert lebt sie nach ihrer Scheidung mit ihrer 17jährigen, stark pubertierenden Tochter Blanca zusammen. Aber auch in Lolitas und Blancas Leben treten schon bald Männer, die ihren Alltag durcheinander wirbeln. Selten hat ein Film das sexuelle Erwachen von Frauen so sensibel und liebevoll beleuchtet wie Georgina Riedels poetische Geschichte. Sie beobachtet drei verschiedene Generationen bei der Wieder- und Neuentdeckung der Liebe, schwankend zwischen Emanzipation, Verlangen und Einsamkeit.

Georgina García Riedel ist eine mexikanischstämmige Amerikanerin, die selbst in Arizona geboren und aufgewachsen ist. Wir freuen uns sehr, zur Eröffnung des Festivals am Mi., 10.5. um 19.30 Georgina García Riedel begrüßen zu dürfen.

| Mi 10.5., 19.30 Eröffnung des Festivals | In Zusammenarbeit mit dem Carl-Schurz-Haus, Deutsch-Amerikanisches Institut e.V. in Freiburg.

 


 

ABOIO

VIEHSÄNGER

| Brasilien 2005 | Regie: Marília Rocha | OmeU | 73 Min. |

In der brasilianischen Prärie, dem Sertão, bewahren die Cowboys ihre uralte Tradition: Sie kommunizieren mit ihrem Vieh in einer Art Sprechgesang, der ›aboio‹ genannt wird. Sie dichten mit großer Leidenschaft und Stolz über und für ihre Kühe und ihr Leben als Kuhhirten. Ihre Lieder sind lautmalerisch. Ihre Art zu singen führen sie auf die muslimisch-maurische Kultur der iberischen Halbinsel zurück, die sich in der brasilianischen Steppe dann weiterentwickelte.

| Do 11.05., 19.30 |

 


 

MAROA

| Venezuela/Spanien 2005 | Regie: Solveig Hoogesteijn | OmeU | 102 Min. |

Maroa ist 11 Jahre alt und steht Schmiere, während ihr Freund ein Auto knackt. Maroas Leben besteht aus kleinen Gaunereien und ihrer Großmutter, die auf dem Markt Lose verkauft. Lesen hat sie nicht gelernt, sehr wohl aber, sich gegen eine feindliche Umwelt zur Wehr zu setzen. Als Maora in einem Heim landet, trifft sie den Musiklehrer Joaquín und wird in seine Orchesterklasse aufgenommen. Für Maroa ist dies der Beginn ihrer Leidenschaft für die Musik und ihrer Freundschaft zu Joaquín. Publikumspreis beim Film Festival in Biarritz 2005.

| Do 11.05., 21.30 |

 


 

Szene

QUANTO VALE OU É POR QUILO?

WIEVIEL KOSTET ES?

| Brasilien 2005 | Regie: Sérgio Bianchi | OmeU | 110 Min. |

Die Sklaverei wurde in Brasilien im Jahr 1888 endgültig abgeschafft – oder etwa doch nicht? Den unheimlichen Kontinuitäten der brasilianischen Gesellschaft ist der Film QUANTO VALE? auf der Spur. Auf geschickte Weise kontrastiert er historische mit gegenwärtigen Episoden. Der Film zeigt die frappierenden Ähnlichkeiten der feudalen Sklaverei mit den modernen Machenschaften von Wohltätigkeitsorganisationen. Unter dem Deckmantel des sozialen Engagements beuten diese mit Hilfe geschickter Manipulation die Unterprivilegierten genauso aus wie vor 150 Jahren. Was also ist ein Menschenleben wert? Damals so wenig – oder so viel – wie heute. Sérgio Bianchi gilt als polemischer Regisseur, der beißend-intelligent die brasilianische Gesellschaft kritisiert.

| Fr 12.05., 19.30 | In Zusammenarbeit mit der Brasilieninitiative e.V. Freiburg

 


 

Kampf im Himmel

BATALLA EN EL CIELO

KAMPF IM HIMMEL

| Mexiko/B/F 2005 | Regie: Carlos Reygadas | OmU | 98 Min. |

Marcos, der Chauffeur eines Generals, und seine Frau haben aus Geldgier ein Kind entführt, das dabei zu Tode gekommen ist. Ana, die Tochter des Generals, prostituiert sich, weil es ihr Freude bereitet. Der von schweren Gewissensbissen geplagte Marcos vertraut sich Ana an und sucht bei ihr Halt. Schließlich unternimmt er eine Wallfahrt zu Ehren der Madonna von Guadalupe, der Patronin aller Mexikaner. Ein bildgewaltiges Epos über Schuld und Sühne, Klassen- und Körperverhältnisse in Mexiko. Carlos Reygadas Spielfilm nahm am Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes 2005 teil.

| Fr 12.05., 21.30 |

 


 

O PRISIONEIRO DA GRADE DE FERRO

DER GEFANGENE DER EISERNEN GITTER

| Brasilien 2004 | Regie: Paulo Sacramento | OmeU | 123 Min. |

Das Carandiru Gefängnis in São Paulo ist mit 7.500 Insassen das größte Gefängnis Lateinamerikas. Der Film gibt einen Einblick in den harten Alltag der Häftlinge. Das Besondere an dieser Dokumentation ist, dass die Gefangenen im Rahmen von Video-Kursen an der Kamera ausgebildet wurden und selbst ihren Alltag gefilmt haben. SACRAMENTO: »Unser Film versucht die traditionelle Interviewer-Beziehung aufzuheben. Während der Dreharbeiten fand ein ständiger Austausch zwischen unserer Crew und den Inhaftierten statt. (...) Wir konnten uns schließlich ohne Begleitung durch das Gefängnis bewegen und ohne Restriktionen den Alltag der Insassen filmen.«

| Sa 13.05, 19.30 | In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Brasilianischen Kulturverein DONA FLOR e.V

 


 

AL OTRO LADO

AUF DER ANDEREN SEITE

| Mexiko 2005 | Regie: Gustavo Loza | OmeU | 89 Min. |

Von drei verschiedenen Orten dieser Welt machen sich Kinder auf den Weg ihre Väter zu suchen. Die Väter sind »auf der anderen Seite«, um Geld zu verdienen und irgendwann zurückzukehren. Sie hinterlassen eine große Lücke im Leben des kleinen Mexikaners Prisciliano, des Kubaners Ángel und der 10-jährigen Fatima aus Marokko.

Aus den Nachrichten bekannt sind die Bilder derjenigen, die an der ›Festung Europa‹ oder an der streng bewachten Grenze zwischen Mexiko und den USA hängen bleiben. Doch was ist mit ihren Familien, wie geht es denjenigen, die sie zurücklassen? AL OTRO LADO lenkt unseren Blick auf die andere Seite.

| Sa 13.05., 21.45 | In Kooperation mit Carl-Schurz-Haus

 


 

COMO UN AVIÓN ESTRELLADO

WIE EIN ABGESTÜRZTES FLUGZEUG

| Argentinien 2005 | Regie: Ezequiel Acuña | OmeU | 80 Min. |

Vor einem Jahr sind Nicos Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Seitdem lebt der Teenager bei seinem älteren Bruder Fran, der eine Tierklinik betreibt. Die Geschwister haben kein inniges Verhältnis, jeder versucht auf seine Weise ohne viele Worte über den Tod von Mutter und Vater hinwegzukommen. Wenn Nico nicht gerade in der Tierklinik seines Bruders jobbt, verbringt er seine Freizeit zumeist mit seinem besten Freund Santi, der ihn jedoch immer wieder für seine Diebstähle als Komplizen missbraucht, was die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe stellt. Die Sonne scheint wieder aufzugehen, als Nico sich in Luchi verliebt...

| So 14.05., 19.30 |

 


 

LA SOMBRA DEL CAMINANTE

DER SCHATTEN DES WANDERERS

| Kolumbien 2004 | Ciro Guerra | OmeU | 91 Min. |

Wer ist dieser Mann, der mit einem Stuhl auf dem Rücken, einem Regenschirm in der Hand und einer Sonnenbrille durch die Straßen Bogotás wandert? Mañe, der ein Holzbein hat und in seinem Viertel als Nichtsnutz verspottet wird, versucht diesem Mann auf die Spur zu kommen. Langsam entwickelt sich zwischen Mañe und dem geheimnisvollen Mann eine Freundschaft, die beiden das Leben erleichtert. Bald jedoch überschattet die Vergangenheit des Wanderers, die Teil der gewalttätigen Geschichte Kolumbiens ist, ihre Freundschaft.

Ciro Guerra zeigt die Geschichte Kolumbiens aus einer menschlichen Perspektive. LA SOMBRA hat weltweit Preise erhalten.

| So 14.05., 21.30 |

 


 

PLAY

| Chile 2005 | Regie: Alicia Scherson | OmeU | 105 Min. |

Irgendeine Großstadt in Lateinamerika. Es könnte auch Santiago de Chile sein. Die Stadt ist dreckig und überfüllt. Sie ist heiß und gefährlich. Das macht die Suche nach Liebe nicht eben einfacher. Tristan läuft mit gebrochenem Herzen herum. Deshalb hat er das Gefühl, die Stadt sei sein Feind. Die junge Christina beobachtet ihn. Sie selbst ist gerade dabei die Liebe zu finden. Christina liebt es, mit dicken Kopfhörern Musik zu hören, während sie durch die Stadt streift. Und so wirkt dieser moderne, schnelle, Großstadtfilm selbst wie ein Popsong. Poetisch, bildstark und manchmal märchenhaft.

| Mo 15.5., 19.30 |

 


 

RUIDO

LÄRM

| Uruguay/Argentinien/E 2004 | Regie: Marcelo Bertalmío | OmeU | 100 Min. |

Basilio ist ein phänomenaler Typ und hat auch noch ein großes Herz, aber das merkt niemand. Seine Frau verprügelt ihn, seine Kollegen machen ihn lächerlich und selbst der Junge, der seinen Hund Gassi führt, verachtet ihn. Als er sich umbringen will, kreuzt Irene auf, eine professionelle Nachtschwärmerin, die ihm die Tür für ein neues Leben öffnet. Sie stellt ihm Méndez vor, einen Unternehmer mit einem ungewöhnlichen Geschäft, der ihm einen Job anbietet. Doch dieser Aufgabe ist Basi nicht ganz gewachsen. Während die Stunden vergehen, treibt sich Basi durch die Stadt und verwickelt sich zusehends in die extravaganten Anliegen seiner neuen Freunde. Und der Lärm wird immer lauter...

| Mo 15.05., 21.30 |

 


 

Szenenfoto

ESTAMIRA

| Brasilien 2004 | Marcos Prado | OmeU | 121 Min. |

Estamira arbeitet seit 20 Jahren auf einer Müllkippe bei Rio de Janeiro. Wenn ihre Schizophrenie die Oberhand gewinnt, ist sie voller schwer zu durchdringenden Weisheiten, spricht von Astral-Körpern und ihrem unsichtbaren Kind, hat aber auch faszinierende Ideen vom Zustand der Welt und der bösen Rolle, die Gott darin spielt. In den Momenten der Klarheit erzählt sie aus ihrer Vergangenheit, die glücklich anfing, doch durch tragische Ereignisse eine Kehrtwende nahm.

Marcos Prado begleitete Estamira in diesem bewegenden Dokumentarfilm seit 2000, dem Jahr, in dem sie ihre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik aufnahm. – ESTAMIRA wurde als Bester Film beim Internationalen Dokumentarfilmfest von Marseille 2005 ausgezeichnet.

| Di 16.05., 19.30 |

 


 

EL VIENTO

DER WIND

| Argentinien 2005 | Regie: Eduardo Mignogna | OmU | 100 Min. |

Erzählt wird die Geschichte von Frank, einem Landarbeiter aus Patagonien, der nach dem Tod seiner Tochter zum ersten Mal sein Heimatdorf verlässt, um in Buenos Aires seine Enkelin Alina zu treffen. Während seines Aufenthalts deckt er verborgene Geheimnisse auf und nimmt die Gelegenheit wahr, verloren geglaubte Gefühlsbande neu zu knüpfen.

Es handelt sich um einen gefühlvollen Film, dessen Entstehung Eduardo Mignogna sehr viel Zeit gekostet hat. Ein Leben lang hat er sich mit der Idee getragen, einen Film über Identität, Schuld und Gerechtigkeit zu drehen. EL VIENTO erhielt viele Auszeichnungen.

| Di 16.05., 21.45 |

 


 

Szene

ROMÁNTICO

EIN ROMANTIKER

| USA 2004 | Regie: Mark Becker | OmeU | 80 Min. |

Mit der Gitarre in der Hand streifen Carmelo und Arturo, zwei mexikanische »Illegale«, durch die Straßen von San Francisco, die sich mit Mariachi-Melodien ein paar Dollars verdienen. Während Arturo nach und nach dem Alkohol verfällt, berichtet Carmelo von seiner Auswanderung. Sein von Melancholie und Geldnöten geprägter Alltag wird nur durch Telefonate mit seiner Tochter erhellt. Nach langen Jahren, in denen er versucht hat, sich in San Francisco durchzuschlagen, beschließt er, zu seiner Familie nach Salvatierra zurückzukehren und mit ihm wechselt auch der Film auf die mexikanische Seite seines Lebens. Diskret zurückhaltend verweilt Mark Beckers Kamera bei den unscheinbaren, aber aussagekräftigen Fragmenten dieses Schicksals. Die Grenze zwischen Mexiko und den USA wird ihrem Ruf als Grenze zum scheinbaren Glück einmal mehr gerecht: Carmelos Lieder spiegeln seine Sehnsüchte und Träume wider, während die kleinen Chroniken seines Lebens von den Erwartungen, aber auch den Enttäuschungen erzählen, welche die Emigration mit sich bringt.

| Mi 17.05., 19.30 | In Kooperation mit Carl-Schurz-Haus

 


 

QUASE DOIS IRMÃOS

FAST WIE BRÜDER

| Brasilien 2004 | Regie: Lúcia Murat | OmeU | 102 Min. |

Als sie Kinder waren, schien die Freundschaft zwischen dem Bürgersohn Miguel und dem Slumjungen Jorge noch ungetrübt. Als junge Männer treffen sie sich im Gefängnis wieder: Miguel als politischer Gefangener, Jorge als Krimineller. Der Konflikt zwischen den beiden Gruppen spitzt sich zu, weil die Spielregeln der vorwiegend weißen Linken und der meist schwarzen Drogenhändler so unterschiedlich sind. Als reife Männer treffen Miguel und Jorge erneut aufeinander: ungleicher als je zuvor. Ein Drama, das die drei Zeitebenen als Puzzle dargestellt. Der Einfluss Paulo Lins‘, der die Romanvorlage zum weltweit umjubelten Film CITY OF GOD geschrieben hat, ist unverkennbar. Die Filmemacherin Lúcia Murat drosselt das Tempo und lenkt den Blick von der Gewalt auf deren Ursachen.

| Mi 17.05., 21.30 |

 


 

schreib mir mal! e-mail ans Kommunale Kino
kino@freiburger-medienforum.de
Startseite Kommnunales Kino Freiburg
Zurück zur
Startseite