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Kino Extrem: Zeitgeist-Vampire

Dracula jagt Mini-Mädchen · Lebenssaft und Genrekraft - Vampirismus vor und hinter der Kamera · Gesandter des Grauens · Planet der Vampire · Vampire – Men of the Lost


KINO EXTREM wendet sich langsam von blutigen Horrordetails zu den leichteren Seiten der B-Film-Kunst. Vampirismus hat dort bereits eine lange Tradition und besitzt eine unheimliche Faszination. Die Motive um Blut, Sex und (ewiges) Leben wurden ebenso in Horror- und Actionfilmen wieder aufgegriffen wie in zahlreichen Komödien. Die Vampire sind überall.
Ihre Unsterblichkeit enthebt sie den Moden, trotzdem dienen Vampirgeschichten als Aufhänger für sehr zeitgeistträchtige Filme. Die Hammer-Studios versuchten 1972, ihren Dracula Christopher Lee im Hippieumfeld wiederzubeleben, Tony Scott stellte seine Popvampire in glamourösen New Wave, und bei Kathryn Bigelow sind wir bei der No-Future-Generation angekommen. Frauen sind schon lange mehr als kreischende Opfer, und die Unsterblichkeit an ihrer Seite hat durchaus ihren Reiz ..


 

Dracula jagt Mini-Mädchen

DRACULA A.D.1972

| Regie: Alan Gibson | Buch: D. Houghton | Kamera: D. Bush | mit Ch. Lee, P. Cushing, St. Beecham, Ch.r Neame u.a.

| GB 1972 | DF | 96 Min. |

Mini Mädchen

 

 

100 Jahre nach seiner Vernichtung durch den Erzfeind van Helsing: Satanistische Hippies erwecken bei einer schwarzen Messe auf einem Londoner Friedhof Dracula (Christopher Lee) wieder zum Leben. Die daran beteiligte Nachfahrin des Vampirjägers, Jessica van Helsing, wird zum Ziel seines Rachefeldzuges, aber ihr Großvater (Peter Cushing) bietet dem Vampir gewohnt kaltblütig Paroli. Der dritte Teil unserer Zeitgeist-Vampir-Reihe: Auch die legendären englischen Hammer-Studios verspürten Anfang der 70er Jahre bei Draculas Auferstehung den Druck des Zeitgeistes. Bewährt die Darsteller von Monster und Gegenspieler, neu die Attribute der Opfer und baldigen Mitvampire: Rauschgift, lange Haare und Miniröcke.

| Di 01.02., 21.30 | Fr 04.02., 21.30 | Mi 09.02. 21.30 |


 

 

Vortrag:

Lebenssaft und Genrekraft - Vampirismus vor und hinter der Kamera

 

 

 

Der Vampirfilm als Sub-Genre des Fantastischen Films entstand vor dem Hintergrund einer breiten literarischen Tradition, die ebenso vielfältig ist wie die Filme, die sich unter diesem Etikett zusammenfassen lassen. Diese Tradition und ihre Deutungsnuancen aufzugreifen und die Entwicklungen im Bereich des Vampirfilms nachzuzeichnen ist das Anliegen unseres Filmvortrages. Schwerpunkte bilden dabei die Wurzeln des Vampir-Mythos, die Spezifika des Vampirfilms und der Cross-Over, dem er immer neue Impulse und »Looks« verdankt. Der Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Svenja Alsmann und des Soziologen Timothy Simms wird ergänzt durch eine kleine Abhandlung zum Vampir-Comic durch den Experten Alexander Sancho-Rauschel. Der Abend leitet innerhalb unseres Programmplatzes KINO EXTREM vom Thema »Vampirismus und Film« zu den »Astro-Vampiren« im Februar über.

| Mi. 09.02., 20.00 Galerie, anschl. 21.30 im Kinosaal: Dracula jagt Minimädchen


 


Astrovampire – Blutsauger aus dem Kosmos

 

 

 

Vampire gibt es nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in der Filmindustrie: Hemmungslos bedienten sich Drehbuchautoren bei Science-Fiction-Motiven und dem Vampirmythos und bastelten so ein neues Sub-Subgenre des phantastischen Films zusammen: Den Astrovampirfilm. GESANDTER DES GRAUENS, laut »Evangelischer Filmbeobachter« ein »Auswuchs krankhafter Gehirne und gewissenloser Geldmacher«, ist ein frühes Meisterwerk des B-Movie-Königs Roger Corman, das insbesondere die Vampirfilme von Hammer mit Christopher Lee nachhaltig beeinflusste. PLANET DER VAMPIRE von Meisterregisseur Mario Bava greift Motive auf, die später ALIEN weltberühmt machen sollten. VAMPIRE-MEN OF THE LOST PLANET ist ein Beispiel für einen Vampirismus, der in der B-Movie-Produktion weitverbreitet ist: Das hemmungslose Recyclen von Archivmaterial am Schneidetisch. Nach den Zeitgeist-Vampiren leiten diese drei Filme über zum Kino-Extrem-Programm der Monate März und April: Im japanischen Monsterfilm finden wir ein ähnlich eigentümliches Crossover von Horror und Science-Fiction-Themen wie bei unseren Blutsaugern aus dem Kosmos.
Das KINO EXTREM-Double-Feature, wie üblich mit kleinem Ausschank programmangepasster Spezialitäten in der Pause, findet dieses Mal am Freitag, den 18. 2. um 21.30 statt, gezeigt werden PLANET DER VAMPIRE und VAMPIRE-MEN OF THE LOST PLANET.


 


 

Gesandter des Grauens - Not of this Earth

| Regie: Roger Corman | Buch: Charles Griffith, Mark Hanna | Kamera: John Mescall | Musik: Ronald Stein | mit Paul Birch, Beverly Garland, Morgan Jones, William Roerick, Jonathan Haze u.a.

| USA 1956 | DF | 72 Min. |

  Not of this Earth  
 
 

 

Rätselhafte Morde in einer amerikanischen Großstadt. Da die Opfer vollkommen blutleer gesaugt sind, ist klar, dass es sich nicht um den üblichen perversen Serienmörder handelt, sondern um etwas viel schlimmeres: Einen Vampir! Dieser stellt sich als Außerirdischer vom Planeten Davanna heraus. Er soll für die dortige Bevölkerung, deren Blut durch einen Atomkrieg radioaktiv verseucht ist, neuen Saft besorgen ...
»Corman hat diesen Film in zehn Tagen abgedreht, und obwohl er nicht unbedingt zur allerersten Garnitur zählt, gehört er doch – gemessen an seinem kleinen Budget – zu den besten SF-Filmen der fünfziger Jahre. GESANDTER DES GRAUENS ist ein B-Film, aber einer der Güteklasse A.» (Lexikon des Science-Fiction-Films).

| So. 06.02., 21.30 | Di. 08.02., 21.30 |


 

 

 
 

Planet der Vampire - Terrore nello Spazio

| Regie: Mario Bava | Buch: Callisto Cosulich, Antonio Romani, Alberto Bevilacqua, Mario Bava, Rafael J. Salvia | Kamera: Antonio Rinaldi | Musik: Gino Marinuzzi | mit Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda, Evi Morandi, Fernando Villena, u.a.

| Italien/Spanien 1965 | DF | 86 Min. |

  Planet der Vampire  
 
 

 

Das Raumschiff Argos landet nach dem rätselhaften Verschwinden des Schwesterschiffes Galliot auf dem nebelverhangenen Planeten Aura. Außerirdische Wesen haben die Besatzung der Galliot auf grausame Weise umgebracht und infizieren nun auch Mitglieder des Expeditionsteams. Nach einem vergeblichen Versuch des noch nicht angesteckten Astronauten Wess, die Argos zu zerstören, sind die Astrovampire auf dem Weg zur Erde!
Klingt irgendwie nach ALIEN? Nicht nur das! Der Filmdienst sah PLANET DER VAMPIRE (um genau zu sein: die zweite Hälfte des Films) seinerzeit sogar »in der Nähe von Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM und Polanskis TANZ DER VAMPIRE«, wohingegen der »Evangelische Filmbeobachter« glaubte, arglose Filmfreunde und Filmdienstleser vor »zähflüssigem Gegrusel billigster Machart« warnen zu müssen...

| Fr. 18.02., 21.30 im Double-Feature mit VAMPIRE-MEN OF THE LOST PLANET | So. 27.02., 21.30 |


 


 
 

Vampire – Men of the Lost

Planet Horror of the Blood Monsters

| Regie: Al Adamson | Buch: Sue McNair | Kamera: William G. Troiano, Vilmos Zsigmond | Musik: Mike Velarde | mit John Carradine, Robert Dix, Vicki Volante, Joey Benson, Jennifer Bishop u.a.

| USA 1970 | OF | 85 Min. |

     
 
 

 

Außerirdische Vampire terrorisieren die Erde! Doch die fiesen Blutsauger aus einer weit entfernten Galaxie haben die Rechnung ohne Dr. Rynning gemacht. Der wackere Wissenschaftler besteigt mit einigen Kollegen ein Raumschiff und bricht zum Ursprungsplaneten der Untoten auf. Dort trifft er nicht nur auf diverse Monster und seltsame Humanoiden wie z.B. Krebsmenschen, sondern hat zugleich unzählige Gelegenheiten, in sinnfreien Dialogen pseudowissenschaftlichen Nonsens von sich zugeben.
Al Adamson beweist mit VAMPIRE-MEN OF THE LOST PLANET, dass man Ed Wood Unrecht tut, wenn man ihn als schlechtesten Regisseur aller Zeiten bezeichnet. Eine grandiosere Zweitverwertung von billigem B-Movie-Material unterschiedlichster Herkunft am Schneidetisch wird man kaum finden.

| Fr. 18.02., 21.30 im Double-Feature mit PLANET DER VAMPIRE | So. 20.02., 21.30 |

 


 

 


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Zuletzt bearbeitet am 27.01.2005 © vivasoft 1997-2005 Schreib mal wieder info@vivasoft.de