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KINO EXTREM: Körper | Kult – Sport | Show

Wrestling – für die meisten von uns alberne Schaukämpfe, die von Nur-Sport-TV-Kanälen als Pausenfüller eingesetzt werden. Grotesk maskierte dicke Männer tun so, als würden sie sich fürchterlich weh tun, und jeder weiß, dass die martialischen Verrenkungen nur gespielt sind. Kein Vergleich zum »ernsthaften Sport« Ringen, den man dann und wann bei Olympiaübertragungen bewundert, oder zum Boxen.

Aber für manche Menschen ist Wrestling mehr: eine Show, deren Stars wie Santo kinowürdige Superhelden sind. Ein Hobby, das halbwüchsige Jungs mit blutigem Ernst im heimischen Hinterhof betreiben. Ein Sport für junge Frauen, dessen Anforderungen sie mit beeindruckender Zähigkeit meistern.

Vielleicht ist es möglich, die eigenen Vorurteile einige Zeit zu vergessen und mit offenen Augen Einblick zu nehmen in Varianten dieser Mischform aus Sport und Show, Körperkult und Karrieretraum. Zwei Dokumentationen und ein Spielfilm werfen Blicke in die USA, nach Großbritannien, Japan und Mexiko.

 

GAEA GIRLS · THE BACKYARD · SUPERMAN GEGEN VAMPIRE

 


 

GAEA GIRLS

| USA 2000 | OmU | 106 Min. |
Regie und Buch: Kim Longinotto, Jano Williams | Kamera: Kim Longinotto | Schnitt: Brian Tagg

 

Japanische Frauen sind zierlich und zurückhaltend, passiv und still? Klar, aber im Ring können sie ganz schön zupacken. Nicht alle Eltern halten die Ausbildung im Gaea-Japan-Trainingscamp für Ringerinnen für die passende Ausbildung ihrer Töchter, aber moralische Vorbehalte gegen den Sport sind das nicht, eher Angst um die Gesundheit der jungen Frauen. Der Berufssport ist nicht nur glamourös, sondern harte Arbeit, und die klösterlichen Bedingungen im Trainingscamp setzen eine ganze Menge Durchhaltewillen voraus. Kim Longinotto und Jano Williams sind langjährige Dokumentarfilmerinnen und haben zusammen in Japan mehrere Filme gedreht, in denen der Bruch von Gender-Klischees oft im Mittelpunkt stand.

| Fr 20.05., 21:30, Double-Feature mit THE BACKYARD |

 


 

THE BACKYARD

| USA 2002 | OmU | 80 Min. |
Regie, Buch und Kamera: Paul Hough | Schnitt: Ben Raskin Musik: Seth Jordan

 

Ist dies, wie der katholische Filmdienst meint, »ein erschütterndes Dokument über die allgegenwärtige Gewalt in der US-amerikanischen Gesellschaft«? Oder ein Blick auf eine Form der Jugendkultur, der man genauso verständnislos begegnet wie den Skatern oder Sprayern?

Teenager versammeln sich in Hinterhöfen und machen dort das nach, was ihnen ihre Lieblingswrestler im Fernsehen vorgemacht haben: nach strengen Regeln, mit ebenbürtigen Gegnern, alles andere als eine simple Prügelei. Und es sieht härter aus als im TV, es fließt echtes Blut. Wie können Eltern tatenlos daneben stehen und sich gar darüber freuen, das ihre Kinder so eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gefunden haben?

| Fr 20.05., 21:30, Double-Feature nach GAEA GIRLS | Mi 25.05, 21:45 |

 


 

SUPERMAN GEGEN VAMPIRE

EL SANTO CONTRA LAS MUJERES VAMPIRO

| Mexiko 1962 | DF | 82 Min. |
Regie: Alfonso Corona Blake | Buch: A. C. Blake, Rafael Garcia Travesi | Kamera: Jose Ortiz Ramos | Musik: Paul Lavista mit: Lorena Velasquez, Augusto Benedicto, Maria Duval, Jaime Fernandez, Javier Loya

 

Um 1960 war Wrestling in Mexiko das Größte, und sein Idol war Santo, der Mann mit der silbernen Maske. Es schien nur folgerichtig, die Helden des Rings zu filmischen Superhelden zu machen – Maske und Cape trugen sie ja schon – und auf die Schurken und Finsterlinge dieser Welt loszulassen.

Selbstverständlich war Santo als Held die erste Wahl (in den USA »Samson« genannt, bei uns »Supermann«). Hier plättet er üble Vampirinnen, die die unwillige Tochter eines Archäologen zu Ihrer Königin machen möchten.

| So 15.05, So 22.05, 21:30 |

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 01.05.2005 © vivasoft1997-2005 Schreib mal wiederinfo@vivasoft.de