Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 - 709033

kino@freiburger-medienforum.de

 

WERKSCHAU EMIR KUSTURICA

Der "Fellini des Balkans" wird Emir Kusturica oft von Journalisten genannt und dies zu recht. Wie Maestro Federico brachte auch Kusturica dem Balkanfilm die bunte Atmosphäre des Karnevals, wo man sich mit geradezu überbordender Lebensfreunde bald liebt, bald verrät, wo das Unmögliche möglich scheint, wo das Schöne und das Schreckliche nur die zwei Seiten einer Medaille sind, deren Name Leben ist.

1953 in Sarajevo geboren, absolvierte Emir Kusturica seine Regieausbildung in Prag an der weltberühmten FAMU. Schon für seinen ersten Studentenfilm Guernica erhielt er den 1. Studenten-Preis auf dem Festival von Karlovy Vary 1978. 1980 in seine Heimat zurückgekehrt, drehte er Erinnerst du dich an Dolly Bell, der ihm den Goldenen Löwen von Venedig 1981 für das beste Debüt einbrachte, woraufhin die Jugoslawische Volksarmee dem Wehrpflichtigen Kusturica einen 24--Stunden-Urlaub einräumen musste, damit er den Preis in Empfang nehmen konnte.

Für Papa auf Dienstreise bekam Kusturica nicht nur die Goldene Palme von Cannes 1985, sondern auch einen Haufen Probleme in Sarajevo. Er flüchtete sich in die Musik und wurde zum Bassgitarristen von "Zabranjeno Pusenje" (The No Smoking Orchestra) einer der beliebtesten Bands in Sarajevo. Diese Situation wiederholte sich, als die politkorrekte europäische Öffentlichkeit 1995 seinen Film Underground zeriss. Seit dieser Zeit ist die Musik ein wichtiger Bestandteil von Kusturicas Filmen geworden und ohne Balkankapelle ist keiner seiner Filme vorstellbar.

Im März 2005 kommt Kusturicas neuester Film Das Leben ist ein Wunder in die deutschen Kinos, im Mai wird er, der am meisten das europäische Bild vom Balkan prägte, Jury-Vorsitzender beim Filmfestival von Cannes. Ein guter Anlass für eine Werkschau von Emir Kusturica in März und April im Kommunalen Kino.

 

TIME OF THE GYPSIES · ARIZONA DREAM · SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER · UNDERGROUND

 


 

TIME OF THE GYPSIES

| Jugoslawien 1989 | OmU | 141 Min. |
Regie: Emir Kusturica | Buch: E. Kusturica & G. Mihic | Kamera: V. Filac | Musik: G. Bregovic | Schnitt: A. Zafranovic | mit D. Dujmovic, B. Todorovic, L. Adzovic, S. Trpkova u.a.

 

Der Originaltitel des Filmes lautet eigentlich Dom za Vesanje - Das Haus zum Aufzuhängen. Seinen Ausgangspunkt nahm der Film als Emir Kusturica einen Artikel über einen Roma-Kinderhändlering las. Die Story war so schockierend, daß er sich entschied, einen Film darüber zu drehen. Das Skript wurde zusammen mit dem jugoslawischen Schriftsteller Goran Mihic geschrieben, die Dreharbeiten dauerten von September 1987 bis Mai 1988 und fanden in fast allen Jugoslawischen Republiken und Italien statt. Sie waren nur möglich durch die Finanzierung von Columbia Pictures (in Jugoslawien hatte Kusturica immer noch Probleme wegen seines Films Papa auf Dienstreise), die er durch den freundlicher Einsatz Milos Formans erhielt.

Gerade mit diesem Film nahm der Weltruhm Emir Kusturicas seinen Anfang. Atemberaubende Bilder und magische Rythmen machten aus Times of GYpsIEs einen Klassiker für Kinofans und die Welt entdeckte die bunte Palette der traditionellen Folklore und Goran Bregovic als Musiker und Filmkomponist.

| Di 01.03., Mi 02.03., Sa 05.03., So 06.03., 21.30 | Do 3.3., 19.00 |

 


 

ARIZONA DREAM

| USA 1991/92 | DF | 141 Min. |
Regie: Emir Kusturica | Buch: D. Atkins | Kamera: V. Filac | mit J. Depp, J. Lewis, F. Dunaway u.a.

 

Der junge Alex soll bei seinem Onkel Leo Trauzeuge spielen. Dafür muss er, der in New York als Angestellter arbeitet, zurück in seine Heimat, eine Kleinstadt in Arizona. Dort lernt Alex die ›verrückte‹ Witwe Elaine und ihre Stieftochter Grace kennen. Die beiden führen ein unkonventionelles Leben.

Emir Kusturicas erster US-amerikanischer Film handelt von Illusionen, Scheinwelten und Träumen. So selbstverständlich, wie ein fliegender Butt durch die Bilder segelt, verhalten sich auch die Personen und Gegenstände nicht nach den überkommenen Gesetzmäßigkeiten. ARIZONA DREAM ist ein ausgeflippter Film voller hinterlistiger Fallen und origineller Finten.

| Sa 12.03., Di 15.03., 21.30 | So 13.03., 20.00 | Mi 16.03., 21.45 |

 


 

SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER

CRNA MACKA, BELI MACOR

| D/F/Jugoslawien 1997 | OmU | 129 Min. |
Regie: Emir Kusturica | Buch: G. Mihic | Kamera: T. Abogast, M. Amathieu | Schnitt: S. Zajc | mit B. Severdzan, S. Todorovic, B. Katic, F. Ajdini u.a.

 

Matko ist ein kleiner Ganove und lebt, zusammen mit seinem 17-jährigen Sohn Zare, in einer Roma-Siedlung an der Donau. Nachdem eines seiner krummen Geschäfte mißlingt, bleibt er dem Ortspaten Dadan Karambolo einen Haufen Geld schuldig. Dadan hat eine Schwester und sucht für sie schon seit langem vergeblich einen Mann, und so kommt es zu einem neuen Deal.

Eine witzige, burleske Geschichte und ein hervorragender Soundtrack gespielt von Kusturicas eigener Band "The No Smoking Orchestra" (der Hit "Bubamara" wurde übrigens vom König der jugoslawischen Gypsymusik, dem legendären Saban Bajramovic gesungen), schufen einen Unterhaltungsfilm der Extraklasse und einen Publikumsmagneten rund um die Welt. Es ist Kino fürs Publikum, nicht für Festivals. Einen Silbernen Löwen für die beste Regie in Venedig 1998 hat Emir Kusturica dennoch dafür bekommen.

| Di 22.3., 21.30 | Sa 26.03., 20.00 | Mo 28.03., 21.30 | Mi 30.03., 21.30

 


 

UNDERGROUND

| F/D/Ungarn 1995 | OmU | 169 Min. |
Regie: E. Kusturica | Buch: D. Kovacevic, E. Kusturica | Kamera: V. Filac | Musik: G. Bregovic | Schnitt: B. Ceperac | mit M. Manojlovic, L. Ristovski, M. Jokovic, S. Stimac, H. Bohm u.a.

 

50 Jahre einer Freundschaft in Jugoslawien zwischen einem eher draufgängerischen und einem eher zum Opportunismus neigenden Mann, die dieselbe Frau lieben. Als sich der eine vor den deutschen Okkupanten verstecken muss, bringt ihn der Freund mit anderen im Keller unter, verschweigt ihm aber schließlich das Kriegsende. Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens kommt es im Bürgerkrieg zur tödlichen Wiederbegegnung.

In explosiver Bildkraft, prall, wild, wüst, provokant, derb, furios, ungehemmt, rasend und rücksichtslos bändigt Kusturica seinen Film.

| Do 31.03., 19.30 | Fr 1.4., 21.30 | Sa 2.4., 17.30 | So 3.4., 19.30 | Di 5.4., 21.30

 


 

schreib mir mal! e-mail ans Kommunale Kino
kino@freiburger-medienforum.de
Startseite Kommnunales Kino Freiburg

Zurück zur
Startseite


Zuletzt bearbeitet am 26.02.2005 © vivasoft1997-2005 Schreib mal wiederinfo@vivasoft.de