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BLESSING BELL

(Koufuku no kane)

Regie & Buch: Sabu; Kamera: Nakabori Masao; Schnitt: Ueno Soichi; mit Terajima Susumu, Nishida Naomi, Itao Itsuji u.a.
Japan 2002 . OmU / 87 Min.

BLESSING BELL

 

 

Ein Mann läuft durch die Stadt. Einen ganzen Fim lang. Und auch wenn das langweilig klingen mag: Sabus Blessing Bell ist ein Film, der einen nicht los lässt. Auf seinem Weg begegnet Igarashi (Susumu Terajima) zahlreichen Menschen, und alle scheint eines zu verbinden: Die Nähe zum Tod. Ein Yakuza, dem ein Messer im Bauch steckt, teilt mit Igarashi seine letzten Gedanken, der Protagonist selbst wird angefahren, er rettet Kinder vor dem Flammentod, er begegnet einem Selbstmörder kurz vor seiner Tat, einem Krebskranken, der gerade von seinem Schicksal erfahren hat. Das sind noch nicht alle, die Liste der Todgeweihten, die den Weg von Igarashi kreuzen, ist lang. So lang, dass man mit der Zeit kaum anders kann, als den Weg des Protagonisten als einen höchst metaphorischen und spirituellen zu begreifen. Er hat seinen Job verloren. Als er am Morgen vor der Fabrik stand, waren die Tore für immer geschlossen. Und der Tod blitzt bereits hier auf, wenn sich einer der Arbeiter das Leben nimmt. Die Begegnungen mit dem Tod, die er auch im Weiteren macht, als er danach ziel- und orientierungslos durch die Stadt wandert, scheint wie die Manifestierung all der Ängste und Gedanken, die ihn nach dem Verlust der Arbeit bewegen.

Sabu zeichnet seinen Film in höchst stilisierten Bildern, Farben durchziehen die abendliche Großstadt und einfache Betonbrücken werden kadriert, als seien sie Skulpturen. Die ästhetische Überflutung des Bildraumes ist der Gegenpol zu den Gesprächen über den Tod, denen Igarashi lauscht. Er selbst sagt gar nichts, den ganzen Film über, bis zum Ende, wenn er alles, was er gesehen und erlebt hat in einem absurden Redeschwall wiedergibt, der einem die Skurrilität seiner Erlebnisse erst wirklich vor Augen führt. Man nimmt sie dennoch hin, die seltsamen Begegnungen, weil sie von Anfang bis Ende nach einer Metapher aussehen: man nimmt es hin, dass Igarashi von einem Geist die Adresse bekommt, bei der er in den Händen einer Toten den Lottoschein zu einem Hauptgewinn findet, man nimmt es hin, dass er diesen Hauptgewinn ganz banal an einen Dieb verliert, man nimmt sie alle hin, die Anekdoten, und ist geradezu überrascht, wenn am Ende all jene märchenhaften Episoden im Dialog wiedergegeben werden, als wären sie lediglich etwas ungewöhnliche, aber doch alltägliche Ereignisse.

Do., 17.6., 22.00 / Sa., 19.6., 21.30 / So., 20.6., 19.30 / Di., 29.6., 19.30







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