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Kleine Hommage an

MARLON BRANDO (1924–2004)

> Brando legte nicht nur zwei Karrieren in die Waagschale der Filmgeschichte, er verabschiedete sich auch gleich aufs Doppelte: Mit seinem 80. Geburtstag am 3. April 2004 war die ganze Welt aufgefordert, diesem Monument von einem Schauspieler ihren Tribut zu erweisen, und drei Monate danach, am 1. Juli 2004, war sie genötigt, sich für immer von ihm zu verabschieden. Im engsten Familienkreis wurde er beigesetzt, heißt es, nur Jack Nicholson, der alte Kollege und Freund, war geladen – und er hob sein ehemaliges Vorbild mit Michelangelo und Picasso auf eine Stufe. Marlon Brando spielte Arbeiter, Bandenführer, Revolutionäre, Kriegsheimkehrer, den Römer Marc Anton, den Kaiser Napoleon, einen deutschen NS-Offizier, sogar einen Japaner, Sheriffs, Offiziere, einen Mafiaboss, Rechtsanwälte, später Menschenjäger, Gurus, Weltraumfürsten, den wahnsinnigen Colonel Kurtz und – in DER LETZTE TANGO IN PARIS – einfach sich selbst. Marlon Brando ließ kein Genre aus. Seine hohe Improvisationskunst in Sprache und Gestus geht weit über das bis heute kolportierte »Nuscheln« hinaus. Keiner versteht es wie er, mit nachhaltigem Schweigen, intensivem Blickwechsel und ausgefeilten sprachlichen Verzögerungstechniken zu arbeiten. Marlon Brando war immer wahrhaftig.

 

Der Letzte Tango in Paris · Duell am Missouri · Apocalypse now Redux

 


 

Der Letzte Tango in Paris

( L‘ULTIMO TANGO A PARIGI )
( LE DERNIER TANGO À PARIS )

Regie: Bernardo Bertolucci I Buch: B. Bertolucci, F. Arcalli. Kamera: V. Storaro I mit M. Brando, M. Schneider, J.P. Léaud, M. Girotti u.a.

I Italien/Frankreich 1972 I DF I 129 Min. I

Der Letzte Tango

 

Die Französin Jeanne und der US-Amerikaner Paul (Marlon Brando) begegnen sich in Paris bei einer Wohnungsbesichtigung. In beiden flammt ein plötzliches Begehren auf. Alle Konventionen außer Acht lassend, fallen sie im Taumel ihrer Triebe übereinander her. Obwohl Jeanne mit dem Regisseur liiert ist, kann sie sich nicht Pauls erotischer Anziehung entziehen. In dem leerstehenden Appartement kommt es zu weiteren sexuellen Szenen. Der Versuch, Gefühle zu negieren und nur den sexuellen Impulsen zu frönen, scheitert jedoch auf furchtbare Weise.
Wiederaufführung in neuer Kopie

I Di 07.12., 19.30 I Mi 08.12., Do 09.12., 21.30 I Fr 10.12., 19.30 I Sa 11.12., 17.30 I


 

Duell am Missouri

( The Missouri Breaks )

Regie: Arthur Penn I Buch: T. McGuane I Kamera: M. Butler mit M. Brando, J. Nicholson, K. Lloyd u.a.

I USA 1976 I DF I 126 Min. I

 

DUELL AM MISSOURI ist ein typischer Spätwestern: Der Mythos wird inszeniert, um ihn zu demontieren. Penns Methode ist die Überrumpelung des Zuschauers: Aus heiterem Himmel – hier wörtlich zu verstehen: immer wieder schwelgt der Film in sonnendurchfluteten Totalen des Naturpanoramas – schlägt plötzlich die Gewalt zu. Während der Vorspanntitel sieht man auf ein grünes Tal: Pusteblumen im Vordergrund, hinten reiten drei Männer. »Als ich dieses Land zum ersten Mal sah, reichte das Büffelgras und das Gestrüpp rauf bis zu den Steigbügeln«, erinnert sich der Rancher...
Die Brüchigkeit der Erzählung, gestand der Regisseur dem Schriftsteller Jerome Charyn, war nicht allein das Ergebnis ästhetischen Kalküls, sondern auch eine Folge der problematischen Vorbereitung: Bis die Verträge mit den beiden Superstars Brando und Nicholson perfekt waren vergingen Monate... und das Drehbuch wurde noch während der Aufnahmen umgeschrieben....

I Di 21.12., 19.30 I Do 23.12., 21.30 I So 26.12., 19.45 I


 

Apocalypse now Redux

Regie: Francis Ford Coppola I Buch: J. Milius, F.F. Coppola, nach Motiven der Erzählung »Herz der Finsternis« von Joseph Conrad I Kamera: V. Storaro I Musik: C. Coppola, F.F. Coppola I mit M. Brando, R. Duvall, M. Sheen, F. Forrest u.a.

I USA 1979/2001 I DF I 203 Min. I

Apocalypse

 

Während des Vietnam-Krieges erhält Captain Willard den Auftrag, den außer Kontrolle geratenen Oberst Kurtz aufzuspüren und zu liquidieren. Der offenbar wahnsinnig gewordenen Offizier hat mitten im Dschungel eine Art Terror-Regime errichtet und ist dem Pentagon ein Dorn im Auge. Mit einem Kanonenboot machen sich Sheen und seine Begleiter auf den Weg durch das vom Krieg verwüstete Land.
Dieser eigenwillige Versuch, dem US-amerikanischem Vietnam-Trauma auf den Grund zu gehen, ist kein Kriegsfilm im üblichen Sinne, auch kein Anti-Kriegsfilm: er ist der Krieg selbst. »Das ist kein Film, das ist eine Reise«“ (F.F. Coppola) Der Regisseur wollte »die Zuschauer an einen Ort bringen, den sie noch niemals aufgesucht haben«.
APOCALYPSE NOW REDUX wirkt gegenüber der ursprünglichen Version viel homogener und dichter. Interessanter – und ironischerweise auch kürzer – als das arg beschnittene Original kommt einem diese um 49 Minuten erweiterte Neufassung von 2001 vor.

I So 19.12., 20.00 I Mi 22.12., 21.30 I

 

 





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Zuletzt bearbeitet am 25.11.2004 © aptum1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de