Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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FARBE IM KINO

Wir laden im Januar und Februar mit der Reihe »Farbe im Kino« zu einer Reise des Sehens ein: auf der Zeitachse der Kinogeschichte, quer zu allen Genres, Bildstilen und Farbmoden.

»Farbe im Kino: Sie ziert Gesichter, Körper, Materialien und Räume. Sie erfreut das Auge. Sie löst sich plötzlich und unerwartet von den Objekten und Lebewesen, um ein gegenstandsloses Eigenleben zu entfalten. Sie akzeptiert die Formen der fest gefügten Welt nicht als unüberwindbare Grenzen. Farbe kann über Konturen fließen wie ein Gefühl. Sie verbindet sich mit den Erinnerungen und Erwartungen der Filmfiguren und des Publikums zu einem Bilderfluss in Wärme und Kälte, Distanz und Nähe, Glück und Trauer. Manchmal verhärten sich die Farben, ketten sich untrennbar an die Substanz der Dinge, die Filmfiguren einengen und quälen. Dann wieder lösen sie sich in weich getönte Luft auf, als kaum zu ahnender Hauch eines besseren Lebens, das man nicht greifen, wohl aber spüren kann.« (Susanne Marschall) Letztendlich zu dieser Reihe angeregt wurden wir durch das soeben erschienene gleichnamige Buch von Susanne Marschall (edition film-dienst/ Schüren).

Den Auftakt bildete über den Jahreswechsel bereits die Wiederaufführung von DER ZAUBERER VON OZ. Den Rahmen schließen wird GOYA von Carlos Saura. Und ergänzend zum Filmprogramm wird die Buchautorin am Freitag, 24. Februar, mit einem Vortrag bei uns zu Gast sein.

 

MÜNCHHAUSEN · FALLEN ANGELS · DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG · DER KOCH, DER DIEB, SEINE FRAU UND IHR LIEBHABER

 


 

MÜNCHHAUSEN

Regie: Josef von Baky | Buch: Berthold Bürger ( = Erich Kästner) | Kamera: Werner Krien | mit Hans Albers, Brigitte Horney, Gustav Waldau, Ilse Werner u.a.
| Deutschland 1943 | 110 Min. |

Münchhausen

 

 

Die legendären Abenteuer des als »Lügenbarons« bekannten Freiherrn von Münchhausen. Auf Schloss Bodenwerder gibt er einer Dame das Geheimnis seiner ewigen Jugend preis (auf die er am Schluss verzichtet). Im 18. Jahrhundert begegnet er Cagliostro, wird Günstling der Zarin, fliegt auf einer Kanonenkugel gegen die Türken und flieht aus Venedig mit einem Ballon zum Mond. Der anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums der UFA entstandene, verschwenderisch gestaltete, tricktechnisch brillante, farbfreudige und hübsch ironische Film basiert auf einem Drehbuch, das Erich Kästner unter Pseudonym ablieferte. Kästner verband die einzelnen Episoden durch eine Lebensphilosophie, die das »einfache Erleben« des Abenteuers zu einer Weltanschauung erhebt. Dominierend bleibt aber die Fantastik der Geschichte selbst. Eine famose Schmunzelkomödie.

| Di 03.01., 19.30 | Do 05.01., 21.30 | Sa 07.01., 19.30 |

 


 

FALLEN ANGELS

DUOLUO TIANSHI

Regie und Buch: Wong Kar-wai | Kamera: Christopher Doyle | Schnitt: Wong Minglam | mit Leon Lai Ming, Michelle Reise, Kaneshiro Takeshi, Charlie Young u.a.
| Hongkong 1996 | OmU | 96 Min. |

 

 

 

In der Nacht mögen die Katzen grau sein, Hongkong ist es nicht. Es ist eine funkelnde, von Furien der Geschwindigkeit durchzogene Stadt, eine Licht- und Schattenorgie. Kaleidoskopartig verflicht Wong Kar-wai die Geschichten von vier Einzelgängern. Im Zentrum steht ein berufsmüder Profi-Killer, der seinen Job an den Nagel hängen möchte, aber die Worte dafür nicht findet. Seine schöne Agentin ist verliebt in ihn, begnügt sich aber mit unbelebten Gegenständen des Geliebten, anstatt ihm ihre Zuneigung zu gestehen. Statt eines Briefes oder einer Kündigung hinterlässt ihr der Killer eine Münze für die Musikbox und die Nummer eines Songs: »Forget him«. Dann begibt er sich mit Punkie, die er irgendwo aufgegabelt hat, auf die Achterbahn der Exzesse.

Ein anderer Nachtengel ist He Qiwo, der sich mit Vorliebe in fremden Räumen aufhält. Auch He Qiwo ist glücklos verliebt, und ihm ist die Sprache vollends abhanden gekommen. Herkömmliche Kommunikation findet in Wong Kar-wais Film nicht mehr statt; wie Träumende bewegen sich die Figuren durch das neonbeleuchtete Hongkong.

| Di 03.01., 21.30 | Mi 04.01., 21.00 | Fr 06.01., 21.30 | Sa 07.01., 17.30 | So 08.01., 21.00 |

 


 

DER KOCH, DER DIEB, SEINE FRAU UND IHR LIEBHABER

THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE AND HER LOVER

Regie und Buch: Peter Greenaway | Kamera: Sacha Vierny | Musik: Michael Nyman | mit Richard Bohringer, Michael Gambon, Helen Mirren, Alan Howard u.a.
| Großbritannien/ Frankreich 1989 | DF | 125 Min. |

Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

 

 

Ort der Handlung ist ein Luxusrestaurant von barocker Pracht, über das unerschütterlich der französische Koch Richard herrscht. In den heiligen Hallen, die von weitläufigen, verrotteten Küchen umgeben sind, fällt allabendlich der mafiose Dieb Albert mit seiner unmanierlichen Bande ein. Zu Barockmusik frisst man mit schweinischem Gehabe die eleganten Köstlichkeiten. Alberts gedemütigte Frau Georgina zelebriert zwischen den Menügängen aus Rache schnelle Schäferstündchen mit dem vornehmen Buchhändler Michael.

Die Farben des Restaurants sind streng codiert: Nachtblau ist die Zufahrtsrampe zu dieser Hades-Region, Grennaway-grün die riesige Küche, die an eine Kathedrale ebenso erinnert wie an eine Fabrikhalle; üppiges Rot dominiert den Speisesaal, in nacktem Weiß erstrahlen die Toiletten. Auch die Kostüme der Darsteller spuren dieser Farbbestimmung: Sie wechselt – je nach Ort, den die Figuren betreten.

| Mi 11.01., 21.30 | Do 12.01., 21.30 | Di 17.01. 19.00 anschließend: afterTALK

 


 

DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG

LES PARAPLUIES DE CHERBOURG

Regie und Buch: Jacques Demy | Kamera: Jean Rabier | Musik: Michel Legrand | mit Anne Vernon, Mireille Perrey, Ellen Farmer, Marc Michel, Catherine Deneuve, Nino Castelnuovo u.a.
| Frankreich/BRD 1963 | OmU | 91 min. |

Geneviève und der Automechaniker Guy sind verliebt. Guy wird zum Militär eingezogen, Geneviève bleibt schwanger zurück. Der Regenschirmladen von Genevièves Mutter gerät in wirtschaftliche Not und so heiratet Geneviève schließlich einen reichen Juwelier. Jahre später treffen sich Geneviève und Guy zufällig an einer Tankstelle. Eine einfache, traurige Geschichte erzählt dieser Film. Und er erzählt diese Geschichte auf außergewöhnliche Art und Weise. Es gibt keine gesprochenen Dialoge, alles wird gesungen, die Melodie der Sprache treibt den Film voran. Ein Film wie ein Traum, das unterstreichen auch die kräftigen Farben, die dank der Rekonstruktion des Films in den 90er Jahren wieder strahlen – wie bei der Premiere vor über 40 Jahren, bei der der Film die Goldene Palme in Cannes erhielt.

Die Regenschirme von Cherbourg

 

 

| Di 24.01., 21.30 | Do 26.01., 19.30 | Fr 27.01., 19.30 | Sa 28.01., 17.30 |

carte blanche von Timmothy Simms

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 31.12.2005 © vivasoft1997-2005 Schreib mal wiederinfo@vivasoft.de