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kino avantgarde

Juni 2004

 

Visualisierung von Sprache Zorns Lemma · Geschichten aus Postkarten - Bewegung aus Fotos StillLeben · Im Anfang war der Blick

 


 

Zorns Lemma

Regie: Hollis Frampton
USA 1970 engl. OF /60 Min.

 

 

Hollis Framptons Meisterwerk ZORNS LEMMA ist ein Film über gesprochene Sprache, Schrift- und vor allem Filmsprache. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war die künstlerische Avantgarde aufgrund des Einsatzes der Photographie in den Printmedien und des sich etablierenden Films der Meinung, dass bald eine neue Bildersprache entstehe, die weltweit verständlich sein würde. Besonders die russische Filmavantgarde sah im Film die Möglichkeit, wie in der herkömmlichen Sprache auch, mittels Bildern Sätze zu konstruieren. ZORNS LEMMA kann als filmischer Kommentar dazu »gelesen« werden.
Während des 45-minütigen Hauptteils sieht man in der Stadt gefilmte Wörter, die alphabetisch geordnet sind. Jedes Wort erscheint für eine Sekunde, ein Zyklus ist nach 24 Sekunden beendet, und nach einer Sekunde Schwarz beginnt ein neues Set mit neuen Wörtern, wieder von a bis z geordnet. Nach einigen Durchläufen werden die Buchstaben nach und nach durch Bilder ausgetauscht, die in jedem neuen Set immer wieder anstelle des Buchstabens auftauchen, bis alle Wörter durch Bilder ersetzt sind. Frampton beweist somit, dass die Schrift zwar durch Bilder ersetzt werden kann (am Ende erinnert man sich an die einzelnen Substitutionen: »x« wird beispielsweise zu Feuer), und dieses System einfach nachvollziehbar ist (der Film erklärt sich während des Schauens selbst), gleichzeitig aber weder allgemeingültig noch universell wirken kann. Das von Frampton etablierte »neue« Alphabet funktioniert nur im Zusammenhang seines Films, bei jedem anderen müssen die Bilder erst wieder erneut »aufgeladen« werden. Somit schafft Frampton einen beeindruckenden Gegenentwurf zur positivistischen Auffassung der Filmsprache von Eisenstein, Vertov und anderen. ZORNS LEMMA beeinflusste Peter Greenaway maßgeblich zu seiner filmischen Arbeit. (Florian Krautkrämer)

Di., 8.6., 19.30

 


 

StillLeben - Geordnete Leidenschaften IV

Regie & Buch: Institut für Evidenzwissenschaft (C. Weihs, B. Graf & M. Domes)
Österreich 1995 11 Min.

 

 

StillLeben setzt sich aus dreitausend Photographien zusammen. Jedes Bild wurde einzeln bearbeitet. Erst die Filmkamera konstruiert aus diesem Standbildern neue Bewegungsabläufe.

 


 

Im Anfang war der Blick

Regie & Buch: Bady Minck; Kamera: Jerzy Palacz, Martin Putz & Martin Gschlacht; Musik: Bernhard Fleischmann, Dr. Nachtstrom & Sainkho Namtchylak; Stimmen & Gedichte: Friederike Mayröcker, Ernst Jandl & Bodo Hell; mit Bodo Hell u.a.
Österreich/Luxemburg 2003 DF /45 Min.

Der Dreh

 

»Man stelle sich ein Österreich-Portrait vor, filmisch gestaltet von David Lynch und Jan Svankmajer, inspiriert vom Cabinet des Dr. Caligari. Dann bekommt man einen ersten Eindruck von diesem phantastischem Kinostück, in dem ein Schriftsteller Österreich in seinen Postkarten erforscht. Der Film ist ein unglaublicher Trip an die Grenzen zwischen Innen und Außen, >Kultur< und >Natur<, Region und Welt. Und er ist ein Psychothriller über den Gegensatz und die Wechselwirkung von Bildern und Texten. Man sei vorgewarnt: Nach Bady Mincks Film wird man Ansichtskarten, diese normalen Gegenstände einer kitschigen Traumwelt, mit anderen Augen sehen. Man wird erschrocken sein über diese zwei Seiten einer Medaille, über die fabrizierten, idyllischen Bilder auf der Vorderseite und die beiläufigen Texte auf der Rückseite, die nichts anderes sind als Grüße aus verlorenen Zeiten.« (Hans Schifferle; Süddeutsche Zeitung)

Di., 22.06., 19.30

 


 





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