Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Mittwochskino: Call me Istanbul

Die Metropole am Bosporus, am Übergang von Europa nach Asien gelegen, Hauptstadt von Weltreichen und Schmelztiegel verschiedener Kulturen, war und ist ein Schauplatz zahlreicher Filme des türkischen wie des internationalen Kinos. Wir präsentieren Filme, die mit unterschiedlichsten Mitteln Geschichten aus dieser kosmopolitischen Stadt erzählen und uns in ihre bewegte Vergangenheit und Gegenwart entführen.

Wir freuen uns, mit dieser Reihe neben drei internationalen Produktionen auch Beispiele des türkischen Kinos zu zeigen, die in Europa bisher unbekannt geblieben sind. Neben Atif Yilmaz, einem der kreativsten und produktivsten Regisseure der türkischen Filmgeschichte, gibt es noch eine ganze Reihe anderer Regisseurinnen und Regisseure zu entdecken. Yilmaz' Spielfilm AH GÜZEL ISTANBUL und GURBET KU¸SLARI von Halit Refig erzählen von Landflüchtigen, die in Istanbul, wo einem türkischen Sprichwort zufolge "Steine und Erde aus Gold sind", ihre Hoffnungen und Träume zu verwirklichen suchen. Mit den beiden aktuellen Filmen SOKAKTA und YOLDAN ÇIKTIK von Perihan Ta¸s und Enis Riza zeigen wir zwei Arbeiten von Mitgliedern der sehr lebendigen "Dokumentarfilmer-Vereinigung in Istanbul", die das Leben von Straßenkindern und die neue türkische Frauenbewegung thematisieren. Als Höhepunkt unserer Reihe wird die Filmemacherin Belmin Söylemez, beispielhaft für die unabhängige Kurzfilmszene aus Istanbul, am 2. Mai ihr Kurzfilmprogramm vorstellen.

Für ihre Unterstützung bei der Realisierung danken wir Alfred Meyer von der Kinemathek Karlsruhe, Karl-Heinz Schmid vom "Kino 46" in Bremen und dem türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus in Ankara.

 

Sokakta (Auf der Straße) · Topkapi · Wir haben uns auf den Weg gemacht Wir sind vom rechten Weg abgekommen · Zeit für Liebe · Hamam - Das türkische Bad · Ah güzel Istanbul · Gurbet Ku¸slari · Kurzfilme von Belmin Söylemez

 


 

Sokakta (Auf der Straße)

Regie: Enis Riza
Türkei 2003 OmeU / 100 Min.

 

Dieser Dokumentarfilm, gedreht in insgesamt 5 Projektstädten (Istanbul, Ankara, Izmir, Gaziantep und Diyarbakir) beschäftigt sich mit den Kindern, die unter unerträglichen Bedingungen auf den Straßen an verschiedenen Arbeitsstellen arbeiten und leben. Die Gründe für das Leben auf der Straße werden durch die Helden der Straße vermittelt. Gewalt in der Familie, Mutter-Vater-Beziehungen, soziale Umgebungen, wirtschaftliche Bedingungen, politische Zustände, Erfahrungen mit dem Leben auf der Straße, Rauschgiftsucht... Geschichten, Hoffnungen und Träume ...

Sokakta zeigt die staatlichen, nicht staatlichen und privaten Institutionen, die mit verschiedenen Modellen, die ja den Strukturen der Türkei angepasst worden sind, den Kindern zu helfen versuchen. Und deren Praxis wird von den Fachleuten dieser Institutionen und von den betroffenen Kindern erzählt und bewertet.

Do., 1.4., 19.30 / So., 11.4., 17.30

 


 

Topkapi

Regie: Jules Dassin, ; Buch: Monja Danischewsky, nach einem Roman von Eric Ambler; Kamera: Henri Alekan; Schnitt: Roger Dwyer; mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley u.a.
USA 1963 DF / 120 Min.

 

Eine Bande von Amateuren unter der Leitung eines professionellen Diebespaares versucht, einen unschätzbaren wertvollen Dolch aus dem Topkapi-Palast in Istanbul zu stehlen. Die Ganoven trauen sich durchaus zu, das ausgeklügelte Sicherheitssystem zu überwinden. Ihre Vorbereitungen sind jedoch für die Katz, als der türkische Geheimdienst ihnen auf die Spur kommt und sie als vermeintliche Terroristen beschatten lässt. Die Spannung steigt, wie ist der Diebstahl unter der Beobachtung von Geheimdienstlern noch durchzuführen?

Der Film ist eine hervorragende Kriminalkomödie mit Starbesetzung von Jules Dassin. Mit TOPKAPI nimmt der Regisseur seinen eigenen Erfolgsfilm RIFIFI (1955) humorvoll aufs Korn. Dassin parodiert sich selbst, seine Sujets und Einfälle von früher, vor allem aber - auf besonders gelungene Art - seinen ,Rififi'-Einbruch. Die halbstündige atemberaubende Diebstahlszene am Schluss lieferte die Vorlage für den Einbruch ins CIA-Gebäude in dem Film MISSION IMPOSSIBLE.

Nicht zu vergessen sind auch die wunderschönen Aufnahmen von Griechenland, der Türkei und besonders der Stadt Istanbul.

Mi., 7.4., 19.30 / Sa., 10.4., 19.30 / Di., 13.4., 15.00 (Dienstagskino) und 21.30

 


 

Wir haben uns auf den Weg gemacht Wir sind vom rechten Weg abgekommen

(Yoldan Çiktik)

Regie: Perihan Ta¸s , N. Gider, B. Öztürk, N. Erdogan, H. Karabey
Türkei 2003 OmU / 53 Min.

 

Am 6. Juli 2002 machen sich jeweils sechs Frauen aus den Städten Adana, Istanbul, Ankara und Batman, die sich als "Botinnen" bezeichneten, auf den Weg, um das Projekt "Frauen gehen aufeinander zu" zu verwirklichen. Ihr Ziel war ein Treffen am 12. Juli 2002 in Konya mit Frauen aus anderen Städten. Ziel jeder "Botin" war der Austausch mit den anderen Frauen in den Dörfern, Kleinstädten oder Stadtteilen auf ihrem Reiseweg. Sie sprachen dort miteinander über ihre Sorgen, ihren Zorn, ihre Hoffnungen, und über die Kleiderstoffe, die sie als Ausdruck der Persönlichkeit betrachten. Jede Frau schickte daher ihre Stoffe zu einem anderen Dorf, und die "Botinnen" trugen diese zu dem großen Treffen am 12. Juli 2002. Diese Reise wurde von vier Kamera-Frauen begleitet. Dieser Film erzählt die Geschichte dieses Treffens.

Do., 15.4., 19.30 / Sa., 17.4., 17.30

 


 

Zeit für Liebe

(Nobat-e ascheghi)

Regie & Buch: Mohsen Makhmalbaf; mit Shiva Gerede, Abdolrahman Palay u.a.
Iran 1990 OmU / 70 Min.

 

Istanbul. Das Meer in sanften Wogen, frühlingshaftes Vogelgezwitscher und im Sonnenschein ein Friedhof. Gazal, eine junge Frau auf der Suche nach Selbstbestimmung steht zwischen zwei Männern. Eine Dreiecksgeschichte, die in drei verschiedenen Varianten erzählt wird. Der iranische Regisseur Makhmalbaf, der das Filmemachen selbst als eine Lektion der Toleranz versteht, vermittelt auf spielerische Weise, dass Realität viele Fassetten hat. Wegen der herrschenden Zensur musste ZEIT FÜR LIEBE in der Türkei gedreht werden. Beim Teheraner Filmfestival 1990 wurde der Film rund um die Uhr gezeigt und erreichte 15.000 Menschen. Danach verschwand die Kopie.

Mi., 14.4., 19.30 / Fr., 16.4., 21.30 / So., 18.4., 17.30

 


 

Hamam - Das türkische Bad

Regie: Ferzan Özpetek; Buch: Stefano Tummolini, Ferzan Özpetek; Kamera: Pasquale Mari; Musik: Pivio, Aldo de Scalzi; mit Alessandro Gassman, Francesca D'Aloja, Mehmet Gunsur, Baskar Koklukaya
Italien / Spanien / Türkei 1996 DF / 98 Min.

 

Der römische Innenarchitekt Francesco reist widerwillig nach Istanbul. Eine Tante hat ihm dort ein Haus hinterlassen, in dem sich ein türkisches Bad befindet. Anfänglich nur am zügigen Verkauf interessiert, erliegt der Vielbeschäftigte bald dem Reiz der fremden Umgebung. Die verwinkelten Gassen mit den abblätternden Häuserfassaden, den verstaubten Straßenschildern und das halbverfallene Hamam mit seinem ungewöhnlichem Charme fangen ihn ein. Überall entdeckt er Orte, die Geschichten erzählen, Orte die ihn faszinieren und zum Verweilen einladen. Das Leben in Istanbul verändert ihn - in jeder Hinsicht.

Der flanierende Stil Özpeteks ermöglicht eine Reihe von Aufnahmen der Stadt und des Bosporus, dessen abendliche Brise metaphorisch als jener befreiende Hauch beschrieben wird, der die Istanbul-Reisenden ihre Heimat vergessen lässt.

Mi., 21.4., 19.30 / Sa., 24.4., 21.30

 


 

Ah güzel Istanbul

Oh wie schön ist Istanbul

Regie & Buch: Atif Yilmaz; mit Sadri Alisik, Ayla Algan
Türkei 1966 OmeU / 96 Min.

 

Eine bittersüße Komödie über die zufällige Freundschaft zwischen einem gescheiterten, aber weisen Straßenfotografen und einem Mädchen vom Lande, das aus seinem Dorf weggelaufen ist, um in Istanbul ein Filmstar zu werden. Die Begegnung der beiden fast gegensätzlichen Menschen führt zu unerwarteten Veränderungen in ihrem Leben.

Thema von AH GÜZEL ISTANBUL ist nicht so sehr die Stadt Istanbul, als vielmehr die Klischeevorstellungen von dieser Stadt, wie sie besonders in den ländlichen Gegenden vorherrschen: Istanbul als Projektionsfläche für alle möglichen Wünsche und Hoffnungen.

AH GÜZEL ISTANBUL ist eine Art road movie nach einer Erzählung der türkischen Schriftstellerin Füruzan.

Fr., 23. 4., 19.30 / Mi., 28.4., 19.30

 


 

Gurbet Ku¸slari

(Vögel in der Fremde)

Regie & Buch: Halit Refig; mit Filiz Akin, Cüneyt Arkin
Türkei 1964 OmeU / 90 Min.

 

GURBET KU¸SLARI erzählt die Geschichte einer Familie vom Lande, die nach Istanbul zieht. Für die Menschen aus Anatolien war Istanbul die Stadt "mit goldenem Boden", ein Mythos der sich bald auflöste, wenn man in improvisierten Armenvierteln unterkam und kaum Arbeit fand. Der Film spielt in den typischen Milieus des damaligen Istanbul: dem orientalischen Istanbul, im griechischen Istanbuler Milieu und im damals bürgerlichen modernen Istanbul. Der Film wurde 1964 gedreht, zu einer Zeit, in der nach dem Fall des Menderesregimes ein demokratischer Aufbruch begann. Die Romane und Filme wurden realistisch, orientierten sich am italienischen Neorealismus. So wurde GURBET KU¸SLARI eine Art "Rocco und seine Brüder" aus Istanbul. Mit dem türkischen Starschauspieler Cüneyt Arkin!

Mi., 5. 5., 19.30 / Fr., 7.5., 21.30

 


 

Kurzfilme von Belmin Söylemez

 

Geboren in Istanbul, arbeitete Belmin Söylemez als Regieassistentin und Produzentin bei verschiedenen Spielfilmen. Sie erhielt zahlreiche nationale und internationale Preise, sowohl als Experimental-, als auch Dokumentar- und Kurzfilmerin.

"Ich liebe es, die Stadt Istanbul als eine Grundbefindlichkeit zu zeigen, als etwas, das mich bewegt. Wahrscheinlich fasziniert mich ihre Äußerlichkeit. Die Stadt spielt in meinen Arbeiten als Statistin immer eine Rolle und das ist meine Absicht. Der Schauplatz ist für mich sehr wichtig." Belmin Söylemez

Dalgalar (Wellen) Türkei 2001 18 Min.
Die Straßenkinder in Istanbul haben zumindest eines, das Bad im Bosporus... Ein Dokumentarfilm über die Angst vor dem Meer und das Schwimmen im Bosporus.

Uyku Hali (Im Schlaf) Türkei 1999 8 Min.

Zap Türkei 2000 5 Min.
Soner verliert seinen engsten Freund ¸Sifo und sucht ihn in den Straßen von Istanbul.

Biyik (Der Schnauzbart) Türkei 2000 27 Min. Der Schnauzbart ist ein Charakteristikum des türkischen Mannes, nicht nur eine Tradition, sondern ein Symbol der Männlichkeit. Der Film spiegelt die Ansichten türkischer Männer über den Schnauzbart - gesellschaftlich, historisch, politisch, ästhetisch und satirisch.

So., 2. 5., 19.30 Zu Gast die Regisseurin Belmin Söylemez aus Istanbul

 

 


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