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Something is in the air - Studentenrevolte in den USA

In der Bush-Ära wird es höchste Zeit, an ein anderes Amerika zu erinnern. Wir zeigen einige Filme, in denen die amerikanische Protestgeneration Ende der 60er Jahre zu Wort kommt. Die Wiederaufführung BLUTIGE ERDBEEREN (The Strawberry Statement) war in der ehemaligen DDR ein Kultfilm wie bei uns vielleicht EASY RIDER. Auch in ZABRISKIE POINT geht der politische Hintergrund in den Plot hinein wie selten im Erzählkino, eine Liebesgeschichte als Gegenentwurf. Die Kritik am Vietnamkrieg, am Rassismus, am Establishment, an den Polizeimethoden, bricht sich Bahn in der Musik und in den neuen sozialen Ideen der Hippies. Am Tag des Jimi Hendrix Konzertes in Berkeley war der Campus beherrscht von gewalttätigen Unruhen, die das Filmteam drehte und in den Musikfilm integrierte. Der von einem Kollektiv realisierte Dokumentarfilm WINTER SOLDIER, den wir im Mai zeigen werden, klagt den Einsatz in Vietnam an, indem er die psychischen Probleme der Soldaten zeigt, ihre eigene Gewalttätigkeit im Krieg zu bewältigen. Die Filmreihe wird im Mai fortgesetzt.

 

Hendrix plays Berkeley · Blutige Erdbeeren · Zabriskie Point

 


 

 

Hendrix plays Berkeley

Regie: Peter Pilafian; mit Jimi Hendrix, Mitch Mitchell, Billy Cox
USA 1970 65 Min.

 

HENDRIX PLAYS BERKELEY zeigt Jimi Hendrix in dem letzten abendfüllenden Film, der über ihn gedreht wurde. Ein Konzert in der Universität Berkeley 1970, nach den Studentenunruhen, die in einigen Szenen eingeblendet wurden und einen Einblick in die Stimmung auf dem Campus vor dem Konzert geben. In BERKELEY tritt ein anderer, ruhiger Hendrix auf, der die Zuschauer allein durch seine Virtuosität zu überzeugen weiß, ohne dafür seine Gitarre verbrennen zu müssen.

"Der ehrlichste und lyrischste Hendrix-Film überhaupt." (Die Zeit)

 

Im Vorprogramm:
The Doors - Feast of Friends, Jim Morrison in Memoriam
Mit Ray Manzarek, Robby Krieger, John Densmore USA 1968, 45 Min.

Fr., 9.4., 19.30 / Sa., 10.4., 17.30 / So., 11.4., 19.30 Mo., 12.4., 21.45

 


 

Wiederaufführung

Blutige Erdbeeren

(The Strawberry Statement)

Regie: Stuart Hagmann; Buch: Israel Horovitz, nach The Strawberry Statement von James Kunen; Kamera: Ralph A. Woolsey; Schnitt: Franz Steininger; Musik u.a. von Joni Mitchell, Neil Young; mit Bruce Davison, Kim Darby, James Coco u.a.
USA 1969 DF / 109 Min.

 

 

Simon, ein politisch nicht engagierter Außenseiter und Sonderling, lernt bei einer Protestversammlung die Studentin Linda kennen, die ihr Herz an die Lehren Marcuses und an das Vorbild Che Guevara gehängt hat. Durch sie wird er in die Auseinandersetzungen an seiner Uni tiefer hineingezogen.

Die rebellierenden Studenten decken die Beteiligung der Universität am Krieg auf, welche sie besetzen und bestreiken. Ihrem Kampf, dessen Neuartigkeit, Hoffnung und Turbulenzen wird durch das zunehmende Tempo des Schnittes und der Montage spannungsvoll eine besondere Ausdruckskraft verliehen.

BLUTIGE ERDBEEREN ist ein mitreisendes filmisches Pamphlet. Irgendwas zwischen Lehrstück und Aufschrei. Ruppig und romantisch, politisch und poetisch, burlesk und raffiniert in seinen Bildperspektiven, in seiner intelligenten, immer wieder überraschenden Montage, in seiner Happening-Stimmung.

Aber der Kultfilm-Klassiker ist keineswegs nur der Stoff, der Jugendträume wachruft; er ist u.a. auch einfallsreiches Erzählkino. So frisch und lebendig, als hätte er nicht schon über 30 Jahre auf dem Buckel!

Do., 1.4., 21.30 / Fr., 2.4., 21.30 / Sa., 3.4., 20.00 / So., 4.4., 17.45 / Di., 6.4., 21.30 / Mi., 7.4., 21.45

 


 

Zabriskie Point

Regie: Michelangelo Antonioni; Buch: M. Antonioni, Fred Gardner, Sam Shepard, Tonino Guerra & Clare Peploe; Kamera: Alfio Contini; Musik: Pink Floyd (u.a.); mit Mark Frechette, Daria Halprin, Rod Taylor, Paul Fix, Joe Chaikins u.a.
USA 1969 DF / 105 Min.

 

 

Die USA zur Zeit der Campus-Unruhen. Als der Student Mark in den Verdacht gerät, einen Polizisten getötet zu haben, flieht er in einem entwendeten Flugzeug. Im Death Valley trifft er auf Daria, die in einer Firma gejobbt hat, die Wüstengrundstücke an Exzentriker verkauft. Beim Zabriskie Point, einem mythischen Ort der Indianer, lieben sie sich zur Musik von Pink Floyd. Nach dem großen Erfolg von BLOW UP bekam Antonioni von MGM völlig freie Hand für diesen Film. Es wurde seine Vision von US-Amerika, für die er zwei Jahre das Land bereiste und recherchierte. Er suchte u.a. Kontakt zu den Black Panthers und wurde Zeuge, wie die Nationalgarde gegen Vietnamkriegsgegner vorging.

"Die Amerikaner haben den Film damals gehasst, so wie sie sich selbst gehasst haben. Und selbst ausgewiesene ,Antonioniten' können bis heute nichts mit diesem Millionen-Dollar-Gedicht anfangen. Dabei ist alles da: Leere und Aktion; Mythos und Moderne; Natur und Architektur; Gewalt und Liebe; Freiheit und Tod."
(Michael Athen)

Sa., 17.4., 19.30 / So., 18.4., 21.30 / Di., 20.4., 21.45 / So., 25.4., 17.30



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Zuletzt bearbeitet am 01.04.2004 © aptum1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de