TEDDY TWENTY TRIBUTE

Seit 1987 wird auf der Berlinale der TEDDY verliehen: als Preis für den besten Film, der in einem schwulen, lesbischen und/oder transgender Kontext steht. Der TEDDY ist die einzige Auszeichnung für queere Filme, die auf einem großen internationalen, nicht explizit homosexuellen Filmfestival verliehen wird. Der TEDDY AWARD wurde dieses Jahr zum 20. Mal verliehen und die Berlinale feierte dieses Ereignis mit einem Filmprogramm aus 36 Filmen, dem TEDDY TWENTY TRIBUTE. Daraus zeigen wir eine Auswahl.

PARAGRAPH 175 · RAUS AUS AMAL · TROPFEN AUF HEISSE STEINE ·

 


 

PARAGRAPH 175

Regie und Produktion: Rob Epstein und Jeffrey Friedman | mit Gad Beck, Heinz Dörmer, Pierre Seel, Heinz F., Albrecht Becker; Erzähler: Rupert Everett
| USA 1999 | OmU | 81 Min. |

Die Verfolgung von Homosexuellen während der Zeit des Dritten Reichs ist ein Kapitel der deutschen Geschichte, das im Bewusstsein der Öffentlichkeit bisher kaum Widerhall gefunden hat. In der Aufarbeitung des nationalsozialistischen Terrors wurde das Thema geflissentlich nicht beachtet, und aus Angst vor Repressalien hüteten sich die Opfer lange, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

»Als Schwule und Juden hatten wir offensichtliche persönliche Gründe, uns mit diesem Thema zu befassen. Wir fühlten eine gewisse Dringlichkeit, das Projekt zu machen; solange es noch Zeugen gab, die uns über ihre Erlebnisse berichten konnten. Als Filmemacher waren wir darüber hinaus fasziniert von der Ambivalenz der Thematik. Da waren homosexuelle Opfer, da waren Homosexuelle im politischen Widerstand und da waren homosexuelle Nazis und Sympathisanten. Und obwohl die Nazis kontinuierlich Homosexuelle verfolgten, propagierten ihre Gegner aufgrund der Homosexualität des SA-Führers Ernst Röhm, dass alle Nazis schwul seien. Viele Schwule entgingen auch der Verfolgung. Wie konnten sie überleben?« (Rob Epstein/Jeffrey Friedman)

| Di 04.04., 21.45 | Sa 08.04., 17.30 | Mi 12.04., 21.45 |

 


 

RAUS AUS AMAL

FUCKING AMAL

Szene

Regie und Buch: Lukas Moodysson | mit Alexandra Dahlström, Rebecca Liljeberg u.a.
| Schweden 1999 | OmU |

In der schwedischen Kleinstadt Amal, die Jugendlichen wenig zu bieten hat, leben die beiden Teenager Elin und Agnes. Während Elin bei ihren Mitschülern und Freunden beliebt ist und sich den langweiligen Alltag mit Eroberungen und der Hoffnung auf eine Zukunft als Star vertreibt, hat die fragile Agnes keine Freunde und träumt sehnsüchtig davon, Elin näher kennen zu lernen. Nach einer missratenen Geburtstagsfeier, die Agnes Mutter gegen den Willen ihrer Tochter organisiert hat, kommen sich die beiden Mädchen doch noch näher. Elin entdeckt in der bisher eher verachteten Agnes eine mögliche Freundin. Man erfährt nicht, wohin die abenteuerliche Annäherung der beiden Mädchen führt, aber die Grenzen in ihren Köpfen und in der Kleinstadt haben die beiden überwunden.

In Skandinavien war die sensible, wie auch witzige Geschichte jugendlicher Selbstfindung ein Kinohöhepunkt des Jahres. Lukas Moodysson (Buch und Regie) stellt die Probleme seiner Protagonistinnen in der Erzählung überzeugend dar, nicht zuletzt lebt der Film vom lebendigen Spiel der beiden jungen Hauptdarstellerinnen.

| Sa 15.4., 21.45 | So 16.4., 22.00 | Mo 17.4., 21.45 |

 


 

TROPFEN AUF HEISSE STEINE

GOUTTES D’EAU SUR PIERRES BRULANTES

Regie und Buch: François Ozon, nach einem Theaterstück von R.W. Fassbinder | Kamera: Jeanne Lapoirie | Schnitt: Laurence Bawedin | mit Bernard Giraudeau, Malik Zidi, Ludivine Sagnier, Anna Thomson u.a.
| Frankreich 2000 | OmU | 85 Min. |

Fassbinder selbst hat sein Stück, das er mit neunzehn Jahren geschrieben hatte, nie aufgeführt. Regisseur François Ozon hat nun achtzehn Jahre nach Fassbinders Tod eine filmische Adaption von »Tropfen auf heiße Steine« geliefert, die bei der Berlinale für einigen Gesprächsstoff gesorgt hatte.

Zufällig lernt der gut situierte Léopold den jungen Franz kennen. Der verliebt sich Hals über Kopf in den älteren Mann, verlässt seine Freundin Anna und zieht bei ihm ein. Doch schon bald wandelt sich die Leidenschaft in Besessenheit, erweist sich Léopold als Despot. Als Anna um Franz zu kämpfen beginnt, geht dieser zu seiner alten Liebe zurück, nur um selbst die Rolle des Unterdrückers zu übernehmen. Da taucht auch noch Léopolds Exfreundin, die Transsexuelle Véra auf und die Situation spitzt sich zu – mit tödlichen Folgen.

| Sa 22.04., 21.30 | So 23.04., 19.30 anschließend afterTALK | Do 27.04., 22.00

 


 

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