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Portugal sehen: Neues portugiesisches Kino


Zur Filmproduktion des kleinen Landes am Rande Europas fällt zuvorderst Manoel de Oliveira ein: Mit 96 Jahren ist er gewiss der älteste noch aktive Filmregisseur der Welt. Zum Auftakt unserer Reihe zum neuen portugiesischen Kino zeigen wir einen seiner letzten Filme – PALAVRA E UTOPIA, eine symbolische Hommage an den »Kaiser der portugiesischen Sprache«(Padre António Vieira) aus dem Jahr 2000. Im weiteren Verlauf der Reihe widmen wir uns Regisseuren wie etwa Joaquim Sapinho mit MULHER POLÍCIA, einem mehrfach preisgekrönten Film, der auch bei der Berlinale 2003 Aufsehen erregte. Inês de Medeiros, in Portugal eher durch ihre schauspielerische Aktivität bekannt, vermittelt uns in ihrem ersten Werk als Regisseurin O FATO COMPLETO ein sensibles Bild vom Leben afrikanischer Einwanderer in Portugal. Ein abwechslungsreiches Kurzfilmprogramm soll einen Eindruck von der Entwicklung und dem gegenwärtigen Stand des filmischen Nachwuchses in Portugal
geben. Den Abschluss unserer Portugal-Reihe bildet ein früherer Film von Manoel de Oliveira. In Non ou a vã Glória de Mandar vermittelt Oliveira seine Vision von der Geschichte Portugals. Die Reihe PORTUGAL SEHEN entstand in Zusammenarbeit mit Beatriz M. Silva / Portugiesisches Lektorat der Universität Freiburg und wird vom Generalkonsulat in Stuttgart und der Portugiesischen Botschaft in Berlin unterstützt. Am 18. Juni laden wir zu einem kleinen Empfang mit portugiesischer Live-Musik von Paulo Colares in Anwesenheit des portugiesischen Generalkonsuls ein. Ver Portugal!

Portugiesisches Kurzfilmprogramm:

Hora d'Almoço · Contra Ritmo · À Margem · O Beijo

Spielfilme:

Palavra e Utopia · Mulher Polícia (Polizistin) · O Fato Completo ou à Procura de Alberto · Non ou a vã Glória de Mandar

 


 

Palavra e Utopia

(Das Wort und die Utopie)

Regie & Buch: Manoel de Oliveira - Kamera: Renato Berta; Musik: Carlos Paredes & Massimo Scapin; mit Lima Duarte, Luís Miguel Cintra, Miguel Guilherme, Leonor Silveira, Renato di Carmine u.a.
Portugal 2000 OmeU / 130 Min.

 

 

Das Leben des Padre António Viera, Jesuitenprediger im 17. Jahrhundert, der von Fernando Pessoa als »Kaiser der portugiesischen Sprache« bezeichnet wurde. Ausgehend von seinem Prozess vor der Inquisition wird rückblickend sein Leben erzählt – durch seine Briefe und Predigten, die er an den verschiedenen Stationen seines Lebens gehalten hat (in Brasilien, Portugal und Rom). »Die Originalität dieses Films liegt darin, nicht die Epoche zu dramatisieren. Es ist ein Werk sui generis, wo alles auf das Wesentliche reduziert ist.« (Manoel de Oliveira) Das Wesentliche ist hier der Kampf eines Einzelnen mit seinen Utopien gegen die Welt, die von politischem Kalkül, der Macht der Inquisition und von Profitsucht regiert wird. Vieras einzige Waffe ist das Wort, und das Wort wird hier in Kino verwandelt.

Di., 1.6., 21.30 / Mi., 2.6., 21.30 / Sa., 5.6., 17.30

 


 

Mulher Polícia (Polizistin)

Regie & Buch: Joaquim Sapinho; Schnitt: Manuela Viegas; mit Amélia Corôa, Ludovic Videira, Maria Silva, Ricardo Aibéo, Vítor Norte, José Pinto, Ana Nave u.a.
Portugal/Span./Bras. 2003 OmeU / 85 Min.

Mulher Polícia

 

Ein kleiner Ort im Norden Portugals wird zum Ausgangspunkt einer verzweifelten Odyssee durch das Land: Hier leben Tânia, eine junge Witwe, und ihr Sohn Rato. In ihrer Trauer um den Tod ihres Mannes hat sich Tânia um den Jungen zuletzt wenig gekümmert. Die meiste Zeit ist Rato mit seiner Freundin Liliana zusammen. Tânia ahnt nicht, dass er in die Kriminalität abgleitet.
Als in der Schule eingebrochen wird, macht sie sich erstmals Sorgen. Alles deutet auf Ratos Tatbeteiligung hin. Kurz darauf nimmt die Polizei ihn fest. Nachdem noch weitere Delikte ans Tageslicht kommen, droht ihm die Einweisung ins Erziehungsheim. Allein die Vorstellung ist für Tânia unerträglich. Es gelingt ihr, Rato aus der Haft zu befreien. Sie will alles hinter sich lassen und mit ihm nach Lissabon fliehen. Rato besteht darauf, dass Liliana mit ihnen kommt. Ganz einfach den Bus nehmen, erweist sich als unmöglich, längst ist die Polizei hinter ihnen her. So schlagen sie sich in die Wälder und setzen ihre Flucht über Nebenstraßen fort – gelegentlich als Anhalter, meistens jedoch zu Fuß.

Di., 8.6., 21.30 / Di., 15.6., 21.30 / Fr., 18.6., 19.30

 


 

Hora d'Almoço

(Mittagessenszeit)

Regie & Buch: Raquel Jacinto
Portugal 2001 OmeU / 11 Min.


Inmitten des Straßenverkehrs, auf einem pulsierenden Platz in Lissabon sitzen vier Bauarbeiter und beobachten die vorbeilaufenden Menschen.

 


 

Contra Ritmo

(Kontrapunkt)

Regie & Buch: João Figueiras
Portugal 2000 OmeU / 12 Min.


Leonor und Pedro sind umgezogen. Langsam räumen sie die neue Wohnung ein, jeder in seinem Rhythmus, nicht immer übereinstimmend.

 


 

À Margem

(Am Rand)

Regie & Buch: João Carrilho
Portugal 2001 OmeU / 12 Min.

(Am Rand)


Ein Ehepaar mit Kind, ein Haus am See, ein Sprung am Ende des Tages. Etwas Unerwartetes geschieht.

 


 

O Beijo

Regie: Pedro Baptista
Portugal 2002 OmeU / 15 Min.


Drei Freunde, zwei Jungs und ein Mädchen verbringen einen Nachmittag im Vergnügungspark. Teresinha fordert sie heraus, mit der Geisterbahn zu fahren, aber Henrique kommt nicht mit, weil er Angst vor der Dunkelheit hat. Von außen sieht er, wie sein Rivale Teresinha küsst.

So., 20.6., 21.30 / Do., 24.6., 21.30 / Fr., 25.6., 19.30

 


 

O Fato Completo ou à Procura de Alberto

(Auf der Suche nach Alberto)

Regie: Inês de Medeiros; Buch: Joaquim Sapinho; Kamera: Jacques Loiseleux & Miguel Sales Lopes; Schnitt: Manuela Viegas; Musik Nuno Maló
Portugal/Span./F/Bras. 2002 OmeU / 90 Min.


Ursprünglich plante die Regisseurin einen Spielfilm über einen aus Afrika eingewanderten Jungen; doch im Verlauf der Vorbereitungen veränderte sich das Projekt: »Ich suchte einen Jungen zwischen 16 und 18 Jahren, der die Rolle des Alberto in meinem Film spielen sollte. Da es keine Schauspieler waren, bat ich die Bewerber, mir eine Geschichte ihrer Wahl zu erzählen. Was sie mir gaben, war ein Stück ihres Lebens mit einer Großzügigkeit und Echtheit, dass ich selbst in Frage gestellt wurde. Hätte ich es schaffen können, die Geschichte mit der gleichen Kraft wiederzugeben, mit der gleichen Emotion?«

Sa., 26.6., 21.30 / Do., 1. 7., 21.30 / Fr., 2.7., 21.30

 


 

Non ou a vã Glória de Mandar

(NON oder der vergängliche Ruhm der Herrschaft)

Regie & Buch: Manoel de Oliveira; Kamera: Elso Roque; Musik: Alejandro Masso; mit Luís Miguel Cintra, Diogo Dória, Miguel Guilherme, Luís Lucas, Carlos Gomes u.a.
Portugal 1990 OmU / 112 Min.


Kurz vor dem Ende der Kolonialkriege reflektieren portugiesische Soldaten im afrikanischen Dschungel ihre portugiesische Identität. Von der Antike bis zur Gegenwart werden die verlorenen Schlachten Portugals inszeniert, und so die Geschichte, der Mythos Portugals, auf seine Niederlagen begründet. Jede Niederlage besiegelte das Ende eines Traums und führt zur Selbstfindung in der Position des Verlierers. Der Film »zeigt ein Portugal, das außerhalb der Geschichte steht, das von den Träumen und der Sehnsucht nach paradiesischen Utopien lebt und an ihnen scheitert.« Eduardo Lourenço

Fr., 9.7., 19.30 / So., 11.7., 21.30 / Do., 15.7., 21.30


 




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Zuletzt bearbeitet am 27.05.2004 © aptum 1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de