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Kino Extrem

Shivers · Halloween · Horrorfilm vs. Wirklichkeit

> KINO EXTREM: Filme, die an Grenzen gehen – an die der Erträglichkeit oder die des so genannten »Guten Geschmacks«. Ein kritischer Blick auf Untergründiges, Programme, die Gegenstand der Diskussion waren – oder totgeschwiegen wurden.
Im November/Dezember steht KINO EXTREM unter dem Zeichen US-amerikanischer Alpträume:
Die Doku AMERICAN NIGHTMARE (letzter Termin: Di., 07.12. 21.45h) beleuchtet die Hintergründe des US-amerikanischen Horrorkinos, in dem frühere Bezüge auf den Kalten Krieg durch innergesellschaftliche Anspielungen, Verweise auf Rassismus, Vietnamkrieg und sexuelle Revolution und die kritische Diskussion amerikanischer Werte ersetzt werden. Einige der dabei
angesprochenen Werke werden in unserem weiteren Dezemberprogramm in Vortrag, Diskussion und als Filme vorgestellt.

 


 

SHIVERS/THE PARASITE MURDERS

FRISSONS/THEY CAME FROM
WITHIN/PARASITENMÖRDER

Regie und Buch: David Cronenberg I Kamera: R. Saad
mit: P. Hampton, B. Steele, J. Silver, L. Lowry

I Kanada 1974 I engl. OF I 87 Min. I

Shivers

 

 

Die Einwohner eines sterilen Apartment-Wohnblocks werden nach und nach zu Wirten gentechnisch hergestellter Parasiten, die sie zu sexuell aggressiven Überträgern machen. So sehr das nach Exploitation-Kino klingt, so wenig darf man übersehen, dass Cronenberg einen dichten Subtext in die banale Handlung verwebt. Wäre er zehn Jahre später entstanden, könnte man ihn ohne weiteres als AIDS-Allegorie verstehen, doch auch so eröffnet er genug Lesarten, sei es als Warnung vor der sexuellen Dekadenz der 70er oder als Kritik an der dünnen Fassade
bürgerlicher Liberalität.

I Fr 10.12., 21.45 Double Feature mit HALLOWEEN I I Sa 18.12., 21.30 I


 

HALLOWEEN

Regie: John Carpenter I Buch: J. Carpenter, D. Hill
Kamera: D. Cundy I mit J. Lee Curtis, D. Pleasance, N. Loomis, P.J. Soles, C. Cyphers

I USA 1978 I DF I 91 Min. I

 

 

 

Michael Myers hat als sechsjähriger seine Schwester ermordet. 15 Jahre später entkommt er aus der psychiatrischen Anstalt und kehrt an den Ort seines Verbrechens zurück. Wieder fallen ihm halbwüchsige Mädchen zum Opfer.
Der Film diente in den folgenden Jahren Dutzenden von Nachahmer-Produktionen als Blaupause, aber selten gelang es so gekonnt, den Schrecken durch die Bildgestaltung zu unterstreichen. Den Beginn des Films erlebt man aus der subjektiven Sicht des Täters und wird so, ähnlich wie bei Hitchcocks »Rear Window« oder Powells »Peeping Tom« seines eigenen Voyeurismus, der eigenen Lust am Grauen überführt. Eng ist die Kopplung zwischen (verbotenem) Sex und Gewalt....

I Fr 10.12., 21.45 DOUBLE FEATURE MIT SHIVERS I I Di 14.12., 21.45 I



FILMVORTRAG:

HORRORFILM VS. WIRKLICHKEIT:
DER MÖRDER ED GEIN ALS FILMFIGUR


 

Ed Gein wurde 1957 in Wisconsin als mehrfacher Mörder überführt: einzigartig im Bewusstsein der Öffentlichkeit war sein Umgang mit den Überresten der Opfer. Kannibalismus und fetischisierende Konservierung von Leichenteilen, die der Hobby-Taxidermist in seinem entlegenen Farmhaus gesammelt hatte, schockierten Amerika.
Seine Geschichte ging schnell in der populären Kultur auf. Als erster verfilmte Alfred Hitchcock 1960 mit seinem legendären Thriller PSYCHO eine Groschenheftversion der Ereignisse. In einem einsamen Hotel lauert der mutterfixierten Einzelgänger Norman Bates auf Opfer – nicht nur wegen der beeindruckenden Duschszene ein Klassiker der Filmgeschichte. Seitdem ist die Figur des fetischistischen Mörders aus dem Horrorfilm nicht mehr wegzudenken. Mehr oder weniger deutlich spielen mehr als ein Dutzend weitere Filme auf den Fall an. Tobe Hooper griff das Schreckenshaus beispielsweise 1974 in TEXAS CHAINSAW MASSACRE auf. Eine Gruppe junger Menschen, darunter ein Rollstuhlfahrer, geraten bei einer Landpartie auf das Territorium einer seltsamen Familie, die die ungebetenen Gäste der Reihe nach beseitigt. Obwohl einer der unheimlichsten Filme des Splatter-Genres, ist Tobe Hoopers Erstlingsfilm sparsamer mit blutigen Details, als es sein Ruf vermuten lässt. Der Thriller-Autor Thomas Harris gestaltete gleich zwei seiner Mörder als Geins Wiedergänger, am bekanntesten die Figur des Buffalo Bill in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER, 1991 verfilmt von Jonathan Demme. Das Verhalten des Mörders, den die FBI-Agentin Clarice Sterling mit Hilfe des inhaftierten Psychopathen Hannibal Lecter fassen will, ist deutlich an Geins verdrehten Versuchen angelehnt, sich Weiblichkeit anzueignen.
Anhand von Filmbeispielen versuchen wir, ausschnitthaft die Bearbeitungen des Stoffes in den Kontext ihrer jeweiligen Entstehungszeit zu stellen und die Grenzen des Darstellbaren auszuloten.

Vortragende: Timothy Simms M.A., Soziologe und Chemiker;
Alexander Sancho-Rauschel M.A., Historiker und Comic-Experte; Svenja Alsmann M.A., Kulturwissenschaftlerin.
Alle drei tätig auf dem Gebiet der Filmwissenschaft und Filmgeschichte, z.B. Seminaren zu James Bond oder der Matrix
an der Universität Freiburg.

I Fr 17.12., 20.00 I Galerie I Film ab 21.30 im Kinosaal I


 

 


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Zuletzt bearbeitet am 25.11.2004 © aptum1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de