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kino avantgarde

 

Something more than Night · Endlich unendlich

 


 

Something more than Night

| Regie & Buch: Daniel Eisenberg | Kamera: Ingo Kratisch |

| USA / D 2003 | 77 Min. | ohne Dialoge |

 

 

Szenen aus Chicagos Nächten

Die Idee, dass ein Film über eine Stadt – allerdings ein ruhiger, architektonischer Film – dem Zuschauer etwas Neues über das urbane Leben zum jetzigen Zeitpunkt in unserem neuen Jahrhundert vermitteln kann, ist vielleicht ein wenig arrogant. Doch die Stadt ist ein Organismus, der sich kontinuierlich verändert, und was wir von ihm wissen, ist bestenfalls provisorisch. Ein Film, der die urbane Umgebung im Schutze der Dunkelheit erforscht, muss den Anspruch erheben, eine uns unbekannte Realität zu enthüllen; er versucht, Projektionen und Ängste zu zerstreuen, die zum überwiegenden Teil der Welt der Einbildungen entstammen. Erinnerungen an Filme, Fernsehsendungen und Romane.
»SOMETHING MORE THAN NIGHT ist kein Dokumentarfilm und kein Essay, keine Sinfonie der Großstadt und keine Avantgarde. Und doch von all dem etwas. Was er zeigt, sind Szenen aus dem Nachtleben Chicagos. Was gefilmt wird – ohne jeden Kommentar – sind zumeist öffentliche Räume: Wartehallen, Tankstellen, Straßen. Eine Zugbrücke, ein Diner, eine Werkhalle der Schwerindustrie, der Flughafen. Die Kamera bleibt unbeteiligt, was sie einfängt, sind nicht Schauspiele, sondern alltägliche Szenen, an denen das einzig Unzufällige das ist, dass sie festgehalten werden. Gar nicht zufällig jedoch sind die Kadrierungen, von unten oft, von außen meist, vom Rande her. Was man sieht, hat fast ausnahmslos einen Zug ins Fotografische: in der Präzision des Blicks, in der ganz unaufdringlichen Schönheit des Gezeigten. Es gibt keinerlei narrative oder zeitliche Linearität in der Abfolge – man sieht, in den Kinosessel gebannt, die bewegten Bilder einer Ausstellung.« (Ekkehard Knörer).

| Di., 08.02., 19.30 mit Einführung |

 


 

 

Endlich unendlich

Erinnerungen an Gary Goldberg / USA (1940-2003)

 

| USA 1952 – 57 | 70 Min. | OF |

 
Erinnerungen an Gary Goldberg
 
   
 

Filme, Fotos & Installation

Gary Goldberg gehört mit Sicherheit nicht zu den großen bekannten Namen der Filmkunst. Seine merkwürdigen, immer in harten schwarz /weiß Bildern gedrehten Kurzfilme errangen eher den Kultstatus in einem sehr kleinen und exklusiven Kreis. Obwohl seine Filme auf den meisten großen und internationalen Filmfestspielen gezeigt wurden wie etwa der Berlinale oder den Oberhausener Kurzfilmtagen waren sie vielleicht für das größere Publikum zu schräg, verschroben und eigenwillig. Jim Jarmusch hat in COFFEE AND CIGARETTES als Schlussepisode eine direkte Hommage an Goldberg gedreht, mit den beiden für Goldberg so typischen Darstellern Taylor Mead und Bill Rice. Mead ist vor allem als Andy Warhol Superstar bekannt, Rice ein New Yorker Underground Performer. Goldbergs Filme haben eine starke Stilisierung in der Fotografie und eine sehr reduzierte Kameraarbeit, das Hauptgewicht liegt auf den Darstellern und ihrer Performance. Die Figuren sind tragisch komisch, entfernt verwandt mit Theaterstücken von Samuel Beckett oder von Buster Keaton. Goldberg war Mitglied der New Yorker East Village Underground Kunstszene. Er begann mit Gemälden und in den 70er Jahren mit »Guerilla Kunstwerken« in den Straßen der East Village. Seine Filme, die er ab den 80er Jahren realisierte, sind in unterschiedliche Sammlungen eingegangen und wurden unter anderem vom Museum of Modern Art, New York, angekauft und gezeigt. Nach der Diagnose einer Krebserkrankung wurden seine Arbeiten introvertierter und noch stärker auf sich selbst bezogen. In seinen letzten Filmen verzichtet er so auch auf seine alten Egos Mead und Rice, spielt sich selbst. Goldberg starb 2003.

Wir freuen uns hier in Freiburg eine Auswahl seiner Filme zeigen zu können und als Ergänzung in der Galerie eine Installation, eine kleine Sammlung von Fotos von Performances und einige schriftliche Notizen. Die Exponate waren Ende Januar im Rahmen des »Stuttgarter Filmwinter« im Württembergischen Kunstverein ausgestellt.

Filmprogramm:

PLATES Regie & Buch: Gary Goldberg; Kamera: Jacob Burckhardt; mit Bill Rice & Taylor Mead
USA 1990 11 min.
USHER Regie & Buch: Gary Goldberg; Kamera: Mark Baumgartener; mit Bill Rice & Taylor Mead
USA 1991 11 Min.
BIG BABY Regie & Buch: Gary Goldberg; Kamera: Mark Baumgartener; mit Bill Rice, Taylor Mead & Hapi Phace
USA 1993 20 Min.
THE CHAIR Regie & Buch: Gary Goldberg; Kamera: Mark Baumgartener; mit Bill Rice
SHINE Regie & Buch: Gary Goldberg; Kamera: Mark Baumgartener; mit Gary Goldberg, Jacob Burckhardt & Joe Ruck
USA 2000 33 Min.

Für die Bereitstellung der Filmkopien und Exponate aus New York und San Francisco danken wir Giovanna Thierry von Wand 5/ Stuttgarter Filmwinter, Goldbergs Nachlassverwalter Jerry Tartaglia und dem Canyon Cinema in San Francisco.

| Fr. 25.02., 20.00 Ausstellungseröffnung in der Galerie / Einführung: Wolfgang Lehmann |
| Fr. 25.02., 21.00, Di. 01.03., 19.30 Filmprogramm |

| Ausstellung Gary Goldberg vom 25.02. –10.03. in der Galerie im Alten Wiehrebahnhof, zu den Caféöffnungszeiten |

 

 




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Zuletzt bearbeitet am 27.01.2005 © vivasoft 1997-2005 Schreib mal wieder info@vivasoft.de