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FARBE IM KINO

 

PLAYTIME TATIS HERRLICHE ZEITEN DOLLS Vortrag: Farbe im Kino GOYA IN BORDEAUX GOYA EN BURDEOS Rot für Liebe, Feuer und Gefahr

 


 

PLAYTIME TATIS HERRLICHE ZEITEN

Regie: Jacques Tati | Buch: J. Tati, Jacques Lagrange, Art Buchwald | Kamera: Jean Badal, Andréas Winding | mit Jacques Tati, Luce Bonifassy, Nathalie Jam u.a.
| Frankreich/Italien 1965 | franz. OF | 113 Min. |

 

Jacques Tatis aufwändig in Szene gesetzt Satire auf die Hektik und Vermassung des modernen Menschen in der Großstadt, auf seinen Kampf mit den Auswüchsen einer bis zur Gesichtslosigkeit normierten Zivilisation und den Tücken des Objekts. Wie ein roter Faden leitet Tatis Kunstfigur »Monsieur Hulot« durch das generalstabsmäßig gestylte Haus und ein gläsernes Büro- und Ausstellungsgebäude, das von US-amerikanischen Touristen besichtigt wird, bis es in einem kaum fertiggestellten Nobelrestaurant zu einer unerwartet fröhlichen Feier kommt. Ein von melancholischer Herzlichkeit geprägtes Welttheater, organisiert wie ein filmisches Ballett, das keiner Geschichte bedarf, sondern nur Bewegungen und Begegnungen als Initialzündungen braucht. Ein intelligent unterhaltender Spaß von hohem ästhetischen Reiz.

| Do 02.02., 19.30 | So 05.02., 19.30 |

 


 

DOLLS

Regie, Drehbuch, Schnitt: Takeshi Kitano | Kamera: Katsumi Yanagishima | Musik: Jo Hisaishi | Japan 2002 | OmU | 113 Min. |

 

 

Für seinen zehnten Film ließ sich Takeshi Kitano von einer traditionellen japanischen Kunstform inspirieren: dem Bunraku-Puppentheater. Die traditionellen Bunraku-Geschichten dienen Kitano als Rahmen für seine drei modernen Erzählungen.

Matsumoto und Sawako sind durch ein rotes Seidenband miteinander verbunden; der Gangster Hiro und seine Jugendliebe durch Jahre der Hoffnung und des Wartens; der Popstar Haruna und ihr größter Fan durch bedingungslose Treue.

»Die Kombination der Künstlichkeit des Puppentheaters und des kinematografischen Realismus erlaubt es Kitano, kühne und ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen. So entsteht sein bisher ambitioniertester Film. In dieser beeindruckenden und berührenden Arbeit, die sich mit leidenschaftlichen Gefühlen wie Einsamkeit, Trauer und Liebe befasst, enthüllt Kitano außerdem eine Welt von unglaublicher physischer Schönheit: die der japanischen Landschaft in all ihren verschiedenen Stimmungen und Schattierungen.« (Viennale)

| Sa 04.02., 19.30 | Do 09.02., 19.30 | So 12.02., 17.30 | Di 14.02., 21.30 |

 


 

Vortrag: Farbe im Kino

 

 

In ihrem Buch »Farbe im Kino«– Grundlage unserer laufenden Filmreihe – beschäftigt sich Susanne Marschall mit der Technik, Geschichte und Ästhetik des Farbfilms. Anhand vieler Filmbeispiele macht sie sich auf die Suche nach einer Farbenlehre der Filmkunst und greift damit ein bislang spärlich bearbeitetes Thema der Filmgestaltung und Filmwahrnehmung auf. Am Freitag, 24. Februar, ist die Autorin bei uns zu Gast und führt im Kinosaal in ihr Forschungsgebiet ein.

Ihr Vortrag mündet in einer exemplarischen Analyse des Farbkonzepts von Carlos Sauras GOYA, der an diesem Abend anschließend um 21.30 Uhr und an den folgenden Tagen auf unserem Programm steht.

| Fr 24.02., 20.00 Vortrag: Susanne Marschall |

 


 

GOYA IN BORDEAUX GOYA EN BURDEOS

Regie und Buch: Carlos Saura | Kamera: Vittorio Storaro | mit Francisco Rabal, José Coronado, Dafne Fernández u.a. | Spanien/Italien 1999 | OmU | 104 Min.

 

 

Das Leben des spanischen Malers Francisco de Goya, erzählt in einer Reihe von Rückerinnerungen, Visionen und Albträumen, die sich weitgehend im Kopf des genialen Malers abspielen, der sein Leben als 82-Jähriger im französischen Exil beendet. Das Porträt verdichtet sich zu einem faszinierenden Bilderbogen der spanischen Geschichte, die geprägt ist von Rückschrittlichkeit und Despotismus. Kein billig konsumierbares Werk, das die Synthese von Film, Malerei und Theater wagt und durch eine meisterliche Fotografie visionäre Welten erschließt. Überzeugend auch als Künstlerbiografie unter dem Vorzeichen der Vergänglichkeit, die durch ihren Bildersog und ihre Darstellungskunst fasziniert.

| Fr 24.02., 21.30 | Sa 25.02., 17.30 | Di 28.02., 19.30 | Mi 01.03., 21.30 |

 


 

Rot für Liebe, Feuer und Gefahr

Farbige Stummfilme aus der Frühgeschichte des Kinos

 

 

> Die gängige Meinung, dass die Filme der Frühgeschichte des Kinos schwarzweiß (und stumm) waren und der Farbfilm erst in den 30er Jahren aufkam, ist falsch. Zwar wurden die Filme auf Schwarzweißmaterial gedreht (und sind meist nur so erhalten geblieben), doch vor dem Einsatz in den Kinos wurden sie eingefärbt. Mühsam Bild für Bild handcoloriert, später dann, als die Filme länger wurden, viragiert, d.h. die Szenen wurden in einen bestimmten Grundton monochrom getönt. Rot für dramatische Liebesszenen oder Feuerkatastrophen, Gelb oder Braun für Szenen in geschlossenen Räumen etc. Beliebt waren auch Mischformen: So beließ man den Film schwarzweiß und färbte z.B. in NERO, OR THE BURNING OF ROME (1909) nur die Szenen des brennenden Roms rot, oder colorierte in MAX JONGLEUR PAR AMOUR (1912) nur die Szene, in der Max Linder als Jongleur auftritt, während der Rest des Films viragiert war. Neben den besonders beeindruckenden handcolorierten Filme THE GREAT TRAIN ROBBERY (1904), der erste Western der Filmgeschichte, und George Méliès’ LE VOYAGE À TRAVERS L’IMPOSSIBLE (1903) ist u.a. ein französischer Wochenschau-Bericht Teil des Abends, ein Film über den englischen Königshof, der schablonencoloriert wurde und eine verblüffend echte Farbwirkung entfaltet.

»Farbe im Kino« beschließen wir mit diesem kommentierten und musikalisch begleiteten Stummfilmprogramm – für viele sicher ein überraschendes Programm dieser Reihe ...

  • THE GREAT TRAIN ROBBERY | USA 1903 | Edwin S. Porter |
  • LE VOYAGE À TRAVERS L’IMPOSSIBLE | F 1904 | Georges Méliès |
  • LE PECHEUR DES PERLES | F 1907 | Ferdinand Zecca |
  • LE CHARMEUR – IM TRÄUMERLAND | F 1907 | Segundo de Chomon |
  • EL SPECTRO ROSSO | Sp 1907 | Segundo de Chomon |
  • NERO, OR THE BURNING OF ROME | I 1908 | Arturo Ambrosio |
  • MAX JONGLEUR PAR AMOUR | 1912 | Max Linder |
  • FINE FEATHERS | USA 1912 | Lois Weber |
  • À LA CONQUETE DU POLE | F 1912 | Georges Méliès |
  • PLAYGROUND OF KINGS | GB 1912 | Pathé-Journal |

Programmlänge: ca. 90 Min.

| So 26.02., 19.30 | eingeführt und musikalisch begleitet von Günter A. Buchwald und Barbara Lenz

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 31.01.2006 © vivasoft1997-2006 Schreib mal wiederinfo@vivasoft.de