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CINE LATINO

Mittwochskino: cine latino

Festival des lateinamerikanischen Films

Bola de Nieve · Sudeste · Sábado · La fe del volcán (Der Glaube des Vulkans) · ROUTE 181 - Fragmente einer Reise in Palästina-Israel

 


 

Bola de Nieve

(Der traurige Mann, der fröhlich sang)


Regie, Kamera & Schnitt: José Sánchez-Montes; Buch: J. Sánchez-Montes & Mariano Maresca
Spanien/Kuba/Mexiko 2003 73 Min. / OmeU

Sänger Bola de Nieve

 

Der kubanische Pianist und Sänger Bola de Nieve sagte gewöhnlich über sich: »Ich bin ein trauriger Mensch, aber meine Lieder klingen fröhlich.«
Er kam aus ärmlichen Verhältnissen, seine ersten Erfolge feierte er in Mexiko; wenn er den Konzertraum betrat, stand das Publikum voller Ehrfurcht auf, und als er starb hatte er noch 10 Pesos – Bola de Nieve, der kleine dickliche Schwarze wurde in den 50er und 60er Jahren in Kuba zu einer Legende. Mit seiner Musik, die folkloristische Elemente zum Mambo entwickelte, bevor der Mambo erfunden war, bereiste er die linksrevolutionäre Welt und überwand die Grenzen einer rassistischen und homophoben Gesellschaft.
Er komponierte weniger selber als er interpretierte, aber das mit solch einem Rhythmus, solch einer Stimme, dass man es bedauert, damals nicht dabei gewesen zu sein.

Di., 1.6., 19.30

 


 

Sudeste

(Südosten)

Regie: Sergio Bellotti; Buch: Daniel Guebel & S. Bellotti, nach dem Roman von Haroldo Conti; Schnitt: Santiago Ricci; Kamera: Hernán Baigorria;
Argentinien 2002 86 Min. / OmeU

Boga, ein junger Bewohner des Delta von Paraná

 

Boga, ein junger Bewohner des Delta von Paraná, begibt sich nach dem Tod seines Vaters auf eine magische Reise ohne Ziel. Mit dem verlassenen Boot ›Aleluya‹ lässt sich Boga auf dem Fluss treiben und begegnet auf seiner ungewöhnlichen Reise dem naiv frommen Cabecita, de die unbrauchbarsten Dinge, die der Fluss anschwemmt, sammelt. Kurz darauf stoßen sie auf El Pampa, einen Verbrecher aus der Stadt, der von seinen Freunden verraten und schwer verletzt wurde. Das bisher ruhige Leben der Inselbewohner verändert sich rasant durch das Auftreten von El Pampa, zwei Welten prallen aufeinander. Der anfangs ruhige und poetische Film, in dem der Fluss Paraná der Protagonist ist, verwandelt sich in einen Krimi...
Sudeste basiert auf dem gleichnamigen Roman (1962 erschienen) von Haroldo Conti, der 1976 während der Diktatur verschwand.

Mi., 2.6., 19.30 / So., 6.6., 17.30

 


 

Sábado

(Samstag)


Regie: Matías Bize; Buch: Julio Rojas &
Paula del Fierro; Kamera: Gabriel Díaz; Musik: Bitman & Roban, CHC; mit Blanca Lewin, Antonia Zegers, Diego Muñoz,
Chile 2003 65 Min. / OmeU

Antonia und Victor

Antonia ist schwanger, fast schon hysterisch wütend und auf dem Weg zu Blanca, die Victor, der Vater ihres Kindes, in wenigen Stunden heiraten wird. Blanca soll wissen, was Victor nicht nur die Nacht zuvor getrieben hat. Mit dabei hat Antonia ihren Nachbarn, der das Ganze mit der Videokamera dokumentieren soll. Nachdem sich Blanca von der wiederholten Untreue ihres zukünftigen Ehemannes überzeugt hat, stürmt sie im Brautkleid los, um Victor zur Rede zu stellen – und leiht sich kurzerhand den Kameramann aus. Was nun folgt sind weitere Enthüllungen in Echtzeit. Sie findet Victor unter der Dusche und stellt ihn dort nicht nur verbal bloß...
Der schönste Tag im Leben einer Frau ist angeblich ihr Hochzeitstag. Dieses Hochzeitsvideo sollte uns Frauen diese Behauptung nochmals überdenken lassen.
Ein atemlos rasanter, ohne Schnitt gedrehter Film im Stil des cinéma verité: Die Materialkosten beliefen sich angeblich auf lediglich 40 Euro.
Der Debütfilm des jungen Chilenen Matía Bize bekam auf dem internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2003 den Rainer Werner Fassbinder Preis. Derzeit arbeitet er mit den selben Darstellern an seinen zweiten Film EN LA CAMA (Im Bett) – man darf gespannt sein, wie die Geschlechter dort miteinander umgehen.

Do., 3.6., 21.30 / Sa., 5.6., 19.45

 


 

La fe del volcán (Der Glaube des Vulkans)



Regie & Schnitt: Ana Poliak; Buch: A. Poliak & Willi Behnisch; Musik: Los Kjarkas; mit Mónica Donay, Jorge Prado, Matel Golombek, Ana Poliak u.a.
Argentinien 2001 85 Min. / OmeU


Die junge Ana arbeitet in einem Friseursalon. Der Scherenschleifer Danilo zieht mit seinem Fahrrad durch die Straßen und bietet seine Dienste an. Das Mädchen und den Mann mittleren Alters verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft, Außenseiter sind sie beide, versuchen jeder auf seine Weise über die Runden zu kommen. Gemeinsam wandern sie durch Buenos Aires. Er redet gerne, kann dann gar nicht mehr damit aufhören. Sie redet nicht viel, stellt ihm gelegentlich Fragen, die er nicht beantworten will. In dokumentarischem Stil gefilmt, erzählt dieses psychologische Drama vom alltäglichen Überlebenskampf in der Großstadt. Regisseurin Ana Poliak interessiert sich mehr für das Innenleben ihrer Figuren als für die äußere Handlung. Das Ergebnis ist ein in Form und Inhalt experimenteller Film, der auch die während der Militärdiktatur verschwundenen Menschen thematisiert.
»Die beiden Protagonisten stehen für das Fortbestehen einer traurigen Realität in der Geschichte Argentiniens, einem Land, in dem politische Unterdrückung und soziale Marginalisierung seit Jahrzehnten Hand in Hand gehen und ein einzigartiges Unterdrückungssystem bilden.« (Ana Poliak)

Mi., 9.6., 19.30 / Mi., 16.6., 19.30 Sa., 19.6., 19.30

 


 

ROUTE 181 - Fragmente einer Reise in Palästina-Israel

Regie: Michel Khleifi und Eyal Sivan
F/B/D/GB 2003 (Arab./Hebr.) OmU / 270 Min.

Route


ROUTE 181 – Fragmente einer Reise ist der erste Film in palästinensisch-israelischer Ko-Regie. Er wurde im November 2003 fertiggestellt und seitdem auf zahlreichen Festivals präsentiert. Er eröffnet eine ungewöhnliche Perspektive auf die Bevölkerung in Palästina-Israel, eine gemeinsame Vision eines Palästinensers und eines Israelis. Mehr als ein Jahr lang haben Khleifi und Sivan sich der Produktion dessen, was sie einen kinematischen Akt von Glauben und Vertauen betrachten hingegeben: ein gemeinsamer Film. Im Sommer 2002 sind sie zwei lange Monate gemeinsam durch ihr Geburtsland gereist, sie haben ihre Strecke auf einer Karte aufgemalt und sie ROUTE 181 genannt. Diese virtuelle Linie markiert die Grenzen der UN-Resolution 181 vom 29. November 1947, nach der Palästina in zwei Staaten geteilt werden sollte.
Israelis und Palästinenser, denen sie auf ihrer ausgiebigen Reise zufällig begegnen, erzählen von ihren Hoffnungen und Ängsten, Träumen und Leidenschaften, Erinnerungen und Alltagsproblemen. Es wurden im Vorfeld weder Treffen vereinbart, noch Persönlichkeiten oder »offizielle« Gesprächspartner kontaktiert.
Es gelingt den beiden Regisseuren in den kurzen Gesprächen mit gezielten und sensiblen Fragestellungen eine Atmosphäre zu schaffen, die Einblicke sowohl in die Gegenwart als auch in die jeweiligen Geschichten der Gesprächspartner öffnet.

Teil 1 & Teil 2: Mi., 23.6., 20.00
Teil 1: Fr., 25.6., 21.30 / Di., 29.6., 21.30
Teil 2: So., 27.6., 17.30 / Mi., 30.6., 19.30

 


 




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Zuletzt bearbeitet am 27.05.2004© aptum 1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de