DIE WELT DER OPER

April 2006

COSI · ZAUBER DER VENUS · OPERNFIEBER · U-CARMEN

Mai 2006

TOSCA · MOSES UND ARON

 


 

COSI

Regie: Mark Joffe | Buch: Louis Nowra | Kamera: Ellery Ryan | Schnitt: Nicholas Beauman | mit Ben Mendelsohn, Toni Collette, Rachel Griffiths, Colin Friels, u.a. | Australien 1996 | DF | 101 Min. |

Eine großartige und einfühlsame Geschichte um eine ereignisreiche Operninszenierung mit Patienten einer Psychiatrie. Wunderbar gelingt es dem Regisseur, sowohl tragische wie komische Momente zuzulassen, niemals das Thema der Therapie penetrant in den Vordergrund zu rücken, ohne jedoch den Ernst der Situation auszublenden.

Die Crew stellt nach vielen Komplikationen sowie bürokratischer Behinderungen eine höchst eigenwillige Version der Oper auf die Beine. Und dann die Musik: »Cosí fan tutte«, Mozarts vielleicht schönste Oper mit ihrer vielschichtigen Story um Liebe, Treue, Spiel und Ernst; immer wieder dreht sich neben den einzelnen Charaktergeschichten alles um die Inszenierung, dazu traumhafte Slapstickeinlagen, pointierter Wortwitz und jede Menge Situationskomik.

| Sa 08.04., 19.30 | So 09.04., 21.30 | Fr 14.04., 21.30 |

 


 

ZAUBER DER VENUS

MEETING VENUS

Regie: István Szabó | Buch: I. Szabó, Michael Hirst | Kamera: Lajos Koltai | Schnitt: Jim Clark | Musik: Richard Wagner | mit Niels Arestrup, Glenn Close, Moscu Alcalay u.a. | GB/F/HU 1990 | OmU | 119 Min. |

Ein ungarischer Dirigent kommt nach Paris, um an der Europäischen Oper Wagners »Tannhäuser« einzustudieren. Während er sich mit politischen Problemen und den Eitelkeiten des internationalen Ensembles auseinander setzen muss, beginnt er eine an Leidenschaften und Konflikten reiche Beziehung mit der attraktiven Starsopranistin. Der ebenso dramatische wie humorvolle Film ist reich an inneren Bezügen und unterhält vorzüglich als intelligenter Kommentar zum europäischen Musikbetrieb.

| So 16.04., 19.45 | Mo 17.04., 17.30 | Mi 19.04., 21.30 |

 


 

OPERNFIEBER

Regie und Buch: Katharina Rupp | Montage: Barbara Toennieshen | Kamera: Vita Spieß | mit Giuseppe di Stefano, Gustav Kuhn, Luisa Mandelli, Giancarlo Soave, Alfredo Cava u.a. | D/CH 2004 | 70 Min. |

Dieser Film begibt sich auf eine musikalische Entdeckungsreise zu den größten Opernhäusern Italiens und zeigt – vor und hinter den Kulissen – Akteure, Altstars, Liebhaber, Vergessene und Claqueure, die gegen alle Rivalitäten und Widerstände aber eines verbindet: die große Liebe zur Oper.

Claqueure, die bezahlten Stimmungsmacher der italienischen Oper, entscheiden über Triumph oder Scheitern der Opernstars. Ihr Ruf ist berüchtigt, für viele gelten sie immer noch als einflussreich und gefährlich. Sie selbst betrachten sich quasi als Künstler, die mit ihrer Arbeit der Oper dienen und die Sänger unterstützen. Ein Einblick in den Arbeitsalltag der Claqueure der italienischen Oper.

Die Liebe zur italienischen Oper und zum Übervater Verdi dürfte nach diesem feinsinnig, das Theater auf und vor der Bühne entlarvenden Film auch auf den Kinobesucher überspringen.

| Do 13.04., 19.30 | Di 18.04., 21.30 |

 


 

U-CARMEN

E-KHAYELITSHA

Szene

Regie: Mark Dornford-May | Buch: M. Dornford-May, Charles Hazlewood u.a., nach der Oper »Carmen« von Georges Bizet | Kamera: Giulio Biccari | Musik: Charles Hazelwood | mit Pauline Malefane, Andile Tshoni, Zweilungile Sidloyi u.a. | Republik Südafrika 2004 | OmU | 120 Min. |

Georges Bizets »Carmen« ist eine der populärsten Opern der Musikgeschichte. Daran hat sich seit der Uraufführung am 3.3.1875 nichts geändert. Angesiedelt in einem Armenviertel von Sevilla, dreht sich in dieser Oper alles um Liebe, Hass, Eifersucht und Rache, erotische Obsessionen, Begierde und Wahnsinn. In ihrem spannenden Gegensatz aus Exotismus und Realismus wirkt die Story erstaunlich alterslos; immer wieder lud sie Regisseure zu Neuinterpretationen ein.

Carmen ist keine Klischeefigur, kein Zigeunerinnen-Femme-Fatale-Konstrukt, sondern eine sinnlich, unabhängige Frau, deren Freiheitsliebe und Mut auch angesichts des Todes ungebrochen bleibt. Ihre Leidenschaft vermischt sich mit den impulsiven Obsessionen Don Josés. Die Neuverfilmung folgt dieser Liebesgeschichte, deren tragisches Finale immer noch zu den spannendsten der Theatergeschichte gehört.

Für seine Adaption analysi erte Regisseur Mark Dornford-May den Stoff gründlich. Sein Drehbuch, das eine vorangegangene Bühneninszenierung der Oper in einen abendfüllenden Spielfilm transportierte, erzählt die Liebesgeschichte von Carmen und Don José vor dem Hintergrund des auftreibenden Alltags in einer südafrikanischen Township. Für die Musikaufnahmen wurden die Liedtexte der Oper in Xhosa übersetzt.

| Mi 12.04., 19.30 | Sa 15.04., 19.30 | So 16.04., 17.30 |

Einen weiteren Film aus Südafrika zeigen wir im Mittwochskino

 


 

TOSCA

Tosca

Regie und Buch: Benoît Jacqot, nach der Oper »Tosca« von Giacomo Puccini | Kamera: Romain Winding | mit Angela Gheorghiu, Roberto Alagna, Ruggero Raimondi u.a.
| D/GB/I 2001 | OmU | 124 Min. |

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Puccinis 1900 uraufgeführte Oper »Tosca« eine filmische Bearbeitung finden würde: Gehört sie doch zu den beliebtesten Repertoirestücken der Opernliteratur. In einem totalitären Regime gerät der Maler Cavaradossi in Verdacht, Hochverrat begangen zu haben. Seine Geliebte, die Sängerin Tosca, versucht ihn zu schützen, doch der Polizeichef versteht es, ihre latente Eifersucht sich zu Nutze zu machen, um beide zu zerstören.

Antonio Pappano ist als versierter Dirigent etlicher Puccini- und Verdi-Einspielungen bekannt und dirigiert Chor und Orchester des Royal Opera House Covent Garden mit dem nötigen Verve, ohne allzu übertriebenes Pathos. Die drei Hauptakteure sind mit der aktuellen Creme des ›Opernzirkus‘‹ besetzt: Gheorghiu, Alagna und Raimondi bringen alles mit, was ein »Opern-Event-Movie« benötigt.

| Mo 01.05., 21.30 | Mi 03.05., 21.30 | Fr 05.05., 19.30 | Sa 13.05., 17.15 |

 


 

MOSES UND ARON

Regie und Buch: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub, nach der Oper von Arnold Schönberg | Kamera: Ugo Piccone, Saverio Diamenti, Gianni Canfarelli, Renato Berta | Musikalische Leitung: Michael Gielen | mit Günter Reich, Louis Devos, Eva Csapò u.a.
| BRD/F/I/AU 1975 | 110 Min. |

Als Opernfilm setzt MOSES UND ARON Maßstäbe: Nicht selten gilt er gar als die beispielhafte Opernverfilmung, die alle anderen hinter sich lässt. Die Technik ist makellos. Die Bilder sind von großer Schönheit, und dabei ist die Kameraführung ganz funktional in Bezug auf das, was vermittelt werden soll. Die Musik ist nicht ›Untermalung‹ des Bildes, und die Bilder lenken weder von der Musik ab, noch sind sie zweitrangig. Der Film wurde im Freien, v.a. im Amphitheater in Alba Fucense gedreht. Huillet/Straub arbeiteten beim Drehen mit Originalton. Man hört im Film wirklich das, was Darsteller und Chor, die gerade im Bild erscheinen, bei den Filmaufnahmen gesungen haben. Dieser Ton wurde mit den Chor- und Orchesteraufnahmen, die vorher in Wien eingespielt worden waren, gemischt.

| So 07.05., 19.30 | So 14.05., 17.30 |

 


 

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