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HOMMAGE AN KONRAD WOLF ZUM 80. GEBURSTAG

> Wir wollen mit einer Hommage einen Künstler wiederentdecken, dessen Filme nicht nur wegen ihrer formalen Qualität Aufsehen erregten. Besonders politische Fragestellungen und die Auseinandersetzung mit deutscher NS-Vergangenheit und Nachkriegsgegenwart verschafften Konrad Wolf (1925 – 1982) weit über die DDR hinaus internationale Anerkennung.

Vier von seinen insgesamt dreizehn Kinoproduktionen finden sich in der Liste der 100 besten deutschen Kinofilme: DER GETEILTE HIMMEL, ICH WAR NEUNZEHN, STERNE und SOLO SUNNY.

Die Reihe steht in losem Zusammenhang mit der Ausstellung »Kampf um die Köpfe – Treffer ins Herz«. Wir danken dem Progress Film-Verleih/Berlin. Eine ausführliche Dokumentation ist an der Kasse erhältlich.

 

ICH WAR NEUNZEHN · DER GETEILTE HIMMEL · STERNE · SOLO SUNNY

 


 

ICH WAR NEUNZEHN

Regie: Konrad Wolf | Buch: Wolfgang Kohlhaase, K. Wolf | mit Jaecki Schwarz, Wassili Liwanow, Alexej Ejboshenko, Jenny Grölllmann u.a.
| DDR 1967 | 120 Min. |

 

Als Kind mit seinen Eltern in die Sowjetunion geflohen, kehrt Gregor Hecker im April 1945 mit den russischen Truppen zurück, als ein Soldat unter anderen, und doch ist er nicht wie die anderen, denn dieses geschlagene Land ist seine Heimat, die Deutschen, die er trifft seine Landsleute. Er ist ein Sieger, der auch zu den Verlierern gehört und nun versucht, die Deutschen zu verstehen, denen er begegnet. Es ist der Blick eines Neunzehnjährigen, neugierig, gelegentlich verständnislos, immer wieder entsetzt. Ein Junge, der sich verliebt und der den Tod seines Freundes in den letzten Stunden des Krieges nicht fassen kann, diesen einen Tod nach den vielen Toten auf dem langen Weg von Moskau nach Berlin. Eine nahezu biografische Arbeit Konrad Wolfs, ein Kunstwerk, eigenwillig, streng. Ein bewegender Film ohne Sentimentalität – ein Glücksfall der Filmgeschichte.

| Do 02.02., 21.45 | Sa 04.02., 21.30 | Sa 11.02., 19.30 anschließend afterTALK

 


 

DER GETEILTE HIMMEL

Regie: Konrad Wolf | Buch: Christa und Gerhard Wolf, K. Wolf, Willi Brückner | mit Renate Blume, Eberhard Esche, Hilmar Thate, Hans Hardt-Hardtloff u.a.
| DDR 1964 | 110 Min. |

 

 

Lange hat sie das Vergessen gesucht. Jetzt hat sie Angst, die Zeit zu vergessen, als sie glaubte, das glückliche Leben könne nie zu Ende gehen. Die junge Rita Seidel und der zehn Jahre ältere Manfred Herrfurth sind ein ungleiches Paar. Anfänglich scheint ihre Liebe gegen äußere Widrigkeiten Bestand zu haben, bis Manfred wieder einen Misserfolg in seinem Betrieb erleidet und keinen anderen Ausweg als die Flucht nach Westberlin sieht. Überzeugend stellt Renate Blume in ihrem Debüt die Ambivalenz von Kraft und Verletzlichkeit dar. Gelungene, elegische Verfilmung des Romans von Christa Wolf über die Problematik des geteilten Deutschlands. Die Premiere fand in einer Zeit der vorsichtigen Liberalisierung statt. Nach dem Ende des politischen »Tauwetters« jedoch wurde DER GETEILTE HIMMEL immer häufiger der Kritik unterzogen.

| Mi 08.02., 21.30 | Fr 10.02., 19.30 | So 12.02., 19.45 | Di 14.02., 15.00 Dienstagskino |

 


 

STERNE

Regie: Konrad Wolf | mit Sascha Kruscharska, Jürgen Frohriep, Erik S. Klein, Stefan Pejtschew u.a.
| DDR/Bulgarien 1959 | 92 Min. |

Szenenfoto

 

Eine Liebesgeschichte aus kalten Zeiten, ein Appell gegen Gleichgültigkeit und Vergessen: In einer bulgarischen Kleinstadt wird ein Durchgangslager für griechische Juden eingerichtet, die auf ihren Transport nach Auschwitz warten müssen. Zu ihnen gehört auch Ruth, eine junge jüdische Lehrerin, die den deutschen Unteroffizier Walter um Hilfe für eine Frau bittet, die in den Wehen liegt. Diese Begegnung wird für Walter zum einschneidenden Erlebnis. Seine beginnende Zuneigung und Liebe zu Ruth ist ohne Hoffnung auf Erfüllung. Als Walter Ruth retten will, kommt er zu spät, die Waggons mit den Deportierten verschwinden im Tunnel. Im Schlamm zurückgeblieben liegt ein Stück Stoff mit dem ›Judenstern‹. Die Sterne der Liebe sind vom Himmel gefallen. Exemplarisch wird die Geschichte des Unteroffiziers Walter erzählt, den der Krieg gleichgültig gemacht hatte und den erst das Entsetzen wieder in ein (mit)fühlendes Wesen verwandelte. Als bulgarische Koproduktion konnte der Film trotz Protesten der BRD in Cannes laufen, was für die DDR ein Erfolg auf dem Weg der staatlichen Anerkennung und für Konrad Wolf internationales Renommee bedeutete. Die West-Verleihfassung wurde um die Schluss-Szene gekürzt.

| Mi 22.02., 21.45 | Do 23.02., 19.30 | So 26.02., 17.30 |

 


 

SOLO SUNNY

Regie: Konrad Wolf | Buch und Ko-Regie: Wolfgang Kohlhaase | mit Renate Krößner, Alexander Lang, Dieter Montag u.a.
| DDR 1979 | 104 Min. |

Szenenfoto

 

Sunny lebt solo, aber keineswegs einsam. Als Schlagersängerin vom Prenzlauer Berg tingelt sie mit einer Band durchs Land und sucht den Erfolg. Sie wehrt sich gegen Routine, möchte als Persönlichkeit respektiert werden und sehnt sich nach menschlicher Bindung. Doch sie will keine Kompromisse machen. Den Nackenschlägen und der Verzweiflung zum Trotz sucht sie immer wieder ihren eigenen Weg.

Drehbuchautor Kohlhaase, durch seine frühere Zusammenarbeit mit Regisseur Gerhard Klein eine filmische Berlin-Koryphäe, stellt den Prenzlauer Berg in eindringlichen Bildern vor. Sunnys Wohnung gehörte dem Dramatiker Einar Schleef.

Seine Anregung zur Protagonistin fand Kohlhaase in einem unveröffentlichten Interview von Jutta Voigt über die Schlagersängerin Sanye Torka (1978). Renate Krößners Darstellung der Sunny begeisterte Kritiker wie Publikum; ihre Ausreise 1985 führte dazu, dass die Kinoauswertung ab dem 13. August 1985 (!) gestoppt wurde.

| Di 28.02., 21.30 | Do 02.03., 19.30 | Fr 03.03., 21.30 | Sa 04.03., 17.30 |

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 31.01.2006 © vivasoft1997-2006 Schreib mal wiederinfo@vivasoft.de