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ciné club:

 

Stadt der verlorenen Kinder (La cité des enfants perdus) · Return of the Tüdelband · Wie unsere Städte in die Welt kamen Gottes Plan und Menschen Hand

 


 

Stadt der verlorenen Kinder (La cité des enfants perdus)

Regie: Marc Caro & Jean-Pierre Jeunet; Buch: Gilles Adrien, M. Caro & J.-P. Jeunet; Kamera: Darius Khondji & Michel Amathieu; Schnitt: Hervé Schneid; Musik: Angelo Badalamenti (Songs: Florence Magna-Schneid; Marianne Faithful; Tino Rossi); mit Ron Perlman, Judith Vittet, Daniel Emilfork, Dominique Pinon u.a.
F 1994 OmeU / 112 Min.

 

 

Ein Hafen im Nebel. Kinder verschwinden hier auf rätselhafte Weise. Ein bizarres Schloss im Meer vor der Küste. Dort herrscht Krank, ein Sonderling, der nicht träumen kann. Er lässt seine Kreaturen Kinder einfangen, denen er die Träume stiehlt. Auch der kleine Denré gehört zu den Verschollenen. Sein großer Bruder One, ein gestandener Seemann, macht sich auf die Suche und dringt in Kranks Universum ein.
Ein groteskes Märchen, schauerlich romantisch und kohlrabenschwarz. Das pittoreske Personal und die wie aus Alpträumen destillierten Dekors berufen sich offenkundig auf geistige Ahnen wie Perrault, E.T.A. Hoffmann, Dickens, Verne, den genialen Illustrator Gustave Doré sowie Mythen des deutschen expressionistischen Kinos und des französischen Realismus. Elemente der Comic-Tradition verleihen der Mixtur ihre Geschlossenheit.
Do., 13.5., 19.30 ciné club mit Einführung:
Ludovic Gourvennec & Mathias Schillmöller


Fr., 14.5., 21.45 / Sa., 15.5., 17.30 / Mi., 19.5., 21.30



 

Return of the Tüdelband (Gebrüder Wolf-Story)

Regie: Jens Huckeriede; Kamera: Bernd Meiners; Ton: Pascal Capitolin; Schnitt: Maria Hemmleb
D 2003 82 Min.

 

HipHop und Hamburger Schule. Folk und Techno-Beats. Texte dazu, die den Kopf nicht mehr verlassen: poetisch, humorvoll und in ihrer schlichten Sprache oft voller Wahrheiten über das Leben. Der Film RETURN OF THE TÜDELBAND führt über aktuelle Musik hinein in die deutschjüdische Geschichte: Der junge Hiphopper Dan Wolf bricht in San Francisco auf, um Lebenszeichen seiner Vorfahren in Hamburg zu suchen. Die Gebrüder Wolf traten in den 10er und 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den Amüsierbetrieben rund um die Reeperbahn auf. Sie wurden so erfolgreich, dass ihnen bald das Operettenhaus gehörte, und sie ihre Künste international darboten: Stimmungsmusik mit frechen, teils schlüpfrigen Texten waren ihre Spezialität. In den Revuen müssen die Wolfs das Publikum mit theatralischer Ironie und deftigen Zoten in heiterste Stimmung versetzt haben und die schnoddrige Hamburger Mundart ihrer Stücke trug dazu bei, dass sie zu Publikumslieblingen wurden: Das Tüdelband-Lied ist bis heute Hamburgs heimliche Hymne.
Dem aufkeimenden Nationalsozialismus konnten auch die Gebrüder Wolf nicht entkommen. Weder die Änderung des Nachnamens (von Isaac zu Wolf), noch die guten Kontakte zum nichtjüdischen Publikum verhalfen der musikalischen Familie dazu, dem Grauen zu entkommen. Dass die Gebrüder Wolf deutsches Liedgut zum Besten gaben, rettete sie sowenig wie ihre Popularität. Mitglieder der Familie wurden in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet. Einigen gelang das Überleben durch Flucht und Emigration. Die Fluchtwege führen über Shanghai in die USA, wo die Wolfs in neuer Formation auftraten und versuchten, an die früheren Erfolge anzuknüpfen.
Ein Nachfahre der Überlebenden, Dan Wolf, tritt die Reise in umgekehrter Richtung an: Ein jüdischer US-Amerikaner ist in Hamburg auf der Suche nach seiner Geschichte. Dabei findet er nicht nur Antworten auf die Fragen zum Zusammenleben von Juden und Nichtjuden, von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Lebensentwürfen - vor allem entdeckt er seine künstlerischen »Wurzeln«.

Do., 20.5., 19.30 mit Regisseur Jens Huckeriede / Sa., 22.5., 17.30 So., 23.5., 21.30 / Di., 25.5., 21.30



 

Wie unsere Städte in die Welt kamen Gottes Plan und Menschen Hand

Buch und Regie: Dominik Wessely; Kamera: Knut Schmitz; Montage: Ellen Scheider; Musik: Putte; Produziert von filmtank in Ko-Produktion mit SWR / arte und mit Unterstützung der MFG Baden-Württemberg
D 2004 52 Min.

stadt

Ist es nur Nostalgie und Verklärung, wenn Jahr für Jahr Touristen aus aller Welt nach Rothenburg ob der Tauber, nach Heidelberg oder nach Freiburg pilgern? Die europäische Stadt des Mittelalters fasziniert uns bis heute. Sie scheint gänzlich ohne Kalkül entstanden zu sein –
immer noch sprechen wir von der »gewachsenen Stadt«, die sich im Laufe von Jahrhunderten wie ein Organismus um das geistige und architektonische Zentrum – den Dom – entwickelt hat. Nun müssen wir uns an einen völlig neuen Gedanken gewöhnen.
Der Freiburger Architekt und Stadtplaner Klaus Humpert hat sich 15 Jahre lang mit der mittelalterlichen Stadt beschäftigt. Was zunächst spielerisch in Freiburg begann, führte schließlich zur systematischen Untersuchung von mehr als einhundert Städten in ganz Europa. Die Ergebnisse von Humperts Forschung stellen unser Bild vom Mittelalter in vielerlei Hinsicht auf den Kopf, und sie werden die Wissenschaft wohl noch auf Jahre beschäftigen: Die »gewachsene Stadt« des Mittelalters ist ein Mythos, denn die bedeutendsten Stadtgründungen dieser Epoche wurden bis ins Detail auf dem Reißbrett geplant!
Historiker und Archäologen wehren sich in großer Zahl gegen Humperts Thesen – aber bis heute ist es ihnen nicht gelungen, eine Erklärung zu finden für die von Humpert nachgewiesene Mass-Arbeit der mittelalterlichen Stadtplaner. GOTTES PLAN UND MENSCHEN HAND erzählt die Geschichte dieser abenteuerlichen Entdeckungsreise.

Do., 14.05., 19.30 Uhr in Anwesenheit von
Dominik Wessely und Klaus Humpert
In Zusammenarbeit mit FILMTANK HAMBURG und SWR/arte.



 





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Zuletzt bearbeitet am 29.04.2004 © aptum1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de