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»VON ISTANBUL NACH HAKKARI« EINE RUNDREISE IN GESCHICHTEN

Uzak

UZAK

WEIT

Regie, Buch und Kamera: Nuri Bilge Ceylan | Musik: Mozart | mit Muzaffer Ödemir, Mehmet Emin Toprak, Zuhal Gencer Erkaya u.a. | Türkei 2002 | OmU | 110 Min. |

Weit weg – auf Türkisch uzak – erscheint die Provinz von Istanbul aus, nicht nur geographisch. Als Yusuf, ein armer Verwandter aus Anatolien, in der Istanbuler Wohnung des Fotografen Mahmut auftaucht, gerät das Leben des ehemals engagierten Intellektuellen durcheinander. Yusufs jugendliches Chaos und sein Scheitern bei der Jobsuche halten Mahmut einen Spiegel vor.

Uzak lässt sich ein auf die kreisende Bewegung seines Helden. Wir folgen einem Mann auf seinen Wegen durchs winterliche Istanbul, vorbei an Hafenanlagen, verrotteten Schiffen, an den großen Panoramablicken der Stadt. Es geht um einen jungen Mann, der aus der Provinz zu seinem neureichen Cousin zieht. Um große Träume von Reichtum und Ferne, die bald in kleinen Streitereien und Geldsorgen enden. Uzak erzählt von einem, der keinen Platz findet, weil diese überfüllte, harte Stadt mit all ihren Arbeitslosen auf nichts weniger gewartet hat als auf einen sehnsüchtigen Hinterwäldler. Nuri Bilge Ceylan findet Bilder, deren weite Perspektiven Platz lassen für die Einsamkeit zweier Männer, die in einer Wohnung und doch in zwei ›Parallelwelten‹ leben. (Die Zeit)

Die kleinen Szenen, Gesten und Blicke, die Ceylan für die Gefangenheit seiner Protagonisten finden, sind es, die diesen leisen Film in der Tradition von Ozu, Kiarostami und Tarkowski zum noch lange nachhallenden Meisterwerk macht. (Martin Rosefeldt)

UZAK gewann seit dem Großen Preis der Jury in Cannes 2003 zahllose weitere nationale und internationale Preise.

| Fr 07.04., 21.30 | So 09.04., 19.30 | Di 11.04., 21.30 |

 


 

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