Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Fußball wie noch nie

Im Monat der Fußball-Europameisterschaft in Portugal möchten wir zusätzlich zu unserer Portugal-Filmreihe »Portugal sehen: Neues portugiesisches Kino«auch fußballerisch einen interessanten Kontrapunkt zum Geschehen auf Rasen und Mattscheibe setzen. Zu sehen sind bei uns drei Programme, in denen der Bedeutung des Fußballs über die spielentscheidenden 90 Minuten hinaus nachgegangen wird: Der Fußball als ein von der Ruhrgebietsindustrie der 50er Jahre gesponsertes, identitätsstiftendes Bindeglied einer ganzen Region (IM WESTEN GING DIE SONNE AUF); das Porträt von 5 jungen und erfolgreichen Fußballerinnen des türkischen Teams »Agrispor« aus Berlin-Kreuzberg, die sich zumindest temporär aus familiären Zwängen befreien und gegen orthodoxe Traditionen wie gegen eine fremdenfeindliche Umwelt behaupten (MÄDCHEN AM BALL und NACH DEM SPIEL); und schließlich als Hommage an eine der besten europäischen Vereinsmannschaften der 70er Jahre die Freiburger Erstaufführung von DYNAMO KIEW - Legende einer Fußballmannschaft. Mit dabei ein 15-minütiges Schlaglicht (DIE NACHT VON YOKOHAMA) von Romuald Karmakar, das die deutschen Fans in Berlin bei der Endspielübertragung 2002 beobachtet. Kurz vor dem diesjährigen Endspieltermin endet unsere Programmreihe ...

Im Westen ging die Sonne auf · Die Nacht von Yokohama · Dynamo Kiew - Legende einer Fußballmannschaft · Mädchen am Ball · Nach dem Spiel

 


 

Im Westen ging die Sonne auf

 

Regie & Buch: Wolfgang Ettlich; Kamera: Hans Albrecht Lusznat
D 2002 86 Min.

Rudakow

 

Das Ruhrgebiet, der Pott, war immer anders: schmutziger, rauher, kontroverser, aber rundherum vitaler als der Rest der Nachkriegs-Bundesrepublik. Bis in die 90er Jahre hinein prägten neben den Arbeitersiedlungen, den verräucherten Eckkneipen, den Kleingärtneranlagen, und Taubenzüchtervereinen vor allem die riesigen Schlote der Fabrikanlagen und die Fördertürme der Zechen das Bild dieser Region.
Hier wurde zugepackt, hier wurde malocht, lauthals protestiert, gestreikt, gefeiert und Fußball, Fußball und nochmals Fußball gespielt.
Für die Menschen war das Spiel ums runde Leder der Lichtblick zwischen den rauchenden Schloten und symbolische Kraft für Leben und Freude. Der Bergbau, der seit der Nachkriegszeit immer Sponsor und Finanzier für die Fußballvereine war, existiert heute nicht mehr. Viele der einst ruhmreichen Vereine, die den Fußball bis in die 70er Jahre hinein mitbestimmt haben, rutschten ohne Geldgeber in die Bedeutungslosigkeit ab. Die Dokumentation IM WESTEN GING DIE SONNE AUF zeigt die Geschichte des Revierfußballs nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Niedergang des Bergbaus und erinnert dabei an legendäre Spieler und vergessene Vereine. Mit am Ball: Willi >Ente< Lippens, Paul Nikelski, Horst Szymaniak, Julis >Jule< Ludorf, Hans Tilkowski u.a.

Do., 3.6., 19.30 / So., 6.6., 19.30 / Di., 8.6., 15.00 (Dienstagskino) / Mi., 9.6., 21.30

 


 

Die Nacht von Yokohama


Regie & Kamera: Romuald Karmakar
D 2002 15 Min.

 

 

30. Juni 2002: In Deutschland feiert man den Gewinn der Vize-Fußball-Weltmeisterschaft. Der Film beobachtet in Berlin an der Ecke Joachimsthaler Straße und Kantstraße die Leute beim Feiern.

 


 

Dynamo Kiew - Legende einer Fußballmannschaft

Regie & Buch: Alexandra Gramatke & Barbara Metzlaff; Kamera: B. Metzlaff; mit Oleg Blochin, Viktor Kolotow, Viktor Matwienkow u.a.
D 2000 60 Min.


Dynamo Kiew, der erfolgreichste Fußballklub der Sowjetunion, steigt in den 70er Jahren mit zwei internationalen Pokalen in die europäische Fußballelite auf. Die ‘Traumelf aus dem Osten‘ jagt gegnerische Mannschaften über den Rasen und überrascht mit schnellem, offensive Spiel. Westliche Journalisten schreiben begeistert vom »Fußball des 21. Jahrhunderts«. Die Spieler des Roten Orchesters sind Stars und werden in ihrer Heimat wie Helden verehrt.
Oleg Blochin, damals der schnellste Linksaußen der Welt: »Ich wußte, dass wir guten Fußball spielen, aber als Star habe ich mich nicht gefühlt. Erst als ich vor Beckenbauer zum europäischen Fußballer des Jahres gewählt wurde, habe ich es langsam begriffen.«
Heute sind die Spieler um die 50, aus ihrem Verein ist eine Aktiengesellschaft geworden, und einige der alten Fußballer kicken immer noch in der einer Veteranenelf. »Das ist wie eine Verlängerung unseres Fußball-Lebens und nach dem harten Training gut fürs Herz.«

Do., 24.6., 19.30 / Sa., 26.6., 17.30 | Sa., 3.7., 19.30

 


 

Mädchen am Ball

 

Regie & Buch: Aysun Bademsoy; Kamera: Sonja Rom & Thomas Arslan; Schnitt: Max Reimann; Ton: Annegret Fricke
D 1995 45 Min.

Mädchen am Ball


Sie trainieren zweimal die Woche und fast jedes Wochenende spielen sie Fußball: 23 junge Frauen aus Berlin – vom BSC Agrispor – das ist zugleich auch eine Clique, die zusammenhält und stark ist, gegen andere Spielerinnen auf dem Rasen, aber auch gegen Vorurteile und Widerstände... Der Film begleitet fünf Spielerinnen auf den Fußballplatz: zum Training, beim Auswärtsspielen und am Nachmittag im Görlitzer Park. Wir erleben die letzten drei Spiele bis zu ihrem Aufstieg in die Verbandsliga, erfahren von ihren Wünschen, Profifußballerinnen zu werden und in die Bundesliga aufzusteigen.

 


 

Nach dem Spiel

Regie: Aysun Bademsoy, mit Sevgi Sari, Sonur Cetin, Safiye Cök
D 1997 60 Min.


Zwei Jahre später zeigt die Dokumentarfilmerin in NACH DEM SPIEL wo die jungen Fussballerinnen jetzt stehen. Sie spielen noch Fußball, wollen damit aber wahrscheinlich alle bald aufhören, weil die Atmosphäre mit den neuen Mädchen nicht mehr so hinhaut, besuchen gelegentlich das Kart-Stadion, hängen im Park oder im Auto in den Straßen herum und stehen der Filmemacherin Aysun Bademsoy Rede und Antort: Was es heißt, zwischen den Generationen der EinwanderInnen und der Deutschen als weibliche Jugendliche den Teenagerdrängen und Erwartungen ans Erwachsenwerden nachzugehen. Manche Fragen sind für einige allerdings zu heikel, etwa jene wiederholt gestellte, ob sie einen Freund hätten; schließlich werden auch die Eltern diesen Film irgendwann sehen. Aber so viele Interviewte es gibt, so viele verschiedene Meinungen über zu lockere deutsche und zu mackerhafte türkische Männer, sowie über die ihnen eingeräumten oder erkämpften Freiheiten, sind zu hören.

Sa., 26.6., 19.30 / So., 27.6., 21.30

 


 




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Zuletzt bearbeitet am 27.05.2004 © aptum1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de